Alter jüdischer Friedhof (Prenzlau)
Begräbnisort im Landkreis Prignitz
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Der Alte jüdische Friedhof in Prenzlau ist ein Begräbnisort im Landkreis Uckermark, der hauptsächlich bis 1886 belegt wurde.
Geschichte
In Prenzlau gab es bereits im Mittelalter „vor dem Steintor“ einen jüdischen Friedhof, der für das Jahr 1355 belegt ist. Er lag an der heutigen Friedhofstraße, gegenüber dem heutigen Stadtfriedhof und ist nicht erhalten. Wie lange er belegt wurde, ist nicht bekannt.[1][2]
1716 wurde zwischen Wasser- und Hexenturm im heutigen Stadtpark ein neuer Friedhof angelegt und mit dem Anwachsen der jüdischen Bevölkerung 1748, 1773, 1799, 1840 und 1846 auf zuletzt 2210 Quadratmeter erweitert.[1][2] Im Juli 1847 erfolgte die offizielle Gründung der Prenzlauer Synagogengemeinde, der auch Brüssow und Strasburg angehörten. Sie war die größte Gemeinde in der Uckermark und hatte einen eigenen Rabbiner.[3] Von den 434 jüdischen Mitgliedern bei der Gründung stammten 360 aus Prenzlau.[4] Nach der Einweihung des neuen jüdischen Friedhofs am Süßen Grund im Jahre 1886 fanden zwischen 1900 und 1919 nur noch acht Beerdigungen auf dem alten Friedhof statt.[1][2]
In der Zeit des Nationalsozialismus forderte die Stadt Prenzlau 1935 von der jüdischen Gemeinde die Schließung und Räumung des Friedhofs zum 1. Januar 1936, um die Fläche an den nahen „Adolf-Hitler-Park“ anschließen zu können. Während der Novemberpogrome 1938 wurde der Friedhof geschändet. Das Gelände wurde 1940 an die Stadt zwangsverkauft und Teil des städtischen Parks. Die Bruchstücke der Grabsteine wurden zu Kopfsteinpflaster verarbeitet und für den Straßenbau zweckentfremdet.[1][2] 1952 wurde die Fläche von der DDR zum Volkseigentum erklärt.[2]
Umgestaltung und Gedenken
Nach 1990 wurden die als Pflastersteine verwendeten Grabsteinfragmente aus der Brückenstraße und der Straße nach Wittenhof geborgen. Im Jahr 2003 erfolgte eine Umgestaltung zur Gedenkstätte, als eine deutsch-polnische Gruppe aus Schülern des 9. Lyzeums Szczecin und Schülern des Städtischen Gymnasiums Prenzlau aus den Fragmenten eine Gedenkwand gestalteten und die Grenzen des Friedhofs mit Feldsteinen markierten.[5] Im November 2003 wurde das Areal an die Jüdische Gemeinde Brandenburg übergeben. Tafeln informieren über die Geschichte des Ortes.[2] 2018 wurden weitere Grabsteinfragmente gefunden.[1]