André Fosset

französischer Politiker, Senator und Minister, MdEP From Wikipedia, the free encyclopedia

André Marcel Fosset (* 13. November 1918 im 19. Arrondissement („Arrondissement des Buttes-Chaumont“), Paris; † 27. März 2001 im 15. Arrondissement („Arrondissement de Vaugirard“), Paris) war ein französischer Unternehmer, Verleger, Wirtschaftsmanager und Politiker der Mouvement républicain populaire (MRP) und später der Union pour la démocratie française (UDF), der mit einer Unterbrechung (1976 bis 1977) von 1958 bis 1995 Mitglied des Senats und vom 12. Januar bis zum 25. August 1976 im Kabinett Chirac I Minister für Lebensqualität war. Er war zudem zwischen 1978 und 1979 Mitglied des Europäischen Parlamentes.

Leben

Grabstätte von André Fosset auf dem Friedhof von Radonvilliers.

André Marcel Fosset, Sohn von Emile Fosset und Suzanne Brunei, besuchte die École de l’Avenue Simon-Bolívar und engagierte sich in der Christlichen Arbeiterjugend JOC (Jeunesse ouvrière chrétienne) sowie der Volksrepublikanischen Bewegung MPR (Mouvement républicain populaire), deren Mitglied er nach der Gründung am 25. November 1944 wurde. Während der Deutschen Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg war er zudem aktives Mitglied der Widerstandsbewegung Résistance. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er 1945 Mitglied des Stadtrates von Paris und gehörte diesem bis 1959 an. Er war außerdem zwischen 1945 und 1959 Mitglied des Generalrates des Département Seine sowie von 1947 bis 1959 auch Mitglied des Regionalrates der Region Île-de-France.

Zum Ende der Vierten Französischen Republik wurde er am 8. Juni 1958 für die MRP zum Mitglied des Rates der Republik (Conseil de la République) gewählt und gehörte diesem bis zum 26. April 1959 an.[1] Bei Gründung der Fünften Französischen Republik wurde er im damaligen Département Seine erstmals Mitglied des Senats und gehörte diesem nach seiner Wiederwahl am 22. September 1968 im neu entstandenen Département Hauts-de-Seine bis zum 12. Januar 1976 an. Er war zugleich zwischen dem 8. Juli 1959 und dem 16. März 1961 Mitglied des Senats der Communauté française, eine durch die Verfassung der Fünften Französischen Republik vom 4. Oktober 1958 geschaffene Staaten- und Völkergemeinschaft der ehemaligen Französischen Union, und gehörte in diesem Senat dem Geschäftsordnungsausschuss, dem Rechnungsprüfungsausschuss und dem Ausschuss für Verkehr und Telekommunikation als Mitglied an.[2] Er fungierte zwischen 1968 und 1971 als Quästor (Questeur du Sénat) und war zwischen 1972 und 1976 Geschäftsführer des Silberwarenunternehmens Orfèvrerie Christofle SA.

Als Nachfolger von André Jarrot[3] übernahm Fosset nach seinem Mandatsverzicht am 12. Januar 1976 im Kabinett Chirac I den Posten als Minister für Lebensqualität (Ministre de la Qualité de la vie) und bekleidete diesen bis zum Ende der Amtszeit von Premierminister Jacques Chirac[4] am 25. August 1976.[5] Er war 1976 ferner stellvertretender Vorsitzender des Verbandes für Umweltschutz und nahm bis 1989 seine Tätigkeit als Geschäftsführer von Orfèvrerie Christofle SA wieder auf.

André Fosset wurde am 25. Mai 1977 für seine Verdienste zum Ritter der Ehrenlegion ernannt und bei der Senatswahl am 25. September 1977 im Département Hauts-de-Seine wieder zum Mitglied des Senats gewählt, dem er nach seiner Wiederwahl am 28. September 1986 für die Union für die französische Demokratie UDF (Union pour la démocratie française) bis zur Senatswahl am 1. Oktober 1995, bei der er nicht erneut kandidierte, angehörte. Er engagierte sich des Weiteren als Gründungspräsident des Pariser Verbandes der Verbände für häusliche Pflege und Behandlung, als stellvertretender Vorsitzender des Krankenhauses Saint-Michel sowie von 1977 bis 1992 als Vorsitzender des Französischen Ausstellungskomitees (Comité français des expositions). Er war 1977 Mitglied des Wirtschafts- und Sozialrates CES (Conseil économique et social), von 1977 bis 1998 auch wieder Mitglied des Regionalrates der Region Île-de-France sowie zwischen 1978 und 1979 als Vertreter des Senats Mitglied des Europäischen Parlamentes. Daneben war er von 1978 bis 1982 Vorsitzender und Geschäftsführer der Zeitschrift „Parisien libéré“, deren Ehrenvorsitzender er daraufhin wurde, und übernahm von 1982 bis 1995 außerdem die Funktion des Geschäftsführers des Fernsehsenders Antenne 2. Darüber hinaus war er 1984 Vorsitzender der Kontrollkommission zur Prüfung der Geschäftsführung der Nationalen Gesellschaft der französischen Eisenbahnen SNCF (Société nationale des chemins de fer français).

Im Regionalrat der Île-de-France wurde Fosset 1986 Vorsitzender der UDF-Fraktion und war von 1992 bis 1998 Vizepräsident des Regionalrates für Soziales und Wohnungswesen. Im Senat wurde er 1989 abermals Quästor und gehörte zuletzt dem Wirtschaftsausschuss (Commission des affaires économiques) an. Er war ferner zwischen 1990 und 1994 stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates von Orfèvrerie Christofle SA. Für seine langjährigen Verdienste wurde ihm mit Wirkung vom 1. Januar 1998 der Rang eines Kommandeurs der Ehrenlegion verliehen.[6] Aus seiner 1941 geschlossenen Ehe mit Geneviève Richard (1918–2010) gingen die Kinder Michel, Marie-Thérèse, Josiane, Marc und Bernard Fosset hervor. Nach seinem Tode wurde er auf dem Friedhof von Radonvilliers beigesetzt.

Einzelnachweise

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