Amtsgericht Schwäbisch Gmünd

Amtsgericht in Baden-Württemberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Amtsgericht Schwäbisch Gmünd (bis 1934: Amtsgericht Gmünd) ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit mit Sitz in der baden-württembergischen Stadt Schwäbisch Gmünd in Deutschland.

Amtsgericht Schwäbisch Gmünd (2020)
Amtsgericht Schwäbisch Gmünd mit altem Anstrich
Rückansicht des Amtsgerichtes mit dem benachbarten Forschungsinstitut für Edelmetalle und Metallchemie

Gebäude

Das Amtsgericht liegt am Rande der Altstadt von Schwäbisch Gmünd in der Rektor-Klaus-Straße 21. Es ist ein dreigeschossiges Bürohaus unter Walmdach, 1928 in Eisenbeton und Ziegel von der Bauunternehmung Hugo Rek (Stuttgart) gebaut.[1] In der direkten Nachbarschaft befinden sich das Forschungsinstitut für Edelmetalle und Metallchemie sowie das Hans-Baldung-Gymnasium.

Gerichtsbezirk

Als nächsthöhere Instanz ist dem Amtsgericht Schwäbisch Gmünd das Landgericht Ellwangen zugeordnet.

Das Amtsgericht ist zuständig für die Städte Schwäbisch Gmünd, Heubach und Lorch sowie den Gemeinden Bartholomä, Böbingen an der Rems, Durlangen, Eschach, Göggingen, Gschwend, Heuchlingen, Iggingen, Leinzell, Mögglingen, Mutlangen, Obergröningen, Ruppertshofen, Schechingen, Spraitbach, Täferrot und Waldstetten.

Bedeutung

In den 1980er Jahren stand das Amtsgericht Schwäbisch Gmünd häufig bundesweit im Fokus der Öffentlichkeit, da hier die sogenannten „Blockadeverhandlungen“ wegen des Vorwurfs der gemeinschaftlichen Nötigung (§ 240 StGB) gegen – teils prominente – Teilnehmer der Sitzblockaden vor dem Depot für US-Mittelstreckenraketen vom Typ Pershing II im benachbarten Mutlangen stattfanden.[2]

Geschichte

Im Königreich Württemberg wurde 1819 die Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung umgesetzt und in jedem Oberamt ein Oberamtsgericht gebildet. Entsprechend war Gmünd Sitz des Oberamtes Gmünd für die Verwaltung und des Oberamtsgerichtes Gmünd für die Rechtsprechung. Im Rahmen der Reichsjustizgesetze wurden 1879 reichsweit Amtsgerichte gebildet. Das Oberamtsgericht Gmünd wurde aufgehoben und das Amtsgericht Gmünd neu gebildet. Es war dem Landgericht Ellwangen zugeordnet. Im Jahr 1880 hatte es 31.741 Gerichtseingesessene und drei Richterstellen.[3]

Mit Gesetz vom 24. Juli 1931 wurde das Amtsgericht Welzheim aufgelöst[4]. Sein Sprengel wurde auf die Amtsgerichte Backnang, Göppingen, Gmünd und Schorndorf verteilt.[5]

1934 wurde der Name des Stadt Gmünd amtlich in Schwäbisch Gmünd geändert. Entsprechend änderte sich der Name des Amtsgerichts Gmünd in Amtsgericht Schwäbisch Gmünd.

Siehe auch

Einzelnachweise

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