Rüdiger Safranski

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Rüdiger Safranski (* 1. Januar 1945 in Rottweil) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler, Philosoph und Schriftsteller.

Rüdiger Safranski auf der Frankfurter Buchmesse 2015
Signatur von Rüdiger Safranski

Leben und Wirken

Safranskis Eltern stammten aus Ostpreußen, seine Mutter floh mit ihm schwanger aus Königsberg, kurz bevor die große Flüchtlingswelle aus den Ostgebieten und die Zerstörung der Stadt begann.[1] Er wuchs unter dem prägenden Einfluss seiner pietistischen Großmutter auf. Seine Eltern waren zwar konfessionslos, bildeten aber, da sie wegen Berufstätigkeit meist abwesend waren, ein so geringes Gegengewicht, dass Safranski nach dem 1964 absolvierten Abitur am humanistischen Gymnasiums in Rottweil Theologie studieren wollte. Nach dem pflichtgemäß vorher absolvierten diakonischen Halbjahr im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Loßburg/Rodt entschied er sich jedoch dagegen.[2] Er studierte stattdessen ab 1965 Philosophie (unter anderem bei Theodor W. Adorno[3]), Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Freien Universität Berlin. 1970 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der maoistisch orientierten Kommunistischen Partei Deutschlands/Aufbauorganisation (KPD/AO).[4] An der Freien Universität Berlin arbeitete er von 1972 bis 1977 als wissenschaftlicher Assistent im Fachbereich Germanistik und wurde im Februar 1976 bei Gerhard Bauer mit der Arbeit Studien zur Entwicklung der Arbeiterliteratur in der Bundesrepublik promoviert (Zweitgutachter war Eberhard Lämmert).

Rüdiger Safranski (re.) auf dem Blauen Sofa der Frankfurter Buchmesse 2013

Ab dem ersten Heft vom November 1976 arbeitete Safranski als Ständiger Mitarbeiter und ab dem zehnten Heft vom Februar 1979 als Mitherausgeber und Redakteur der Berliner Hefte : Zeitschrift für Kultur und Politik.[5] Von 1977 bis 1982 wirkte er als Dozent in der Erwachsenenbildung und ließ sich 1987 als freier Schriftsteller in Berlin nieder. Er wurde vor allem durch Monografien zu Friedrich Schiller, E. T. A. Hoffmann, Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche, Johann Wolfgang von Goethe und Martin Heidegger bekannt. Er ist seit 1994 Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und seit 2001 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Von 2002 bis 2012 moderierte er zusammen mit Peter Sloterdijk das Philosophische Quartett im ZDF. Der Akademische Senat der Freien Universität Berlin bestellte Rüdiger Safranski im Sommer 2012 zum Honorarprofessor am Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften.[6]

Von September 2012 bis Mai 2014 nahm Safranski gemeinsam mit Elke Heidenreich und Hildegard Elisabeth Keller an der Sendung Literaturclub des Schweizer Fernsehens teil, die von Stefan Zweifel moderiert wurde. 2015 wurde er eingeladen, die Festrede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele zu halten.[7]

Safranski distanzierte sich Ende 2015 von der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung unter Angela Merkel und insbesondere der propagierten „Begrüßungskultur“, die „nur eine Weile lang Spaß“ mache. Er sprach von „bald mehrere[n] Millionen“ Flüchtlingen und erklärte, dass die nächste Flüchtlingswelle aus Afghanistan bereits anrolle.[8] Gegenüber der Welt äußerte er: „Die Politik hat die Entscheidung getroffen, Deutschland zu fluten“.[9] Der Publizist Georg Seeßlen warf ihm – sowie Peter Sloterdijk – daraufhin vor, einen antimodernen Diskurs der politischen Rechten aufzugreifen und dazu beizutragen, dass eine vernunftgeleitete Diskussion nicht mehr möglich sei. Sexuell interpretierbare Metaphern innerhalb der Diskussion um Flüchtlinge, beispielsweise die der „Flut“, seien hinreichend analysiert worden und Safranski könne hier keine Unkenntnis unterstellt werden.[10]

Im Jahr 2005 heirateten Safranski und seine langjährige Lebensgefährtin Gisela Nicklaus. Seit 2009 lebt er in Badenweiler.[11]

Publikationen (Auswahl)

Interviews

Auszeichnungen

Commons: Rüdiger Safranski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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