Anhalamin

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Anhalamin ist ein Alkaloid aus der Gruppe der Kaktus-Alkaloide und der Tetrahydroisochinolinalkaloide.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Anhalamin
Allgemeines
Name Anhalamin
Summenformel C11H15NO3
Kurzbeschreibung

nadelförmige Kristalle[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 643-60-7
PubChem 69510
ChemSpider 62716
Wikidata Q15410282
Eigenschaften
Molare Masse 209,25 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

186 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Vorkommen

Lophophora diffusa

Anhalamin kommt in mehreren Kakteen-Arten der Gattung Lophophora vor. In L. diffusa ist es nach Pellotin das mengenmäßig zweitwichtigste Alkaloid. In geringen Mengen kommt es auch in L. fricii und L. williamsii (Peyote) vor.[3] Zuerst isoliert wurde es 1899.[1]

Neben dem Vorkommen in Kakteen wurde es in geringer Menge auch in der Akazienart Acacia rigidula nachgewiesen.[4]

Biosynthese

Wie bei anderen Kaktusalkaloiden in Lophophora auch, geht die Biosynthese von Tyrosin aus. Dieses wird durch die Tyrosin-Decarboxylase decarboxyliert. Die nächsten Schritte sind die Einführung einer Hydroxylgruppe in Position 3 und die Methylierung derselben, Einführung einer dritten Hydroxylgruppe in Position 5 und die Methylierung der Hydroxylgruppe in Position 4. Durch Cyclisierung entsteht schließlich Anhalamin.[3]


Biosynthese von Anhalamin ausgehend von Tyrosin

Synthese

Die Synthese ist über eine Mannich-Reaktion von 2,3-Dimethoxyphenol[S 1] mit Formaldehyd und 2,2-Diethoxyethylamin möglich, gefolgt von Behandlung mit Säure (zur Hydrolyse des Acetals mit Ringschluss) und Hydrierung unter Palladium-Katalyse.[5]

Eine Synthese ausgehend von Mescalin ist ebenfalls möglich. Dazu wird dieses mit Chlorameisensäureethylester umgesetzt und anschließend durch Umsetzung mit Phosphorsäure zu einem Lactam cyclisiert. Erhitzen mit konzentrierter Salzsäure am Rückfluss ermöglicht die selektive Abspaltung der Methylgruppe an der Position 8, weil eine positive Ladung des entsprechenden Sauerstoff-Atoms durch eine Wasserstoff-Brückenbindung stabilisiert wird und die Protonierung dort dadurch bevorzugt ist. Anschließend kann die freie Hydroxylgruppe als Benzylether geschützt und das Lactam durch Lithiumaluminiumhydrid reduziert werden. Nach Aufreinigung erfolgt die Entschützung durch katalytische Hydrierung an Palladium/Kohle.[6]

Einzelnachweise

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