Alfred Hutty

US-amerikanischer Maler, Grafiker und Glasgestalter From Wikipedia, the free encyclopedia

Alfred Heber Hutty (* 15. September 1877 in Grand Haven, Ottawa County, Michigan; † 27. Juni 1954 in Woodland, Ulster County, New York) war ein US-amerikanischer Maler, Grafiker und Glasgestalter.[1] Er zählt zu den führenden Künstlern der sogenannten Charleston Renaissance, einer kulturellen Blütezeit in Charleston (South Carolina) in den 1920er und 1930er Jahren.

Alfred Hutty: The Red Bud (1922)

Leben

Alfred Hutty wuchs in Kansas City, Missouri, auf. Aufgrund seines künstlerischen Talents erhielt er im Alter von 15 Jahren ein Stipendium an der neu gegründeten Kansas City School of Fine Arts. Er arbeitete zunächst als Glaser und Glasdesigner, unter anderem in Kansas City, St. Louis und schließlich im Tiffany Glass Studio in New York City. Im Jahr 1908 begann Alfred Hutty ein Studium bei dem Tonalisten L. Birge Harrison in Woodstock, New York. Er schloss sich der dort entstehenden Künstlerkolonie an und erwarb ein ländliches Anwesen, das ihm als Rückzugsort und Arbeitsstätte diente. Während des Ersten Weltkriegs war Alfred Hutty als Tarnmaler für das United States Marine Corps tätig. Nach Kriegsende führte ihn die Suche nach einer neuen Anstellung im Jahr 1919 erstmals nach Charleston in South Carolina, das sein Lehrer Harrison bereits regelmäßig besucht hatte. Begeistert von der Stadt ließ er sich dort nieder und sandte seiner Frau das Telegramm „Come quickly, have found heaven“ (Komm schnell, ich habe das Paradies gefunden). Von 1920 bis 1924 war er Direktor der Carolina Art Association (heute Gibbes Museum of Art) und engagierte sich maßgeblich im kulturellen Leben der Stadt. Gemeinsam mit Künstlerinnen wie Alice Ravenel Huger Smith, Elizabeth O'Neill Verner und Anna Heyward Taylor avancierte er zu einem der führenden Vertreter der Charleston Renaissance. Mit seinen Werken trug er zur Förderung des aufkommenden Kulturtourismus bei.[2]

Alfred Hutty: Magnolia Gardens (1920). Gibbes Museum of Art

Ab 1921 widmete sich Alfred Hutty intensiv der Radierung. 1923 war er Mitbegründer des Charleston Etchers Club und erlangte bald darauf nationale Anerkennung als Druckgrafiker. Seine bevorzugten Sujets waren Landschaften, Straßenszenen und die Alltagsarchitektur von Charleston und dem Lowcountry. Seine Darstellungen zeichneten sich durch eine realistische Wiedergabe des städtischen Verfalls und der afroamerikanischen Bevölkerung aus, ohne jedoch soziale Themen explizit zu behandeln. 1926 unternahm Alfred Hutty eine längere Europareise. Anschließend teilte er seine Zeit zwischen Woodstock im Sommer und Charleston im Winter auf. Dieses Rhythmus behielt er bis zu seinem Tod bei. Alfred Hutty war Mitglied bedeutender künstlerischer Organisationen wie der Society of American Etchers, der Allied Artists of America, des National Arts Clubs und der American Watercolor Society und engagierte sich für den Erhalt der historischen Bausubstanz Charlestons.[3]

Alfred Huttys Werke wurden national und international ausgestellt, unter anderem im Art Institute of Chicago, in der National Academy of Design und in der American Watercolor Society. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Scarab Club Medal des Detroit Institute of Arts und den Logan Prize des Art Institute of Chicago. Seine Werke befinden sich heute in bedeutenden Sammlungen, beispielsweise im Gibbes Museum of Art in Charleston, im Metropolitan Museum of Art in New York, im Los Angeles County Museum of Art, im Greenville County Museum of Art, im Cleveland Museum of Art und im South Carolina State Museum in Columbia.

Literatur

  • Sara C. Arnold: Charleston Etchers. Gibbes Museum of Art, Charleston, 2013.
  • Philip C. Brooks: Alfred Hutty of Charleston. Carolina Art Association, Charleston, 1956.

Einzelnachweise

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