Anna Maria de Koker
niederländische Dichterin, Malerin und Radiererin
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Anna Maria de Koker, auch Anna Maria Caemersveldt (getauft am 12. November 1666 in Amsterdam – begraben am 17. Mai 1698 ebenda), war eine niederländische Dichterin, Malerin und Radiererin.

Leben und Werk
De Koker stammte aus einer wohlhabenden Familie, die ein eigenes Wappen führte. Sie war die Tochter von Jan Agges de Kooker († 1684) und Anna Franck († 1688).[1] Am 29. September 1684 heiratete sie Jan Camersfelt oder Kamersfelt († 8. Juni 1693) in Leiden. Das Paar hatte einen Sohn, entsprechend des Taufscheines des Sohnes aus dem Jahr 1685 war Anna Maria de Koker römisch-katholisch.[2]

Es ist wenig über ihre Arbeit als Künstlerin bekannt, jedoch sind viele ihrer Arbeiten als Plattenätzerin vorhanden und sie wird in vielen kunsthistorischen Nachschlagewerken behandelt. Es sind etwa 25 ihrer Werke bekannt, hauptsächlich handelt es sich um Landschaften. Sie gilt gemeinhin als Dilettantin. Laut Kramm war ihre Arbeit „von mittelmäßigem Kunstwert“, wurde aber teuer bezahlt. Peter Schenk der Jüngere fertigte ein graviertes Porträt von ihr nach Van Breekvelt junior, es enthält einen begleitenden Vers von Dirk Schelte.[2]
Schelte schrieb vier weitere Gedichte über Anna Maria de Koker, seinen Angaben zufolge auf Wunsch ihrer Mutter sollten diese
“onder ’t Afbeeldzel van haar E. Dogter gesneeden te worden.”
„unter ’s Abbild von ihrer E. Tochter geschnitten zu werden.“[3]
Er spricht dabei auch von einem weiteren Porträt, bei dem würden die letzten beiden Zeilen lauten:
“Want als zij etst, graveert, roert keel, penseel, of snaren,/ Of hobo: doet z’ een ziel, al kitt’lend, opwaarts varen”
„Denn wenn sie ätzt, graviert, rührt. Kehle, Besen oder Streicher / Oder Oboe: es lässt eine Seele beim Kitten nach oben segeln.“[3]
Dies zeigt, dass Anna Maria de Koker auch für ihre Musikalität bekannt war.[2]
Werke (Auswahl)
Kupferstiche[4]
- Landschaft mit Reisenden zu Esel.
- Hülten am Wasser, in der Manier des Meindert Hobbema
- Landschaft mit einer steinernen Bracke, welche drei Joche hat.
- Ein Bauernjunge mit einem großen Korb in einer baumreichen Gegend.
- Landschaft, Dorfansicht mit Fluss im Vorgrunde in Jan van Goyens Manier
- Landschaft mit Gehöfte und Hatten zur Rechten nach Art des Pieter de Molijn
- Werke Rijksmuseum Amsterdam
- Haus am Wasser
- Landschaft mit einer Hütte an der Straße
- Landschaft mit zwei Männer und einem Hund
- Landschaft im Winter
- Park mit Brunnen
Literatur
- Koker (Anna Maria de). In: Karel Johan Reinier van Harderwijk, Gilles Dionysius Jacobus Schotel (Hrsg.): Biographisch woordenboek der Nederlanden. Teil 10: K – Kyten. J. J. van Brederode, Haarlem 1862, S. 299 (niederländisch, digitale-sammlungen.de, dbnl.org).
- Max Ditmar Henkel: Koker, Anna Maria de. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 21: Knip–Krüger. E. A. Seemann, Leipzig 1927, S. 214–215 (biblos.pk.edu.pl).
- Dutch & flemish etchings, engravings and woodcuts ca. 1450–1700. Band 9 [1953], S. 15 (1997), S. 492.
- Alfred von Wurzbach: Koker, Anna Maria de Koker. In: Niederländisches Künstler-Lexikon : mit mehr als 3000 Monogrammen. Halm und Goldmann, Wien 1906, S. 315 (Textarchiv – Internet Archive).
- Lexicon van Noord-Nederlandse kunstenaressen, circa 1550–1800. Verloren, Hilversum 1998, S. 148.
Weblinks
- Anna Maria de Koker im biografischportaal.nl
- Anna Maria de Koker in der Datenbank RKD