Almadasuchus

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Almadasuchus, benannt nach dem Fundort Puesto Almada in der Provinz Chubut, ist eine Gattung ausgestorbener Krokodilartiger aus dem Oberjura von Argentinien. Die einzige bekannte Art ist Almadasuchus figarii. Der Name ehrt den Geologen Eduardo G. Figari. Almadasuchus war einer der jüngsten Krokodilartigen außerhalb der Crocodyliformes.[1]

Schnelle Fakten Zeitliches Auftreten, Fundorte ...
Almadasuchus

Rekonstruktion von Almadasuchus figarii mit Hervorhebung der bekannten Fossilien.

Zeitliches Auftreten
Oberjura (Oxfordium)
163,5 bis 157,3 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Archosauria
Pseudosuchia
Crocodylomorpha
Solidocrania
Hallopodidae
Almadasuchus
Wissenschaftlicher Name
Almadasuchus
Pol et al., 2013
Arten
  • Almadasuchus figarii
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Beschreibung

Die Gattung ist aktuell nur von fragmentarischen Resten bekannt, die wahrscheinlich von einem einzelnen Individuum stammen. Überliefert sind der noch zusammenhängende hintere Teils des Schädels, das Zwischenkieferbein und Reste von Gaumen und Unterkiefer, sowie eine Speiche und ein Oberschenkelknochen. Almadasuchus lässt sich unter anderem durch eine große Einkerbung im oberen Schläfenfenster, sowie durch Merkmale des Schuppenbeins und Quadratbeins von anderen Krokodilartigen unterscheiden.[1]

Almadasuchus vereint in sich Merkmale urtümlicher Krokodilartiger ("Sphenosuchia") und fortschrittlicher Crocodyliformes. Das Zwischenkieferbein von Almadasuchus überlappt den Oberkieferknochen, ist aber noch nicht fest verschmolzen wie bei den Crocodyliformes. Ebenfalls ursprünglich ist die Form des Gaumenbeins. Anders als bei den späteren Krokodilen trägt dieser Knochen nicht zum sekundären Gaumen bei. Der Oberschenkelknochen ist in seiner Ausprägung ebenfalls mehr mit dem Zustand bei urtümlichen Krokodilartigen zu vergleichen.

Merkmale, die Almadasuchus mit den Crocodyliformes teilt, umfassen die stark strukturierte Oberfläche des Stirnbeins, sowie die flache und ebenfalls strukturierte Oberfläche des Postorbitale. Eine Verbindung zwischen Flügelbein und Keilbein fehlt. Die Speiche ist im Verhältnis zum Oberschenkelknochen länger als bei den "Sphenosuchiern". Die Knochen des hinteren Schädels waren charakteristisch wie bei den späteren Krokodilen verschmolzen und zueinander entsprechend unbeweglich ("akinetisch").[1]

Almadasuchus ist der erste urtümliche Krokodilartige, für den ein digitaler Schädelausguss erstellt werden konnte. Der Ausguss ist wie bei den Thalattosuchia lang gezogen, zeigt aber weiterhin Gemeinsamkeiten mit dem anderer früherer Krokodilartiger. Der Schädel von Almadasuchus ist stark pneumatisiert.[2]

Systematik und Evolution

Phylogenetische Analysen ergaben für Almadasuchus eine Stellung innerhalb der Krokodilartigen, aber noch außerhalb der Crocodyliformes (zu denen unter anderem auch die modernen Krokodile gehören). Almadasuchus ist dabei außergewöhnlich jung, die meisten anderen urtümlichen Krokodilartigen haben während der Trias gelebt. Gemeinsam mit den Gattungen Hallopus und Macelognathus wird Almadasuchus in die Familie Hallopodidae gestellt. Die Hallopodidae gilt aktuell als Schwestertaxon der Crocodyliformes.

Kladogramm nach Young et al. (2024) mit den Verwandtschaftsverhältnissen der Hallopodidae basierend auf Leardi et al. (2017):[3][4]

 Crocodylomorpha 

Carnufex


   


Pseudhesperosuchus


   

Trialestes


   

Terrestrisuchus


   

Hesperosuchus


   

Dromicosuchus




Vorlage:Klade/Wartung/3

   

Sphenosuchus


   

Dibothrosuchus


 Solidocrania 

Junggarsuchus


   
 Hallopodidae 

Almadasuchus


   

Hallopus


   

Macelognathus




   

Crocodyliformes








Die Fossilien von Almadasuchus stellen ein wichtiges Puzzlestück in der Evolution der Krokodile dar. Der Schädel der modernen Krokodile ist im Vergleich zu den frühen Krokodilartigen deutlich spezialisiert um den hohen Beißkräften standzuhalten. Eine dieser Anpassungen ist die Verschmelzung der Schädelknochen. Während bei dem ähnlich alten Junggarsuchus das Quadratbein bereits stabil mit dem Exoccipitale (ein Knochen des Hinterhaupts) verbunden war, berührt das Quadratbein von Almadasuchus zusätzlich das Keilbein. Eine Beweglichkeit des Kiefergelenks relativ zum Hirnschädel (Schädelkinese), wie man es von vielen anderen Diapsiden kennt, war deshalb nicht mehr gegeben. Bei den späteren Crocodyliformes kam es im Lauf der Evolution zu einer weiteren Verschmelzung anderer Teile des Schädels, unter anderem des Gaumens. Almadasuchus zeigt dabei, dass sich die Entwicklung zu dem hochspezialisierten Schädel der Krokodile schrittweise vollzogen hat.[1]

Einzelnachweise

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