Alexa Hennig von Lange

deutsche Moderatorin, Schriftstellerin und Model From Wikipedia, the free encyclopedia

Alexa Hennig von Lange (* 21. März 1973 in Hannover) ist eine deutsche Schriftstellerin.[1]

Alexa Hennig von Lange auf der Frankfurter Buchmesse 2017
Alexa Hennig von Lange (2003)

Herkunft

Alexa Hennig von Lange ist die Tochter eines Architektenehepaars. Sie wuchs in der Region Hannover auf und besuchte das Georg-Büchner-Gymnasium in Seelze-Letter. 1986 gewann sie mit ihrer Kurzgeschichte „Esabeth“ den NDR-Wettbewerb „Kinder schreiben für Kinder“.

Beruflicher Werdegang

Nach dem Abitur arbeitete Hennig von Lange im Architekturbüro ihrer Eltern in Hannover. 1994 begann sie ihre Karriere als Schnittassistentin bei der Premiere-Produktion Das wahre Leben in Berlin. Nebenbei modelte sie für Benetton. Ab 1995 moderierte sie die Kindersendung Bim Bam Bino bei Kabel 1 in München. In dieser Zeit schrieb sie ihren ersten Roman "Relax" und pendelte zwischen Berlin, München und Hamburg, wo sie das Drehbuch zu "Relax" mit dem Regisseur Andreas Senn schrieb. Im Jahr 1997 begann sie in Berlin Babelsberg als Autorin für die Seifenoper Gute Zeiten, schlechte Zeiten zu arbeiten, für die sie neun Monate lang als Storywriterin tätig war. Im selben Jahr erschien ihr Buch Relax, mit dem sie neben Christian Kracht und Benjamin von Stuckrad-Barre die Popliteratur in Deutschland begründete. Ihr Romandebüt, in dem es um das Erwachsenwerden, Sexualität und Drogenkonsum geht, machte sie auf Anhieb zu einer der erfolgreichsten Autorinnen ihrer Generation.

Sie verfasste mehrere Theaterstücke, unter anderem für die Volksbühne Berlin und das Schauspielhaus Hannover (eine Spielstätte des Niedersächsischen Staatstheaters). 1998 wurde in Berlin ihr mit Stefan Pucher verfasstes Stück Flashback uraufgeführt.

1999 erschien ihr Roman Ich bin’s. 2000 wurde Mai 3D. Ein Tagebuchroman zusammen mit Daniel Haaksmann und Till Müller-Klug veröffentlicht. 2001 folgte Ich habe einfach Glück, 2002 Lelle. Im selben Jahr erhielt Hennig von Lange den „Deutschen Jugendliteraturpreis“ für Ich habe einfach Glück.

Ende 2003 erschien Woher ich komme. 2005 erschien Warum so traurig?, wieder aus der Perspektive der inzwischen zur Elisabeth gereiften Lelle-Figur, 2006 folgte Mira schwer verliebt. Im Jahre 2007 erschien der Roman Risiko, mit dem die Schriftstellerin erstmals einen Sinn für thrillerhafte Spannung zeigt.

Zwischen 2005 und 2007 führte Hennig von Lange zahlreiche Interviews mit bekannten Persönlichkeiten wie Bela B. und Christian Ulmen für das Magazin „Brigitte Young Miss“. Von 2007 bis 2008 war sie maßgeblich für den Kulturteil des internationalen Mode & Lifestyle-Magazin „Qvest“ verantwortlich. Zwischen 2007 und 2008 war sie als Kolumnistin für das Schweizer Mode und Lifestyle-Magazin „Bolero“ tätig. Für das Studentenmagazin „Unicum“ verfasste sie über mehrere Jahre die Kolumne „Erwachsen werden mit Alexa…“.[2]

Im September 2008 startete Alexa Hennig von Langes neue Jugendbuchreihe in dem zur „Random-House“-Verlagsgruppe gehörigen Verlag cbj; den Anfang machte Leute, ich fühle mich leicht. Lelle, tragende Figur in Hennig von Langes Werken, ist zurück und erzählt neue Geschichten aus ihrem Leben. Die weiteren Bände sollen halbjährlich veröffentlicht werden. Im März 2009 erschien mit dem Band 44 Augenblicke: Aufzeichnungen einer entschiedenen Mutter von Kirsty Gunn erstmals eine Übersetzung Hennig von Langes aus dem Englischen ins Deutsche. Zu Gunns autobiografischer Textcollage, die Auskunft gibt über ihre Entscheidung, sich ein Jahr lang statt ihrer Schriftstellerinnenkarriere nur ihren Töchtern zu widmen, schrieb Hennig von Lange auch das Nachwort der deutschen Ausgabe.

Im Sommer 2010 übernahm Alexa Hennig von Lange die Poetik-Professur für Kinder- und Jugendliteratur an der Universität Oldenburg.[3]

Zwischen 2010 und 2025 war sie Kolumnistin des Mode- und Lifestylemagazins Luna.[4]

Seit mehr als fünfzehn Jahren gibt Alexa Hennig von Lange Seminare in Creative Writing und Autofiktionalem Schreiben in Hamburg, und ab 2025 bei der ZEIT-Akademie.[5]

Zwischen 2022 und 2024 erschien Alexa Hennig von Langes Heimkehr-Trilogie. Die drei Romane basieren auf den Lebenserinnerungen ihrer Großmutter, die diese im hohen Alter auf mehr als 130 Kassetten aufnahm. Angefangen bei ihrer Kindheit im Kaiserreich, über die Weimarer Republik, die Weltwirtschaftskrise, den Beginn des Nationalsozialismus, bis in die 1960er Jahre der Bundesrepublik. Von diesen prägenden Jahren erzählt Hennig von Langes Trilogie, deren zwei Bände "Die karierten Mädchen" und "Vielleicht können wir glücklich sein" auf der SPIEGEL Bestsellerliste standen.[6]

Privates

Alexa Hennig von Lange ist Mutter von fünf Kindern.[7] Eine Tochter (* 1999) stammt aus einer frühen Beziehung und ein Sohn (* 2002) aus ihrer ersten Ehe mit Joachim Bessing.[8] Zwei Söhne (* 2011 und * 2015) sowie eine Tochter (* 2013)[9] stammen aus ihrer zweiten Ehe mit dem Reporter Marcus Jauer.[10] Die Familie zog 2015 nach Brandenburg. Im Jahr 2017 folgte ein Umzug nach Berlin, wo Hennig von Lange bereits in den Jahren 1994 bis 2015 gelebt hatte.

Bücher

Signiertes Buch

Als Herausgeberin

  • I love U – 2009

Als Übersetzerin

  • 44 Augenblicke von Kirsty Gunn – 2009
  • Ein knochenharter Job oder Wie ich half Gott zu retten von Barry Jonsberg – 2010

Mitarbeit bei:

  • Mai 3D
  • West-östliche Diven
  • Große Gefühle, kleine Katastrophen
  • Liebe bis aufs Blut
  • Hochzeitstanz
  • Die Akte Ex
  • Ich bin aber noch gar nicht müde
  • Sprung ins kalte Wasser
  • Mein Song

Literatur

  • Sandra Mehrfort: „Ich-Konstruktionen in der Popliteratur – Christian Krachts Faserland (1995), Alexa Hennig von Langes Relax (1997) und Benjamin von Stuckrad-Barres Soloalbum (1998)“ – In: Individualität als Herausforderung – Identitätskonstruktionen in der Moderne (1770-2006), hrsg. von Jutta Schlich und Sandra Mehrfort. Heidelberg: Universitätsverlag Winter, 2006, S. 181–205 (zu A.H.v.L. s. bes. S. 194–98)
  • Olaf Neumann: Alexa Hennig von Lange, in Tigo Zeyen, Anne Weber-Ploemacher (Hrsg.), Joachim Giesel (Fotos): 100 hannoversche Köpfe, Hameln: CW Niemeyer Buchverlage, 2006, ISBN 978-3-8271-9251-6 und ISBN 3-8271-9251-X, S. 82f.

Einzelnachweise

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