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Amami-Ōshima

Insel in Japan From Wikipedia, the free encyclopedia

Amami-Ōshima (jap. 奄美大島, dt. „große Amami-Insel“) ist eine zur Amami-Gruppe gehörende Insel im Pazifischen Ozean. Sie ist Teil der japanischen Präfektur Kagoshima. Amami-Ōshima hat eine Fläche von 712,35 km²[1] und steht damit auf Rang fünf der „sonstigen“ Inseln Japans neben den vier Hauptinseln.

Schnelle Fakten
Amami-Ōshima
Strand in Kasari, Amami
Gewässer Ostchinesisches Meer
Inselgruppe Amami-Inseln
Geographische Lage 28° 17′ N, 129° 22′ O
Amami-Ōshima (Präfektur Kagoshima)
Amami-Ōshima (Präfektur Kagoshima)
Fläche 712,35 km²
Höchste Erhebung Yuwan-dake
694 m
Einwohner 73.000 (2013)
102 Einw./km²
Hauptort Amami
Karte der Amami-Inseln
Karte der Amami-Inseln
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Geschichte

Zum ersten Mal wird die Insel Amami – hier 海見島 ‚Meeresblickinsel‘ geschrieben – 657 urkundlich im Nihon Shoki erwähnt. Im Altertum diente die Insel als südlicher Wegpunkt der japanischen Gesandten zum Hof Tang-Chinas (618–907). Im Laufe der Zeit wurde die Insel vergessen, bis im Mittelalter ein Anji (Feudalherr) die Insel erreichte. Im 15. Jahrhundert wurde die Insel Teil des Königreichs Ryūkyū. 1609 wurde das Königreich Ryūkyū vom japanischen Satsuma-han erobert und 1611 auch Amami.

Verwaltungsgliederung

Verwaltungsgliederung von Amami-Ōshima
(Amami)

Verwaltungstechnisch ist die Insel aufgeteilt in die Stadt Amami und den Landkreis Ōshima. Die Stadt Amami wurde am 20. März 2006 durch den Zusammenschluss der Stadt Naze, der Gemeinde Kasari sowie des Dorfs Sumiyō geschaffen. Der Landkreis Ōshima ist weiter unterteilt in die Gemeinde Tatsugō und die Dörfer Yamato und Uken sowie einen Teil der Stadt Setouchi.

Geographie

Demographie

Die Bevölkerung zählte im Jahr 2020 insgesamt 59.828 Einwohner. Damit war sie rückläufig gegenüber einer Zahl von 73.643 Einwohnern im Jahr 1995.[2]

Weitere Informationen Jahr ...
Jahr 1995 2000 2005 2010 2015 2020
Einwohnerzahl 73.643 71.827 68.617 64.107 59.828 57.511
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Klima

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kasari, Nordende von Amami-Ōshima
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Temperatur (°C) 15,0 15,8 17,2 19,8 22,7 25,5 28,6 28,9 27,5 24,7 21,1 16,9 22
Mittl. Tagesmax. (°C) 18,0 18,7 20,3 22,8 25,7 28,2 31,6 31,9 30,6 27,6 24,0 19,9 25
Mittl. Tagesmin. (°C) 11,9 12,7 14,1 16,7 20,0 23,4 26,2 26,3 24,9 22,0 18,3 14,0 19,2
Niederschlag (mm) 93,6 104,8 132,6 152,3 231,1 377,1 156,9 195,1 239,9 200,4 146,7 106,9 Σ 2.137,4
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20,3
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28,2
23,4
31,6
26,2
31,9
26,3
30,6
24,9
27,6
22,0
24,0
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200,4
146,7
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Fauna

Das Ryukyu-Kaninchen (Pentalagus furnessi) lebt ausschließlich auf den beiden Inseln Amami-Ōshima und Tokunoshima. Auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN, „Weltnaturschutzunion“) und der nationalen Roten Liste gefährdeter Säugetiere Japans des Umweltministeriums wird die Art als stark gefährdet („endangered“) eingestuft. Ebenfalls auf Amami-Ōshima endemisch und stark gefährdet ist die Ryukyu-Stachelrattenart Tokudaia osimensis.[3] Vorkommende Froscharten sind zudem Odorrana splendida, Odorrana amamiensis und Babina subaspera, die von der IUCN als stark gefährdet bis gefährdet eingestuft werden.[4][5][6] Die Insel bildet zudem das Hauptverbreitungsgebiet des Prachthähers.[7] An giftigen Schlangen kommen die Habuschlange, die Okinawa-Habuschlange und die Giftnatternart Sinomicrurus japonicus vor.

1979 wurde der Goldstaubmungo (Herpestes auropunctatus) auf die Insel Amami-Ōshima gebracht, um die Anzahl der dort lebenden Giftschlangen zu verringern. Diese Strategie führte jedoch dazu, dass die eingeführten Mungos viele der seltenen einheimischen Arten wie das Ryukyu-Kaninchen, Tokudaia osimensis, die Eier und Jungvögel des Prachthähers und die einheimischen Froscharten jagten und so das ökologische Gleichgewicht störten. Als Gegenmaßnahme wurde im Jahr 2000 ein umfassendes Ausrottungsprojekt eingerichtet, um den Mungo wieder von der Insel zu entfernen. 2005 wurde ein spezialisiertes Team, die „Amami Mongoose Busters“, gebildet, um diese Bemühungen systematisch voranzutreiben. Derzeit erholen sich viele einheimische Tierpopulationen allmählich.[8] Die Global Invasive Species Database zählt die Mungo-Art zu den hundert schädlichsten invasiven Neobiota weltweit.[9] Nachdem seit dem letzten Tier im Jahr 2018 keine Goldstaubmungos mehr gefangen wurden, erklärte das Umweltministerium die Art im September 2024 auf der Insel für ausgerottet.[10]

Wirtschaft

Wirtschaftlich lebt die Insel von der Landwirtschaft, von traditionellem Handwerk und dem Tourismus. Angebaut werden Reis, Zuckerrohr und Süßkartoffeln. Das günstige Klima erlaubt zwei Reisernten im Jahr. Zum traditionellen Handwerk gehört die Produktion von hochwertiger handgefertigter Seide, die allerdings unter der Abkehr von traditioneller japanischer Kleidung und Konkurrenz aus Korea gelitten hat.

Verkehr

Luftbild des Flughafens Amami (2008)

Auf Amami-Oshima gibt es den Flughafen Amami.

Trivia

Der Musik-Hit Shima-uta von The Boom (1992) ist Volksliedern Amamis nachempfunden.

Söhne und Töchter

  • Ikue Asazaki (* 1935), Sängerin
  • Kousuke Atari (* 1980), Sänger
  • Meisei Chikara (* 1995), Sumoringer
  • Daiamami Genki (* 1992), Sumoringer
  • Chitose Hajime (* 1979), Folksängerin
  • Minami Kizuki (* 1989), Folksängerin
  • Kenji Midori (* 1962), Karateka
Commons: Amami-Ōshima – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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