Ali Reza Sheikh Attar

iranischer Politiker und Diplomat From Wikipedia, the free encyclopedia

Ali-Reza Sheikh Attar (persisch علیرضا شیخ عطار Ali-Reza Scheich Attar, DMG ʿAlīreżā Šayḫ ʿAṭṭār; * 9. Juni 1952 in Teheran) ist ein iranischer Diplomat und war von 2008 bis 2014 Botschafter der Islamischen Republik Iran in Deutschland.

Ali Reza Sheikh Attar (2010)

Leben

Nach einem Bachelor im Fach Chemie der Scharif-Universität für Technologie in Teheran erlangte Sheikh Attar den Master im Fach Management. Sheikh Attar spricht Persisch (Muttersprache), Englisch und Türkisch sowie Arabisch.[1] Er ist verheiratet und Vater dreier Kinder.

Berufliche und diplomatische Tätigkeiten

Nach Angaben der iranischen Botschaft enthält Attars Lebenslauf folgende Stationen:[2]

Weitere Informationen von, bis ...
vonbisTätigkeit als
19761977Ingenieur bei der Firma Polyacryl
19771979Direktor der Firma Polyacryl[3]
19801985Gouverneur der Provinzen Kordestān und West-Aserbaidschan
19851989Stellvertretender Industrieminister
19901992Berater des iranischen Außenministers für die GUS-Staaten
19921998Botschafter in Indien
19981999Generaldirektor im Büro des Außenministers
19992005Berater des Obersten Nationalen Sicherheitsrats und Forschungsdirektor für Asien im Zentrum für Strategische Studien
20032005Geschäftsführer und Chefredakteur der Zeitung Hamshahri
20052007Vize-Außenminister für Wirtschaftsangelegenheiten
20072008Stellvertretender Außenminister und Vizeminister für die Region Mittlerer Osten und GUS-Staaten
20082014Botschafter der Islamischen Republik Iran in Deutschland
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Sheikh Attar gilt als enger Gefolgsmann des umstrittenen ehemaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, der zeitgleich zu Sheikh Attars Tätigkeit als Gouverneur in der Provinz Kordestān in der Provinz Ardabil als Gouverneur tätig war.

Botschafter in Deutschland

Am 24. Oktober 2008 wurde Sheikh Attar, der nicht Deutsch spricht,[4] nach längerem diplomatischen Tauziehen als Botschafter der Islamischen Republik Iran in Deutschland akkreditiert.[1] Er folgte damit dem ehemaligen Botschafter Mohammad-Mehdi Achundsade Basti, der nur kurz nach dem langjährigen iranischen Botschafter Seyed Shamseddin Khareghani im Amt verweilte. Sheikh Attar stand an der Schnittstelle zwischen zwei Ländern, deren bilateralen Traditionen bis in die Kaiserzeit des Deutschen Reiches zurückreichen und zweimal von 1917 bis 1922, bedingt durch den Ersten Weltkrieg und von 1941 bis 1953, bedingt durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen waren.[5] Sein Nachfolger seit 2014 ist Ali Majedi.

Der Botschafter in Deutschland gilt als Koordinator der westeuropäischen Botschafter der iranischen Regierung. Sheikh Attar ist immer wieder Adressat von so genannten Urgent Actions durch Amnesty International.

Kritik

Die Vergangenheit von Sheikh Attar als Gouverneur der Provinzen Kordestān und West-Aserbaidschan führt immer wieder zu massiver Kritik, offenem Protest und Ausschließung des Botschafters von Einladungen, so geschehen anlässlich Vorträgen bei der Heinrich-Böll-Stiftung und der Naumann-Stiftung, einer Konferenz in der Königin-Luise-Stiftung in Berlin,[6][7][8] einer Podiumsdiskussion in Osnabrück im Juni 2010 sowie einer von der Stiftung Schloss Neuhardenberg geplanten und aufgrund von Protesten kurzfristig abgesagten Diskussion mit Rüdiger Safranski am 15. Oktober 2011.[9][10][11]

Kurdische Oppositionelle des Nationalen Widerstandsrats des Iran und Menschenrechtsaktivisten werfen vor, sein älterer Bruder Hossein Sheikh Attar sei in den Mordanschlag auf Schapur Bachtiar involviert gewesen.[12]

Siehe auch

Schriften

  • 1982: Kurdistan
  • 1992: Die Wurzeln politischen Verhaltens in Kaukasus und Zentralasien
  • 2002: Religion und Politik in Indien
  • 2003: Die Kurden und die regionalen und überregionalen Mächte
  • zahlreiche Beiträge in persischer und englischer Sprache zu den Themen Management, Zentralasien, Indien, Irak und Kurdistan

Einzelnachweise

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