Alexandra Grey

US-amerikanische Schauspielerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Alexandra Jordan Grey (geboren 4. Januar 1991 in Chicago) ist eine US-amerikanische Schauspielerin. Bekannt wurde sie vor allem durch wiederkehrende Nebenrollen in Fernsehserien, beispielsweise in Empire, Transparent und Chicago Med. Ihre erste Filmhauptrolle spielte sie 2020 im Drama Gossamer Folds.

Alexandra Grey steht lächelnd an einem schwarzen Rednerpult und hält ein schwarzes Mikrofon in der rechten Hand. Sie trägt ein weißes, ärmelloses Kleid mit braunen Vogelaufdrücken. Ihre braunen Haare trägt sie auf der linken Seite bis zur Brust reichend und gewellt, auf der rechten Seite nach hinten gekämmt. Hinter ihr ist ein dunkellila Theatervorhang zu sehen.
Alexandra Grey auf einer Veranstaltung im März 2019

Leben

Alexandra Grey wurde 1991 in Chicago geboren, wo sie auch aufwuchs. Sie lebte in verschiedenen Pflegefamilien und wusste nach eigenen Angaben bereits als Kleinkind, dass sie trans war. Sie vertraute sich nicht ihren Pflegeeltern an, weil dieses Thema in der afroamerikanischen Gemeinschaft tabu sei. Nach ihrem High-School-Abschluss outete sich Grey, als sie sich noch männlich präsentierte, gegenüber ihren Eltern als homosexuell, was diese zwar akzeptieren, sie allerdings des Hauses verwiesen, als sie ihnen gestand, eine trans Frau zu sein.[1] Daraufhin begab sie sich nach Los Angeles, wo sie zunächst in einer Obdachlosen-Unterkunft für LGBT-Personen unterkam, bis sie sich eine eigene Wohnung leisten konnte. Da Grey eine Karriere als Schauspielerin oder Sängerin beginnen wollte, schrieb sie sich an der California State University, Northridge ein, an der sie das Fach Theaterwissenschaften belegte, und unterzog sich einer geschlechtsangleichenden Maßnahme.[2]

Karriere

Nachdem Grey bereits kleinere Nebenrollen in Fernsehserien wie Glee und Chasing Life spielte,[2] wurde sie 2016 in der Produktion Transparent in ihrer ersten größeren Nebenrolle verpflichtet.[3] In der Serie verkörperte sie die Jugendliche Elizah, die in einer Pflegefamilie in Los Angeles lebt und mit ihrem transphoben Umfeld zu kämpfen hat. Deswegen spielt sie mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen, weswegen sie eine Telefonseelsorge für queere Personen anruft und dort ins Gespräch mit der Hauptfigur Maura kommt, der sie ihre Probleme schildert.[4]

Im selben Jahr spielte Grey weitere Nebenrollen in Fernsehserien, so war sie in Code Black als Frau zu sehen, die sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen muss, weil diese in Verbindung zu ihren schweren gesundheitlichen Problemen stehen.[5] In einer Folge von Drunk History verkörperte sie die Aktivistin Marsha P. Johnson.[6] Sie reichte diesen und ihre Transparent-Auftritte für eine mögliche Nominierung in der Kategorie Beste Gastdarstellerin in einer Comedy-Fernsehserie bei der Primetime-Emmy-Verleihung 2017 ein, wurde aber letztlich nicht berücksichtigt.[7] In Chicago Med spielte Grey Denise, die Schwester der leitenden Krankenpflegerin Maggie Lockwood. Nachdem Denise wegen eines Unfalls in die Klinik eingeliefert wird, stellen die Ärzte bei ihr Prostatakrebs fest, der auf einen Kunstfehler während ihrer geschlechtsangleichenden Operation zurückzuführen ist.[8]

2017 war Grey in der Miniserie When We Rise zu sehen. Diese erzählt die Geschichte der Lesben- und Schwulenbewegung in den Vereinigten Staaten. Grey verkörpert Seville, eine Aktivistin und Mitglied einer LGBT-freundlichen Kirchengemeinde, die trotz ihrer Transidentität in einem Männergefängnis einsaß und ihren Lebenspartner durch AIDS verlor. Als sie zusammen mit einem Komplizen Gegenstände aus dem Auto der Hauptfigur Ken entwendet, hat dies das mögliche Ende der von der Kirche geführten Suppenküche zur Folge.[9] Ebenfalls 2017 war Grey gemeinsam mit anderen trans Darstellenden wie Trace Lysette und Elliot Fletcher[10] in einem von der Schauspielerin Jen Richards erdachten und unter anderem von der Gay and Lesbian Alliance Against Defamation produzierten Video zu sehen. In diesem forderten sie Studio-Verantwortliche und Filmproduzenten in Hollywood auf, die Anzahl der Filme mit trans Charakteren zu erhöhen beziehungsweise trans Personen allgemein öfters für große Produktionen zu verpflichten, weil durch die erhöhte Sichtbarkeit das Thema Transidentität in der Öffentlichkeit mehr diskutiert werden würde. So ließe sich ihrer Ansicht nach auch die gesellschaftliche Situation von trans Personen verbessern, die oft Angriffen ausgesetzt seien.[11]

Grey steht vor einer orange-gelben Wand mit den schwarzen Aufschriften SAG-AFTRA, Morgan Stanley und Global Sports sowie der rot-weißen Aufschrift SAG. Sie trägt ein dunkelrotes Kleid mit dünnen Trägern und ihre gewellten schwarzen Haare auf der linken Seite nach hinten gekämmt, auf der rechten Seite bis zur Brust gehend.
Grey bei einer Preisverleihung 2022

Im Herbst 2018 wurde Grey in ihrer ersten Filmhauptrolle besetzt. In Gossamer Folds spielt sie die Titelfigur, die zusammen mit ihrem Vater Edward und ihrem Freund Jimbo in einer Kleinstadt in Kansas lebt. Als der Zehnjährige Tate dort mit seinen Eltern hinzieht, freundet er sich mit Gossamer und ihrem Vater an, obwohl dies seinem Vater Billy missfällt. Als dieser irgendwann seine Familie verlässt, verbringt Tate viel Zeit bei Gossamer und ihrem Vater, die auf ihn aufpassen, während seine Mutter Frannie arbeiten muss.[12]

2019 spielte Grey eine Hauptrolle in dem mit dem Student Academy Award ausgezeichneten Kurzfilm Miller & Son,[13] in dem es um eine Automechanikerin geht, die tagsüber das Geschäft ihrer Eltern führt und erst nachts ihre Feminität ausleben kann, wobei ihr Geheimnis eines Tages aufgrund eines unvorhergesehenen Zwischenfalls zu entlarvt werden droht.[14] Im September desselben Jahres stieß sie zum Ensemble der Serie Empire. Sie spielte Melody Barnes, eine Singer-Songwriterin, die in der Vergangenheit von der Hauptfigur Lucious Lyon unter Vertrag genommen, dann aber wegen ihrer Geschlechtsidentität entlassen wurde. In der Gegenwart feiert Melody ein Comeback als Backgroundsängerin und Stimmtraininerin.[15]

Anlässlich des Juneteenth interpretierte Grey zusammen mit anderen afroamerikanischen Filmschaffenden wie Sterling K. Brown, Renée Elise Goldsberry, Audra McDonald, Joe Morton 2020 per Videoschalte von zuhause aus für das Public Theater in New York City den Monolog Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage aus dem Shakespeare-Stück Hamlet.[16] Im Oktober war sie in der Dokudrama-Serie Equal auf HBO Max über die frühe Geschichte der LGBT-Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten als Lucy Hicks Anderson zu sehen, eine von den 1920er bis 1940er Jahren beliebte Persönlichkeit der High Society von Oxnard.[17]

2021 erhielt Grey eine wiederkehrende Nebenrolle in der CBS-Serie MacGyver. Sie spielte Parker, eine Ingenieurin aus Phoenix und neues Mitglied im Team der Titelfigur.[18] Im selben Jahr wurde sie erneut in einer Spielfilm-Hauptrolle besetzt. In der Produktion Murder Motel[19] (ursprünglicher Titel Replica) ist Grey als aufstrebende Schauspielerin zu sehen, die während einer Reise in einem Vorort von Los Angeles einem Drogendealer begegnet, der sich trotz seiner rechtsextremen Ansichten in sie verliebt.[20] Einige Monate später erhielt Grey eine weitere Hauptrolle. Im Independentfilm Dope Queens verkörperte sie eine Frau, die zusammen mit zwei Freunden eine durchzechte Nacht im Stadtviertel Tenderloin von San Francisco verbringt.[21]

Im März 2022 feierte Grey ihr Theaterdebüt am Off-Broadway. Im City Center spielte sie in einer Adaption des Broadway-Stücks The Life die Protagonistin Queen. Es wurde von ihrem Kollegen Billy Porter verfasst, der auch Regisseur der Aufführung war, und handelt von einer Gruppe trans Prostituierter, die sich in den 1980er Jahren in New York gegen die ihnen widerfahrenen Diskriminierungen behaupten will.[22]

Anfang 2025 war Grey abermals Hauptdarstellerin. Im Film Regarding Us spielte sie Veronica, eine Lehrerin an einer katholischen Schule, die aufgrund ihrer Geschlechtsidentität plötzlich entlassen wird und durch eine zufällig entstandene Freundschaft mit einem alleinerziehenden Vater sowie dessen Tochter neuen Lebensmut gewinnt.[23]

Filmografie (Auswahl)

Einzelnachweise

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