Alan Marshal

australischer Filmschauspieler From Wikipedia, the free encyclopedia

Alan Marshal (* 29. Januar 1909 in Sydney als Alan Willey; † 13. Juli 1961 in Chicago, Illinois) war ein australischer Schauspieler, der in Hollywood, im US-Fernsehen und am Theater auftrat. Im Laufe seiner Karriere trat er alternativ auch unter den Namen Alan Marshall und Alan Willey auf.

Leben

Alan Willey wurde als Sohn des britisch-australischen Schauspieler-Ehepaares Leonard Willey und Irby Marshall in Sydney geboren. Als er fünf Jahre alt war, wanderte er mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten aus.[1] Er soll seinen Eltern, damals bekannten Theaterschauspielern, schon früh in ihren Beruf gefolgt sein. 1923 debütierte er als Alan Willey am Broadway in dem Stück The Swan.[2][3] Ab spätestens 1933 verwendete er den Namen Alan Marshal, alternativ Alan Marshall geschrieben, für seine Karriere.[4]

Bis Mitte der 1930er-Jahre kam der junge Darsteller zu regelmäßigen Engagements am Broadway. Nach Angaben von Marshals Sohn entdeckte ihn dort ein Talentscout und holte ihn für Probeaufnahmen nach Hollywood, wo Marshal einen Siebenjahresvertrag bei dem Filmproduzenten David O. Selznick unterschrieb.[5] An der Seite von Marlene Dietrich gab er im Jahr 1936 sein Filmdebüt in der Selznick-Produktion Der Garten Allahs, gleich in einer substanziellen Nebenrolle. In den folgenden Jahren übernahm der Schauspieler Hauptrollen oder größere Nebenrollen an der Seite von Stars wie Greta Garbo, Luise Rainer und Irene Dunne. Der gutaussehende Darsteller wurde häufig mit der Darstellung romantischer und kultivierter Liebhaber betraut, mal aufrichtig wie in Night Must Fall oder Die Abenteuer des Sherlock Holmes, mal rücksichtslos wie als unsympathisches Mordopfer in Dünner Mann, 2. Fall oder als Hauptmann Phoebus in Der Glöckner von Notre Dame.

Während des Zweiten Weltkrieges unternahm Marshal, der aufgrund seiner australischen Staatsbürgerschaft nicht diente, zahlreiche Auftritte im Rahmen von USO-Veranstaltungen.[5] 1944 war er als Filmpartner von Irene Dunne im Weltkriegs-Filmdrama Die weißen Klippen zu sehen. Der Film war ein enormer Erfolg und hätte Marshals Karriere möglicherweise zu neuen Höhen verholfen. Jedoch endete seine Filmkarriere nach 1944 zunächst abrupt. Er soll unter psychischen Problemen, darunter Depressionen, gelitten und viele Filmangebote abgelehnt haben.[6] So ist bekannt, dass er die Hauptrolle in dem Film Mit den Augen der Liebe (1945) aufgrund eines Nervenzusammenbruchs an Robert Young abgeben musste.[7]

Später konzentrierte er sich vor allem auf seine Bühnenkarriere und trat ab 1950 für eine Reihe von Fernsehproduktionen vor die Kamera. In Kinofilmen war nur noch dreimal zu sehen: 1956 in der Komödie Das schwache Geschlecht sowie jeweils 1959 neben Vincent Price im Horrorfilm Das Haus auf dem Geisterhügel und mit Robert Ryan im Western Tag der Gesetzlosen. Alan Marshal erlag im Juli 1961 im Alter von 52 Jahren an einem Herzinfarkt, während er gemeinsam mit Mae West in dem von ihr selbst verfassten Stück Sextette in Chicago auf der Bühne stand.[5] Er und seine Frau Mary Grace Borel (1915–1998)[8] hatten einen Sohn namens Kit (* 1939).

Filmografie

Einzelnachweise

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