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Amtsgericht Biberach an der Riß

Amtsgericht in Baden-Württemberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Amtsgericht Biberach an der Riß ist eines von 108 Amtsgerichten in Baden-Württemberg. Es ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit.[1]

Gerichtsgebäude (Haupteingang), Foto von 2011
Seitenansicht
Aufzug am Ostgiebel

Bezirk

Geschichte

Im Königreich Württemberg wurde 1819 die Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung umgesetzt und in jedem Oberamt ein Oberamtsgericht gebildet. Entsprechend war Biberach Sitz des Oberamtes Biberach für die Verwaltung und des Oberamtsgerichtes Biberach für die Rechtsprechung. Im Rahmen der Reichsjustizgesetze wurden 1879 reichsweit Amtsgerichte gebildet. Das Oberamtsgericht Biberach wurde aufgehoben und das Amtsgericht Biberach neu gebildet. Der Bezirk entsprach dem Bezirk des Oberamts Biberach als exekutiver Behörde. Es war dem Landgericht Heilbronn zugeordnet. Im Jahr 1880 hatte es 32.245 Gerichtseingesessene und drei Richterstellen.[2]

Bis zum 1. Juli 1974 bestand das Amtsgericht Laupheim als eigenständiges Amtsgericht. Danach wurde der größte Teil des Amtsgerichtsbezirkes Laupheim dem Amtsgerichtsbezirk Biberach zugeschlagen, wobei in Laupheim eine Außenstelle eingerichtet wurde. Die Außenstelle in Laupheim wurde zum 1. April 2004 geschlossen.[3]

Um darüber hinaus im Zuge der Neuordnung der Gemeinden nach der Kommunalreform 1973 zu verhindern, dass verschiedene Teilorte einer Gemeinde zu unterschiedlichen Amtsgerichtsbezirken gehörten, wurden die Amtsgerichtsbezirke angepasst. Der Amtsgerichtsbezirk Biberach wurde dabei nicht unerheblich vergrößert und um Ortschaften der umliegenden Amtsgerichtsbezirke Bad Waldsee, Ehingen, Leutkirch und Saulgau vergrößert. Die Gemeinden Bad Schussenried und Eberhardzell wurden vom Amtsgerichtsbezirk Bad Waldsee, die Gemeinden Rot an der Rot, Tannheim und Kirchdorf an der Iller vom Amtsgerichtsbezirk Leutkirch dem Amtsgerichtsbezirk Biberach zugeordnet.[4]

Gerichtsgebäude

Das Amtsgericht ist seit dem Jahr 1851 im ehemaligen Franziskanerinnenkloster Alter Postplatz 4 untergebracht.[5]

Zuständigkeit und Aufgaben

Das Amtsgericht ist erstinstanzliches Zivil-, Familien- und Strafgericht. Beim Amtsgericht wird außerdem das Vereins- und Güterrechtsregister geführt. Als Vollstreckungsgericht ist es zuständig für alle Vollstreckungssachen, bei denen der Schuldner seinen Wohnsitz im Gerichtsbezirk hat.

In den Zuständigkeitsbereich des Amtsgerichtes fallen folgende Tätigkeiten: Zivilsachen, Familiensachen, Strafsachen, Bußgeldverfahren, Bereitschaftsdienst, Betreuungen, Gerichtsvollzieher, Gerichtszahlstelle, Hinterlegungen, Insolvenzen, Mahnverfahren, Rechtsantragstelle, Registersachen, Schuldnerverzeichnis, Unterbringung, Verschollenheitssachen, Vormundschaftssachen, Wohnungseigentum, Zwangsversteigerung und Zwangsvollstreckung. Außerdem gehören sieben Gerichtsvollzieher zum Amtsgericht.

Das Amtsgericht Biberach an der Riß ist Landwirtschaftsgericht für die Amtsgerichtsbezirke Biberach an der Riß, Riedlingen und Bad Saulgau.

Prozesse

Bundesweite mediale Aufmerksamkeit erregten die Strafprozesse um das Geschehen am Politischen Aschermittwoch der Partei Bündnis 90/Die Grünen vom 14. Februar 2024. Die in der Stadthalle Biberach unter anderem mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann geplante Veranstaltung musste abgesagt werden, nachdem Bauernproteste gewalttätig eskaliert waren. Dabei wurde unter anderem eine Scheibe des Wagens eingeschlagen, in dem sich der damalige Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir befand. Die Staatsanwaltschaft Ravensburg erhob 14 Anklagen und erließ 42 Stafbefehle wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Landfriedensbruch, Nötigung und Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole.[6]

Übergeordnete Gerichte

Im Instanzenzug übergeordnet sind dem Amtsgericht Biberach an der Riß das Landgericht Ravensburg, das Oberlandesgericht Stuttgart und der Bundesgerichtshof.

Siehe auch

Einzelnachweise

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