Andreas Weber (Mathematiker)
deutscher Informatiker und Mathematiker
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Andreas Günter Weber (* 17. Juli 1964 in Pforzheim; † 15. März 2020 in Remagen) war ein deutscher Informatiker und Mathematiker, zuletzt Professor an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Leben
Andreas Weber studierte Mathematik und Informatik an der Eberhard Karls Universität Tübingen und der University of Colorado Boulder. An der Universität Tübingen schloss er 1990 sein Studium ab und wurde ebendort 1993 bei Rüdiger Loos über Typsysteme für Computeralgebra promoviert.[1] Von 1995 bis 1997 forschte er mit einem Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft als Postdoktorand an der Cornell University. Ab 1997 war er zunächst in der Forschungsgruppe zur symbolischen Informationsverarbeitung am Wilhelm-Schickard-Institut und anschließend in der Forschungsgruppe zu Echtzeitlösungen für Simulation und Visual Analytics am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung tätig.[2] Weber habilitierte sich 2000 über computeralgebraische Komponenten in Problemlösungsumgebungen an der Universität Tübingen.[3] 2001 wurde er auf eine Professur an die Universität Bonn berufen,[4][5] wo er bis zu seinem Tod wirkte.[6]
Forschung
Weber beschäftigte sich mit Computeralgebra und symbolischen Methoden zwecks Analyse von Bifurkationen und Singularitäten algebraischer Systeme gewöhnlicher Differentialgleichungen und der globalen Frage nach der Existenz von Oszillationen dieser Systeme.[7] Ferner forschte er zur Modellierung der Dynamik und Interaktion komplexer Netzwerke, u. a. mit Anwendungen in der Systembiologie und -medizin. In diesem Zusammenhang wurden Probleme der Netzwerkanalyse adressiert, wie etwa die Bestimmung von Parameterregionen für die Existenz und Stabilität von Attraktoren, Modellreduktion und hybride Netzwerkmodellierung.[8] Darüber hinaus forschte Weber zu mathematischer Modellierung und Simulation komplexer physikalisch-basierter Systeme, etwa in Kombination mit daten-getriebenen Ansätzen zu Antizipation und Analyse von Ganzkörperbewegungen in der Robotik.[9] Er verfolgte auch die physikalisch-basierte Analyse und Synthese von Bewegungen zwecks Anwendung in der grafischen Animation und in den Sportwissenschaften.[10]
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Analyse, Rekonstruktion und Klassifikation menschlicher Bewegungsdaten, insbesondere unter Verwendung von Motion-Capture-Systemen, Tiefenkameras sowie tragbarer Sensorsysteme (Wearables) wie Inertialsensoren. Dabei entwickelte er datengetriebene und modellbasierte Verfahren zur Bewegungsschätzung, Segmentierung, Ähnlichkeitssuche und zur Rekonstruktion komplexer Bewegungsabläufe aus spärlichen Sensordaten.
Sonstiges
Weber wurde 2013 mit dem Lehrpreis der Universität Bonn ausgezeichnet.[11] Er verfasste zusammen mit Wolfgang Küchlin das Lehrbuch Einführung in die Informatik mit besonderem Schwerpunkt auf das Konzept der Objektorientierung, welches in mehreren Auflagen durch den Springer Verlag publiziert wurde.[12] Weber war Mitglied der Association for Computing Machinery, des Institute of Electrical and Electronics Engineers und in der Gesellschaft für Informatik engagiert.[13]