Albert Doppelhofer

österreichischer Alpinski- und Skisportnationaltrainer From Wikipedia, the free encyclopedia

Albert Doppelhofer (* 23. Juni 1976 in Vorau, Steiermark) war als aktiver Skirennläufer unter anderem steirischer Schüler-Slalommeister und erwarb danach die höchste deutsche Trainerlizenz. Als Disziplintrainer für Slalom und Riesenslalom betreute er von 2009 bis 2018 die deutsche Herren-Weltcup-Mannschaft, arbeitete anschließend im Perspektivkader sowie im Damenbereich und fungiert regelmäßig als Kurssetzer bei internationalen Rennen einschließlich Olympischer Winterspiele.

Albert Doppelhofer

Jugend und frühe sportliche Laufbahn

Albert Doppelhofer wuchs in Breitenbrunn auf, einer Ortschaft in der oststeirischen Gemeinde Waldbach-Mönichwald. Er besuchte zunächst die Volksschule in Waldbach und anschließend für ein Jahr die Hauptschule am selben Ort. Danach wechselte er an die Skihauptschule in Schladming, eine Einrichtung, die seit 1970 die Verbindung von Skirennsport und schulischer Ausbildung verfolgt. Seit 1988 gehörte Doppelhofer dem TuS Vorau an.[1]

In der Skisaison 1988/89 erzielte Doppelhofer mehrere Ergebnisse in steirischen Landescup-Schülerrennen. Bei den steirischen Schülermeisterschaften am Stuhleck gewann er den Slalom und wurde damit steirischer Schüler-Slalommeister – der erste im damals neu eingerichteten Skibezirk VII. Bei den österreichischen Schülermeisterschaften war er der bestplatzierte steirische Teilnehmer in seiner Altersgruppe. Als sportliches Ziel nannte er damals den Aufstieg in den Schülerkader des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) sowie die Teilnahme an internationalen Wettbewerben.[1]

An der Trainerakademie Köln des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) erwarb er die höchste Trainerlizenz.[2] Im DSV-Jahrbuch wird er mit dem Kürzel „DiplTr.BA“ geführt, was auf einen Abschluss als Diplomtrainer mit Bachelorgrad hinweist.[3]

Trainer beim Deutschen Skiverband

Herren-Techniktrainer (2009–2018)

Die deutschen Ski-Athleten Felix Neureuther und Fritz Dopfer mit ihrem Trainer Albert Doppelhofer bei der Siegesfeier der Ski-WM 2015 im Deutschen Haus in Vail, USA

Im Mai 2009 wurde Doppelhofer als Disziplintrainer für die Bereiche Slalom und Riesenslalom in der Herren-Alpin-Mannschaft eingesetzt. In dieser Position sollte er die Zusammenarbeit aller Lehrgangsgruppen sicherstellen. Der DSV teilte damals mit, dass Doppelhofer in den technischen Disziplinen die Koordination übernehme, während Manfred Widauer ihn auf Weltcup-Ebene entlaste. Als neuer Cheftrainer der gesamten Herren-Mannschaft fungierte Karlheinz Waibel.[4]

Doppelhofer betreute in den folgenden neun Jahren als leitender Disziplintrainer die Herren-Weltcupmannschaft im Bereich Technik.[5] Zu seinen Athleten zählten unter anderem Felix Neureuther, Fritz Dopfer, Stefan Luitz, Alexander Schmid, Dominik Stehle, Linus Straßer und Dominik Schwaiger.[6] Die Tageszeitung Die Welt berichtete 2012, dass Dopfer seit rund vier Jahren eng mit Doppelhofer an seiner Skitechnik arbeite. Im selben Beitrag wurde Cheftrainer Waibel mit der Methodik zitiert, auf der Piste Aggressivität mit Kontrolle zu verbinden.[7] Die Süddeutsche Zeitung beschrieb Doppelhofer 2015 als Leiter der Technikgruppe im DSV und gab ihn mit der Aussage wieder, jeder Athlet benötige seinen eigenen Kopf und müsse im Wettkampf selbstständig Entscheidungen treffen.[8] Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bezeichnete ihn als Techniktrainer, der um Neureuther ein Erfolgsteam aufgebaut habe.[9]

Im Rahmen der Saisonvorbereitung absolvierte Doppelhofers Trainingsgruppe Überseeaufenthalte. Im Sommer 2014 und 2015 reiste die Mannschaft jeweils für einen dreiwöchigen Trainingsblock nach Ushuaia in Argentinien. Doppelhofer erklärte gegenüber dem Portal Schneestation: „Die Voraussetzungen für ein effektives Training in Ushuaia sind gut, und daher planen wir auch heuer wieder einen dreiwöchigen Aufenthalt im äußersten Süden Argentiniens.“[10]

Mit Blick auf die spätere Silbermedaille Dopfers bei der Ski-Weltmeisterschaft 2015 in Vail/Beaver Creek äußerte sich Doppelhofer bereits im Vorfeld des Rennens gegenüber der Süddeutschen Zeitung zur sportpsychologischen Entwicklung seines Athleten: „Du kannst einen Menschen nicht um 180 Grad drehen.“[8]

Die Stuttgarter Zeitung berichtete 2018 über Doppelhofers Trainingsarbeit am Olympiastützpunkt in Garmisch-Partenkirchen, wo er seine Athleten auf den jeweils kommenden Winter vorbereitete. In dem Artikel wurde er als „seit 2009“ zum DSV-Trainerteam der deutschen Herren gehörig beschrieben und als zuständig für Slalom- und Riesenslalomfahrer benannt.[11]

Der Österreichische Kurier ordnete Doppelhofer 2013 in einem Überblick über österreichische Trainer bei ausländischen Verbänden dem deutschen Herrenteam als Techniktrainer zu und schrieb, er habe unter anderem Felix Neureuther zu dessen damaliger Hochform verholfen.[12]

Perspektivkader und Damenbereich (ab 2018)

Im April 2018 gab der Deutsche Skiverband (DSV) im Rahmen der Cheftrainerklausur personelle Veränderungen bekannt. Der Tiroler Bernd Brunner, zuvor beim US-Skiteam tätig, wurde als neuer Herren-Techniktrainer vorgestellt und übernahm damit die Position Doppelhofers.[13] Brunner erklärte bei seinem Amtsantritt: „Mein Vorgänger Albert Doppelhofer hat in den letzten Jahren hervorragende Arbeit geleistet.“ DSV-Alpin-Direktor Wolfgang Maier führte aus, Doppelhofer habe die Weltcup-Mannschaft in den vergangenen neun Jahren auf höchstem Niveau geführt und werde an zentraler Stelle im System für den notwendigen Know-how-Transfer sorgen sowie Nachwuchsfahrer an die Weltspitze heranführen.[14] Doppelhofer übernahm die Leitung des neu geschaffenen Technik-Perspektivkaders im Herrenbereich für die Disziplinen Slalom und Riesenslalom.[13]

In späteren Jahren wechselte Doppelhofer in den Damenbereich des DSV. Das DSV-Jahrbuch verzeichnete ihn in der Lehrgangsgruppe Ib der Damen als leitenden Trainer.[3] In einem Beitrag des DSV-Mitgliedermagazins DSV aktiv von 2023 wurde er als leitender Trainer beschrieben, der die DSV-Damen für den Welt- und Europacup vorbereite. Doppelhofer äußerte sich dort zu Vorteilen der Digitalisierung in der Trainingssteuerung: „Medizinische Daten, Trainingsdaten und Wettkampfdaten kann man so besser miteinander vergleichen.“[15]

Kurssetzer bei internationalen Wettbewerben

Neben seiner Trainertätigkeit trat Doppelhofer über viele Jahre regelmäßig als Kurssetzer (Course Setter) bei Rennen des alpinen Skiweltcups und bei Großereignissen in Erscheinung.[16]

Olympische Winterspiele 2014 in Sotschi

Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi wurde Doppelhofer per Losverfahren als Kurssetzer für den ersten Lauf des Herren-Slaloms am 22. Februar 2014 bestimmt. Die Kurssetzer für alle Rennen außer der Abfahrt waren aus Trainern verschiedener Nationen während der vorangegangenen Weltcup-Veranstaltungen in St. Moritz und Kranjska Gora zufällig ausgelost worden. Doppelhofer steckte den ersten Durchgang mit 60 Toren auf der Strecke „SL Men“ (Start 1160 m, Ziel 960 m, Höhendifferenz 200 m), während der kroatische Trainer Ante Kostelić den zweiten Lauf mit 67 Toren setzte.[17] Die internationale Sportdatenbank Olympedia führt Doppelhofer im Zusammenhang mit Olympischen Spielen in der Funktion „Referee“.[18]

Weltcup-Kurssetzungen

Im alpinen Skiweltcup wurde Doppelhofer bei zahlreichen Rennen als Kurssetzer eingesetzt.[19] Beim Riesenslalom-Saisonauftakt in Sölden 2014 setzte er den zweiten Lauf. Sein Athlet Fritz Dopfer erreichte in diesem Rennen den zweiten Platz.[20] Ab der Saison 2018/19 führte der FIS-Weltcup ein neues Verfahren ein, bei dem Kurssetzer fünf Tage vor den Rennen bekanntgegeben werden. Im August 2018 wurde Doppelhofer als Kurssetzer für den zweiten Lauf des Riesenslaloms in Sölden am 29. Oktober 2018 ernannt. Die FIS-Mitteilung verwies dabei auf zwei seiner Athleten, Felix Neureuther und Stefan Luitz, die im Riesenslalom leistungsstark seien.[21] Auch in den folgenden Jahren setzte Doppelhofer seine Tätigkeit als Kurssetzer fort.[22] FIS-Ergebnislisten verzeichnen ihn unter anderem bei Rennen in Zell am See und im norwegischen Oppdal als Kurssetzer mit der Nationalitätsangabe „GER“.[19]

Forschungskooperation

Die Technische Universität München führt Doppelhofer im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt „sportFATIGOM“ auf, das am Lehrstuhl für Sportbiologie der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften angesiedelt ist. In der Projektbeschreibung wird er neben Vertretern der Präventiven Sportmedizin und der Sportpsychologie namentlich genannt.[23]

Einzelnachweise

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