Anna Aeikens
deutsche Politikerin (CDU)
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Anna Elisabeth Christine Sophie Aeikens (* 15. August 1998 in Magdeburg) ist eine deutsche Politikerin (CDU) und seit 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Leben
Anna Aeikens wurde in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) geboren. Ihr Vater Hermann Onko Aeikens ist Agronom und CDU-Politiker. Sie legte 2017 das Abitur an der Landesschule Pforta ab.
Von 2017 bis 2021 studierte sie als Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung Agrarwissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen und schloss mit dem Bachelor of Science ab. Anschließend studierte sie 2021 bis 2023 in einem Double-Degree Programm Agricultural Food and Environmental Policy Analysisan der Katholischen Universität Löwen und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit Abschluss Master of Science. Während ihres Studiums absolvierte sie ein Praktikum im Berliner Abgeordnetenbüro von Manfred Behrens (CDU).
Von 2021 bis 2024 war sie zweieinhalb Jahre als akkreditierte parlamentarische Assistentin eines EU-Parlamentariers in Brüssel und Straßburg tätig, wo sie den Regionalausschuss mit agrarpolitischen Schnittstellen betreute.
Seit Juli 2024 ist sie Co-Geschäftsführerin der von ihr mitgegründeten Aeikens & Kraft GbR, die in der Agrarberatung tätig ist. Die Geschäftsführung hat sie laut eigenen Angaben mit dem Einzug in den Deutschen Bundestag abgegeben, Gehalt oder Gewinnbeteiligung erhält sie seitdem nicht mehr.[1]
Politik
Seit 2017 ist Aeikens Mitglied der CDU und der Jungen Union. Von 2021 bis 2023 war sie Beisitzerin im Landesvorstand der Jungen Union Sachsen-Anhalt. Seit 2021 ist sie Beisitzerin im Kreisvorstand der Jungen Union Börde, seit 2023 Schatzmeisterin der Jungen Union Sachsen-Anhalt, seit 2024 Mitglied der Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU und ebenfalls seit 2024 Mitglied des Landesvorstands der Frauen-Union Sachsen-Anhalt. Sie ist außerdem Mitglied der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG).
Aeikens kandidierte bei der Bundestagswahl 2025 im Bundestagswahlkreis Börde – Salzlandkreis und auf Platz 3 der Landesliste der CDU Sachsen-Anhalt. Sie unterlag mit 22,4 Prozent der Erststimmen dem AfD-Kandidaten Jan Wenzel Schmidt und zog über die Landesliste in den Bundestag ein.[2]
Aeikens ist stellvertretende Vorsitzende der jungen Gruppe in der CDU/CSU-Fraktion im 21. deutschen Bundestag. Sie ist über die Landesliste Sachsen-Anhalt in den Bundestag eingezogen und bringt ihre agrarpolitische Expertise[3][4] als ordentliches Mitglied der Ausschüsse für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat und für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit ein.[5][6] Zusätzlich ist sie Mitglied der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen und Schriftführerin.[6] Sie gilt aufgrund ihrer Doppelqualifikation aus Agrarkompetenz und EU-Expertise als potenzielle Nachwuchshoffnung der Unionsfraktion.[4][3] Hierfür wurde sie 2025 durch das Branchenmagazin Politik & Kommunikation mit dem sogenannten Rising-Star-Award ausgezeichnet, welcher zu Beginn jeder Legislatur die vielversprechendsten politischen Nachwuchstalente aller Parteien auszeichnen soll.[7]
Agrarpolitische Positionen
Aeikens fordert eine Verzahnung und Entbürokratisierung von Agrar- und Umweltpolitik mit dem Ziel eines wirtschaftlich tragfähigen Umweltmanagements für Landwirte. Besonders den Bodenmarkt identifiziert sie als Problemfeld. Sie setzt sich für bäuerlich geprägte Strukturen gegenüber intransparenten Holdinggesellschaften ein und warnt aus ostdeutscher Perspektive vor einer Wiederholung der Fehler nach der Wende, als viele landwirtschaftliche Strukturen von kapitalstarken Investoren übernommen wurden.
Bei der anstehenden GAP-Reform positioniert sie sich differenziert: Während sie Bürokratieabbau-Impulse des EU-Agrarkommissars begrüßt, begegnet sie der geplanten Renationalisierung mit Skepsis.[3] Sie plädiert für die Beibehaltung von Direktzahlungen und gezielte Förderung von Agrarumweltmaßnahmen als Weg zur Harmonisierung von Umwelt- und Klimazielen mit leistungsfähiger Landwirtschaft.[4]
In der Digitalisierung sieht sie eine Chancel zur umwelt- und tiergerechteren Landwirtschaft durch präziseren, ressourcenschonenden Betriebsmitteleinsatz. Auch die Bioökonomie betrachtet sie als Chance zur Optimierung von Ressourcennutzung, fordert jedoch eine Diskussion über die Balance zwischen Energie- oder Stoffnutzung und Ernährungssicherung.[3]
Bürokratieabbau und Staatsmodernisierung
Aeikens kritisiert hinsichtlich Bürokratieabbau und Effizienz die Langwierigkeit politischer Prozesse, sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene. Sie fordert für die Nutzung von EU-Fördermitteln einen Abbau bürokratischer Hürden und mehr Effizienz in der Verwaltung.[4]
In Bezug auf Technologieoffenheit und Innovation plädiert Aeikens für eine wissenschaftsbasierte, technologieoffene Debatte, etwa bei neuen Züchtungstechnologien.[4] Sie fordert, Chancen und Risiken abzuwägen und Innovationen nicht durch Überregulierung auszubremsen.[4] Sie fordert eine Zusammenarbeit zwischen Politik, Landwirtschaft und Wissenschaft, wobei die agrarwissenschaftliche Expertise stärker in politische Entscheidungsfindung einfließen müsse.[4] Aeikens möchte das Bild der Landwirtschaft in der Gesellschaft verbessern und die Wertschätzung für die Arbeit der Landwirte stärken. Sie setzt sich dafür ein, dass der Beruf wieder als sinnstiftend wahrgenommen wird.[3][4]
Politische Arbeitsweise
Aeikens setzt in der Ausschussarbeit nicht auf „Kleine Anfragen“ sondern auf klare Gesetzesarbeit in den Berichterstatterrunden.[3][4] Sie fokussiert einen kontinuierlichen Bürgerdialog besonders in ländlichen Räumen.[4]
Arbeitsmigration und Lohndruck
In Bezug zur Arbeitsmigration sagt sie, Deutschland brauche dabei vor allem qualifizierte Fachkräfte. Anna Aeikens lehnt eine politische Festlegung der Höhe des Mindestlohns ab.[8] Grundsätzliches Ziel sei eine höhere Tarifbindung, da Tariflöhne wieder stärker die Regel werden sollten.[8]