Aminopterin-Syndrom

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Das Aminopterin-Syndrom ist eine sehr seltene, durch Einnahme von Folsäure-Antagonisten (Aminopterin oder Methotrexat) kurz vor oder während der Schwangerschaft verursachte Embryopathie. Hauptmerkmale des Fehlbildungssyndromes sind mangelhafte Verknöcherung der Schädeldecke, Klumpfüße, Gesichtsdysmorphien, Skelettfehlbildungen und Kleinwuchs.[1][2][3]

Schnelle Fakten Klassifikation nach ICD-10 ...
Klassifikation nach ICD-10
Q86.8 Sonstige angeborene Fehlbildungssyndrome durch bekannte äußere Ursachen
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Synonyme sind: Aminopterin-Embryopathie; Aminopterin-Syndrom, fetales; Aminopterin-Exposition, vorgeburtliche

Die Erstbeschreibung stammt aus dem Jahre 1950 durch den US-amerikanischen Pathologen J. B. Thiersch zusammen mit F. S. Philips.[4]

Verbreitung

Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, bislang wurde über mehr als 50 Betroffene berichtet.[2]

Ursache

Das Syndrom wird durch Exposition mit den Folsäure-Antagonisten Aminopterin oder MTX im ersten Drittel der Schwangerschaft, meist 4. – 12. Schwangerschaftswoche verursacht.[2][1]

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind:[2]

Nach Aminopterinexposition finden sich gehäuft Anenzephalie oder Hypoplasie des Gehirnes, Maxilläre Retrognathie, flache Supraorbitalwülste, Ptosis, Mesomelie, nach Methotrexatexposition gehäuft Turmschädel, große hintere Fontanelle oder Anomalien der Rippen, Finger oder Zehen.[1]

Diagnose

Die Verdachtsdiagnose kann bereits während der Schwangerschaft mittels Feinultraschall gestellt werden.[5]

Differentialdiagnose

Abzugrenzen sind das Pseudoaminopterin-Syndrom, Entwicklungsanomalien des Schädeldaches, die Pierre-Robin-Sequenz und Reduktionsdefekte der Gliedmaßen.[2]

Literatur

  • K. D. Piggott, A. Sorbello, E. Riddle, W. DeCampli: Congenital cardiac defects: a possible association of aminopterin syndrome and in utero methotrexate exposure? In: Pediatric cardiology. Bd. 32, Nr. 4, April 2011, S. 518–520, doi:10.1007/s00246-011-9913-z, PMID 21327892.
  • S. Aftimos: Fetal methotrexate/aminopterin syndrome in an adult: a likely case with ectodermal abnormalities. In: Clinical dysmorphology. Bd. 18, Nr. 1, Januar 2009, S. 53–55, doi:10.1097/MCD.0b013e32831552c4, PMID 19011571.
  • J. B. Thiersch: Therapeutic abortions with a folic acid antagonist, 4-aminopteroylglutamic acid (4-amino P.G.A) administered by the oral route. In: American Journal of Obstetrics and Gynecology. Bd. 63, Nr. 6, Juni 1952, S. 1298–1304, PMID 14933487.

Einzelnachweise

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