Alvah J. Miller

Filmtechniker, Oscar-Preisträger From Wikipedia, the free encyclopedia

Alvah „Al“ J. Miller ist ein Filmtechniker und Entwickler von elektronischen Geräten zur Erzeugung visueller Effekte, insbesondere im Bereich der Motion-Control-Fotografie. Er wurde dreimal mit dem Oscar für Wissenschaft und Entwicklung und zweimal mit dem Oscar für technische Verdienste ausgezeichnet.

Leben

Alvah J. Miller betrieb Anfang der 1970er Jahre das Elektronikunternehmen Al Miller Electronics.[1] Douglas Trumbull, der in den frühen 1970er Jahren mit verschiedenen Ideen experimentierte, die ihm wiederholbare Kamerabewegungen ermöglichen würden, beauftragte Jerry Jeffress und Miller mit der Entwicklung eines MiniScan genannten Systems, das im Wesentlichen ein Drehzahlregler war, der von digitalen Timern und Frame Countern gesteuert wurde und so programmiert werden konnte, dass er bis zu vier Impulsmotoren gleichzeitig ansteuern konnte.[2][3] 1975 engagierte John Dykstra Jeffress und Miller als Berater und Konstrukteure für die Entwicklung eines deutlich verbesserten Motion-Control-Kamerasystems, das später Dykstraflex genannt wurde.[3][4][5] Das System wurde zuerst in den Science-Fiction-Filmen Krieg der Sterne und Unheimliche Begegnung der dritten Art genutzt.[6]

Nach dem Ende der Arbeiten an Krieg der Sterne erhielten die Mitarbeiter und Berater des Teams kein neues Projekt von Industrial Light & Magic (ILM).[1] In den ursprünglichen Räumlichkeiten von ILM in Van Nuys gründeten John Dykstra, Grant McCune, Robert „Bob“ Shepherd, Richard „Dick“ Alexander, Alvah Miller, Lorne Peterson und Richard Edlund das Spezialeffektunternehmen Apogee, Inc.[7] Dort arbeitete Miller als Elektronikkonstrukteur unter anderem an den Filmen Kampfstern Galactica und Firefox.

1982 gründete Miller mit Paul D. Johnson, mit dem er bei Apogee gearbeitet hatte, das Unternehmen Lynx Robotics, mit dem sie weiter an der Entwicklung und Verfeinerung der Motion-Control-Technologie arbeiteten.[8][9] Paul D. Johnson starb im August 2003. Ab dem Jahr 2004 arbeitete Miller mit Michael Sorensen und J. Walt Adamczyk verstärkt am Aerohead-Projekt, einem leichten und programmierbaren, ferngesteuerten 3-Achsen-Kamerakopf.[10]

Filmografie

Auszeichnungen

Miller wurde dreimal mit dem Oscar für Wissenschaft und Entwicklung ausgezeichnet:[11]

  • Oscarverleihung 1978: Auszeichnung mit dem Scientific or Technical Award (Class II), an John Dykstra für „die Entwicklung einer Anlage, die speziell auf die Fotografie mit visuellen Effekten ausgerichtet ist“ sowie an Alvah J. Miller und Jerry Jeffress „für die Entwicklung des elektronischen Motion-Control-Systems, das bei der Filmfotografie für visuelle Effekte mit Mehrfachbelichtung zum Einsatz kommt.“
  • Oscarverleihung 1989: Auszeichnung mit dem Scientific and Engineering Award, an Bill Tondreau (Tondreau Systems), Alvah J. Miller und Paul D. Johnson (Lynx Robotics), Peter Regla (Elicon), Dan Slater, Bud Elam (Interactive Motion Central), Joe Parker (Interactive Motion Central) und Billy Bryan (Interactive Motion Central), Jerry Jeffress, Ray Feeney, Bill Holland, Kris Brown „für ihre individuellen Beiträge und die gemeinsamen Fortschritte, die sie der Filmindustrie im Bereich der Motion-Control-Technologie gebracht haben“
  • Oscarverleihung 2001: Auszeichnung mit dem Scientific and Engineering Award, an Alvah J. Miller und Paul D. Johnson (Lynx Robotics) „für das Elektronik- und Softwaredesign des Lynx C-50 Kameramotorsystems. Dieser Kameramotor, der mit programmierbaren Mikroprozessoren betrieben wird, erreicht einen beispiellosen Bereich präzise gesteuerter Geschwindigkeiten in eigenständigen Kameras oder bei Synchronisation mit Bewegungssteuerungssystemen.“

Zudem erhielt er zweimal den Oscar für technische Verdienste:[11]

  • Oscarverleihung 2001: Auszeichnung mit dem Oscar für technische Verdienste, an Bill Tondreau (Kuper Systems), Alvah J. Miller, Paul D. Johnson (beide Lynx Robotics) und David Stump (Visual Effects Rental Services) „für die Konzeption, das Design und die Entwicklung von Datenerfassungssystemen, die eine überragende Genauigkeit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit bei der Erstellung von Composite-Bildern ermöglichen. Diese Systeme zeichnen Live-Action-Kamera- und Achsen-Daten digital auf, ohne den Live-Action-Produktionsprozess nennenswert zu beeinträchtigen, wodurch die Komposition visueller Effekte schneller und kostengünstiger wird.“
  • Oscarverleihung 2006: Auszeichnung mit dem Oscar für technische Verdienste, an Alvah Miller, Michael Sorensen, J. Walt Adamczyk „für das Design und die Entwicklung des Aerohead-Motion-Control-Kamerakopfes und des J-Viz-Pre-Visualization-Systems. Dieser ferngesteuerte Kopf erfüllt nicht nur die Anforderungen von Live-Action-Filmemachern, sondern bietet auch die Funktionalität eines motion-gesteuerten Kopfes, der anspruchsvolle Kachel- und Pre-Visualization-Techniken ermöglicht.“

Einzelnachweise

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