Angelo Monotti
Tessiner Photopionier; Fotograf
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Angelo Monotti (* 24. Februar 1835 in Cavigliano; † 5. Juni 1915 ebenda) war ein Schweizer Fotopionier im Kanton Tessin.

Leben
Als Sohn von Giacinto und Maddalena Selna hatte er zwei Brüder, Alessandro und Clemente.[1] Er absolvierte eine Ausbildung zum Kunsttischler in Livorno, wo sein Vater und sein Grossvater im Weinhandel tätig waren. 1858 heiratete er Maria Maestretti, eine Grundbesitzerin aus Verscio, mit der er fünf Kinder hatte: Giacinto, Silvio, Alice, Angelina und Valentino.
1860 begann Monotti im Atelier von Giuseppe Marzocchini zu arbeiten, dank dem er sich der Fotografie näherte und unter anderem mit Alphonse Bernoud und Carlo Neopolo Bettini in Kontakt kam. Einen Grossteil seiner Arbeit widmete er der Porträt- und Landschaftsfotografie; darüber hinaus beschäftigte er sich mit der Herstellung von Postkarten und Stereoskopien.
Nach seiner Rückkehr ins Tessin im Jahr 1873 eröffnete er im folgenden Jahr das Fotostudio «La Galleria» und etablierte sich als einer der ersten aktiven Fotografen im Kanton. Nachdem er ein Studio in Cavigliano gegründet hatte, eröffnete er 1895 ein Atelier in Locarno.
Parallel zu seiner künstlerischen Tätigkeit engagierte er sich in der Politik: Zwischen 1876 und 1888 war er zwei Amtsperioden lang konservativer Bürgermeister seiner Gemeinde. Während seiner Amtszeit setzte er seine fotografische Arbeit fort und dokumentierte unter anderem die Arbeiten zum Bau der Centovalli-Strasse.
Sein Sohn Valentino trat in die Fussstapfen seines Vaters und erbte dessen Studio.
Fotobestand Angelo und Valentino Monotti
Im Jahr 2008 wurde im Staatsarchiv des Kantons Tessin in Zusammenarbeit mit Memoriav, dem kantonalen Kunstmuseum Lugano und dem Laboratorio di Cultura Visiva der Fachhochschule der italienischen Schweiz (SUPSI) der Fondo Fotografico Angelo e Valentino Monotti gegründet.
Es handelt sich um ein Archiv mit rund 2500 Fotografien, die von den Erben überlassen wurden. Davon stammen 609 von Angelo (222 Negative und 387 Abzüge), während die übrigen von seinem Sohn stammen. Etwa hundert Bilder werden anderen Autoren zugeschrieben, darunter eine Daguerreotypie von Alphonse Bernoud. Neben der Restaurierung und Konservierung wurde der Bestand digitalisiert.[2][3][4]
Siehe auch
Literatur
- Storie di fotografia: il Ticino, i Ticinesi e i loro fotografi nella collezione fotografica dell’Archivio di Stato: 1855–1930. Hrsg. Gianmarco Talamona, Edizioni dello Stato del Cantone Ticino, Bellinzona 2020, ISBN 978-88-904992-3-4 (PDF; 4,2 MB)
Weblinks
- Marco Marcacci: Angelo Monotti. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 17. April 2007.
- Angelo Monotti bei fotoCH
- Fotobestand Angelo und Valentino Monotti. Memoriav