Jerry Jeffress
australischer Filmtechniker und Entwickler von elektronischen Geräten zur Erzeugung visueller Effekte US-amerikanischer Herkunft
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Jerry L. Jeffress (* in Oklahoma, Vereinigte Staaten) ist ein australischer Filmtechniker und Entwickler von elektronischen Geräten zur Erzeugung visueller Effekte. Er wurde dreimal mit dem Oscar für Wissenschaft und Entwicklung ausgezeichnet.
Leben
Jerry Jeffress wurde in Oklahoma geboren.[1] Er studierte von 1959 bis 1964 Chemie an der University of California, Berkeley.[2] Nach einer Reise durch Kanada arbeitete Jeffress von 1966 bis 1968 als Chemiker in der Qualitätskontrolle für Durkee Famous Foods im kalifornischen Berkeley.[2] Von 1968 bis 1972 war Jeffress Operations Manager des Low Visibility Aircraft Simulators im Ames Research Center der NASA.[2] 1972 gründete Jeffress in Berkeley das Unternehmen Interface Systems Inc., mit dem er bis 1975 kundenspezifische Netzwerkkarten für die University of California in Berkeley und die NASA Ames Research Facility entwickelte.[2] Zu dieser Zeit arbeitete Jeffress mit Alvah J. Miller von Al Miller Electronics zusammen.
Douglas Trumbull, der in den frühen 1970er Jahren mit verschiedenen Ideen experimentierte, die ihm wiederholbare Kamerabewegungen ermöglichen würden, beauftragte schließlich Jeffress und Miller mit der Entwicklung eines MiniScan genannten Systems, das im Wesentlichen ein Drehzahlregler war, der von digitalen Timern und Frame Countern gesteuert wurde und so programmiert werden konnte, dass er bis zu vier Impulsmotoren gleichzeitig ansteuern konnte.[3][4] 1975 engagierte John Dykstra Jeffress und Alvah J. Miller als Berater und Konstrukteure für die Entwicklung eines deutlich verbesserten Motion-Control-Kamerasystems, das später Dykstraflex genannt wurde.[4][5][6] Das System wurde für die Nutzung in den Science-Fiction-Filmen Krieg der Sterne und Unheimliche Begegnung der dritten Art entwickelt.[7]
George Lucas stellte Jeffress 1979 als Leiter des Electronics Department von Industrial Light & Magic (ILM) ein, wo er bis 1983 ein Team von neun Mitarbeitern führte, dass alle elektronischen Effektgeräte entwarf und konstruierte, die bei ILM in diesen Jahren bei Dreharbeiten zum Einsatz kamen.[2] Die von Jeffress und seinem Team entwickelten Geräte wurden unter anderem bei den Dreharbeiten für Das Imperium schlägt zurück, Jäger des verlorenen Schatzes, Der Drachentöter, Poltergeist, E.T. – Der Außerirdische, Die Rückkehr der Jedi-Ritter, Indiana Jones und der Tempel des Todes und Ghostbusters – Die Geisterjäger genutzt.
Von 1983 bis 1987 leitete Jeffress das von ihm gegründete Unternehmen Software Systems and Associates, das Controller für optische Printer sowie Spezialeffektgeräte und Computergrafik-Software für die Filmproduktion entwickelte und herstellte.[2]
Von 1979 bis 1985 war Jeffress Mitglied des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE).[2]
1987 zog er nach Australien und arbeitete dort zunächst bis 1994 als Co-Moderator der Internet Roadshow, die Schulen in Far North Queensland besuchte und zur Gründung von Bushnet führte, dem ersten Netzwerk von Schulen mit Internetanschluss im äußersten Norden der Region.[2] Er leitete auch diverse Projekte an Schulen der Region, veröffentlichte ein digitales Schulmagazin und erstellte die Bushnet Website.[2] Mit seiner Frau Melissa betreibt er in Herberton in Far North Queensland das Unternehmen JaMworks, mit dem sie Multimedia-Projekte mit lokalen Inhalten, Internet- und Bildungsinhalten sowie Themen rund um nachhaltiges Leben umsetzen.[2] 1990 nahmen beide die australische Staatsbürgerschaft an.[2]
Filmografie
- 1977: Unheimliche Begegnung der dritten Art (Close Encounters of the Third Kind)
- 1980: Das Imperium schlägt zurück (The Empire Strikes Back)
- 1981: Jäger des verlorenen Schatzes (Raiders of the Lost Ark)
- 1981: Der Drachentöter (Dragonslayer)
- 1982: Poltergeist
- 1982: E.T. – Der Außerirdische (E.T. the Extra-Terrestrial)
- 1983: Die Rückkehr der Jedi-Ritter (Return of the Jedi)
- 1984: Indiana Jones und der Tempel des Todes (Indiana Jones and the Temple of Doom)
- 1984: Ghostbusters – Die Geisterjäger (Ghostbusters)
- 1986: Der Knabe, der fliegen konnte (The Boy Who Could Fly)
- 1986: Big Trouble in Little China
Auszeichnungen
Jeffress wurde dreimal mit dem Oscar für Wissenschaft und Entwicklung ausgezeichnet:[8]
- Oscarverleihung 1978: Auszeichnung mit dem Scientific or Technical Award (Class II), an John Dykstra für „die Entwicklung einer Anlage, die speziell auf die Fotografie mit visuellen Effekten ausgerichtet ist“ sowie an Alvah J. Miller und Jerry Jeffress „für die Entwicklung des elektronischen Motion-Control-Systems, das bei der Filmfotografie für visuelle Effekte mit Mehrfachbelichtung zum Einsatz kommt.“
- Oscarverleihung 1987: Auszeichnung mit dem Scientific and Engineering Award, an Richard Edlund, Gene Whiteman, Mark West, Jerry Jeffress und Bob Wilcox „für die Konstruktion und Entwicklung eines optischen Printers vom Typ Zoom Aerial (ZAP) 65 mm“
- Oscarverleihung 1989: Auszeichnung mit dem Scientific and Engineering Award, an Bill Tondreau (Tondreau Systems), Alvah J. Miller und Paul D. Johnson (Lynx Robotics), Peter Regla (Elicon), Dan Slater (Interactive Motion Central), Bud Elam (Interactive Motion Central), Joe Parker und Billy Bryan (Interactive Motion Central), (Interactive Motion Central), Jerry Jeffress, Ray Feeney, Bill Holland, Kris Brown „für ihre individuellen Beiträge und die gemeinsamen Fortschritte, die sie der Filmindustrie im Bereich der Motion-Control-Technologie gebracht haben“
Weblinks
- Jerry Jeffress bei IMDb
- Jerry Jeffress bei academycollection.org