Al Bowlly

Pop- und Jazzsänger From Wikipedia, the free encyclopedia

Albert Alick „Al“ Bowlly (* 7. Januar 1899[1] in Lourenço Marques, Portugiesisch-Ostafrika; † 17. April 1941 in London, Vereinigtes Königreich) war ein britischer Pop- und Jazzsänger. In den 1930er Jahren war er der populärste Vokalist in Großbritannien.

Al Bowlly, signiertes Autogramm (1936)

Leben

Al Bowlly, 1936

Bowllys Griechisch-orthodoxer Vater Alick Pauli († 1927) wurde als Alexandros Pavlis auf Rhodos geboren. Er wanderte 1892 nach Australien aus und lernte während der Überfahrt Miriam „Mary“ Ayoub, eine aus dem Libanon stammende Katholikin kennen, die er noch im selben Jahr in Perth heiratete. Bowlly wurde in der Hauptstadt der damaligen portugiesischen Kolonie Portugiesisch-Ostafrika, Lourenço Marques (heute Maputo) geboren. Doch schon bald emigrierten seine Eltern ins südafrikanische Johannesburg, wo Bowlly zunächst als Sänger und Gitarrist der Tanzorchester von Edgar Adeler in Afrika und Südostasien und von Jimmy Liquime in Indien und Singapur tätig war. Erste Platten als Sänger nahm er 1927 in Deutschland mit Arthur Briggs, Fred Bird sowie unter eigenem Namen (Blue Skies) auf.[2] Mit dem Orchester von Fred Elizalde trat er 1928 in England auf. Sein Song If I Had You war einer der ersten Hits einer englischen Jazzband, der auch in Nordamerika populär wurde.

Zu Beginn der 1930er nahm er zahlreiche Songs vor allem mit den Orchestern von Ray Noble und Lew Stone auf, insbesondere aus seiner Zusammenarbeit mit Noble entstanden Hits wie The Very Thought of You und Midnight, the Stars and You. Anfang der 1930er-Jahre spielte er auch in mehreren britischen Kinofilmen.[3] In New York trat er 1934 mit einem von Glenn Miller zusammengestellten Orchester auf, zu dem Claude Thornhill, Charlie Spivak und Bud Freeman gehörten. In den nächsten Jahren waren seine Interpretationen von Blue Moon, Easy to Love, I’ve Got You Under My Skin und My Melancholy Baby so erfolgreich, dass Bowlly eine Radioshow bei NBC erhielt. Im gleichen Jahr kehrte er nach England zurück, wo er mit seinen Radio City Rhythm Makers auftrat, aber auch mit den Orchestern von Sydney Lipton, Geraldo und Ken Johnson.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges war die Musik von Bowlly und den Tanzbands weniger gefragt, dennoch arbeitete er bis zu seinem Tod an Aufnahmen.[4] So erschien noch im April 1941 seine Aufnahme von When That Man Is Dead and Gone. Al Bowlly starb nach einem auswärtigen Auftritt, bei dem er die angebotene Übernachtungsmöglichkeit abgelehnt hatte, während eines der schwersten deutschen Luftangriffe auf London (dem in England so genannten The Wednesday des Blitz) durch eine Luftmine, die bei seinem Wohngebäude in der Duke Street in St. James’s explodierte.[5] Insgesamt umfasst sein Schaffen mehr als 1000 Aufnahmen.

Gedenkplakette an Bowllys Haus in der 26 Charing Cross Road, London

Bowlly geriet nicht ganz in Vergessenheit. Mehrfach ist er in Filmen zu hören, am bekanntesten wohl mit Ray Nobles Orchester in seiner Aufnahme von Midnight, the Stars and You in der Bar-Szene und am Filmende von Stanley Kubricks Shining (1980). Sein Leben wird in dem Musical Melancholy Baby (1993) dargestellt. 2013 wurde eine Blue Plaque an seinem ehemaligen Wohnhaus angebracht.[6]

Literatur

  • Sid Colin & Tony Staveacre, Al Bowlly (H. Hamilton, 1979)
  • Ray Pallett, Good-Night, Sweetheart: Life and Times of Al Bowlly (Spellmount, 1986)
Commons: Al Bowlly – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI