Anne Hardenberg
dänische Adlige
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Anne Hardenberg († 15. Februar 1589 auf Gut Bregentved bei Ringsted) war eine dänische Adlige, die als Geliebte König Friedrichs II. historische Bedeutung erlangte.

Leben
Sie war eins von sechs Kindern des Gutsbesitzers Corfitz Erik Hardenberg († vor 1560) aus der dänischen Linie des ursprünglich niedersächsischen Adelsgeschlechts Hardenberg und dessen Ehefrau Mette Christiernsdatter Skram († 1548). Ihre Mutter war Schwester des als Seeheld verehrten Admirals Peder Skram. Ihr Onkel väterlicherseits war Eiler Hardenberg, der Lehnsmann auf Malmöhus und Erzieher und Hofmeister des Kronprinzen Friedrich. Ihr Geburtsdatum ist nicht bekannt. Ihre Eltern hatten kurz vor 1520 geheiratet. Sie wurde vermutlich als eine jüngere Tochter in den späten 1530er Jahren geboren und wuchs auf dem väterlichen Gut Skjoldemose im Kirchspiel Stenstrup auf der Insel Fünen auf.[1] Sie ist als eine musisch begabte und kunstfertige Persönlichkeit dokumentiert, deren überlieferte Briefe von einer ausgeprägten religiösen und melancholischen Grundhaltung zeugen.[2]
Ab etwa 1557 diente sie Dorothea, der Ehefrau von König Christian III., am dänischen Hof als Hofdame. Spätestens zu diesem Zeitpunkt lernte sie den Kronprinzen Friedrich kennen, der sich in sie verliebte und trotz der Ermahnung seiner Mutter 1558 ihre Hochzeit mit Oluf Mouritsen Krognos (1535–1573) verhinderte.[2] Krognus gehörte zu Friedrichs Hofstaat auf Malmöhus.[3] Er war der einzige Sohn des reichen Grundbesitzers Mourits Olufsen Krognos († 1550) und der Ellenne Gøye († 1563), einer Tochter des Reichshofmeisters Mogens Gøye, und damit Neffe von Birgitte Gøye, die ebenfalls als Hofdame bei der Königin Dorothea und deren Tochter Anna diente. Mit allen drei Frauen war Hardenberg zeitlebens eng verbunden. Erhalten sind neben ihrer Korrespondenz mit Anna auch ihr freundschaftlicher Briefwechsel mit Birgitte Gøye. Mit der Familie Gøye und damit auch mit ihrem Bräutigam war Hardenberg entfernt verwandt.[4]
Als Friedrich 1559 König wurde, ernannte er ihren Onkel Eiler Hardenberg zum Reichshofmeister. In seinen ersten Jahren als König bemühte er sich erfolglos um eine politisch vorteilhafte Eheverbindung, doch später plante er seine Vermählung mit Anne Hardenberg, wie aus einem Brief an seine Tante Elisabeth, der Ehefrau von Herzog Ulrich von Mecklenburg, 1569 hervorgeht. Dies scheiterte jedoch am Widerstand des dänischen Adels und des Königshauses gegen die nicht standesgemäße Verbindung. Anne Hardenberg wurde nie seine Mätresse. Sie blieb im Dienst der Königinwitwe Dorothea, bis diese 1571 starb.[5]
Als Friedrich II. sich 1571 mit seiner Cousine Sophie von Mecklenburg verlobte, ließ er es Hardenberg durch die Mutter seiner Braut, seine Tante Elisabeth, mitteilen und erbat ihre Zustimmung. Hardenberg nahm die Nachricht mit Erleichterung auf. Den Schmuck, den der König ihr geschenkt hatte, durfte sie behalten.[6]
Im selben Jahr wurde Krognus, der jahrelang durch seine Teilnahme am Dreikronenkrieg gegen Schweden außerhalb von Dänemark weilte, zum Vorsteher der von seiner Tante Birgitte Gøye 1565 gegründeten Lateinschule in Herlufsholm und Lehnsmann von Helsingborg ernannt. Im folgenden Jahr 1572 wurde er in den Reichsrat aufgenommen.[7] Nachdem das Königspaar 1572 geheiratet hatte, schlossen Hardenberg und Krognus am 11. Januar 1573 in der Vor Frue Kirke in Kopenhagen die Ehe. Krognus starb nur wenige Monate nach der Eheschließung nach kurzer Krankheit am 25. Juni 1573.[3] Mit ihm starb das Geschlecht Krognus im Mannesstamm aus.[7] Die kurze Ehe war kinderlos geblieben.

Anne Hardenberg bezog als ihren Witwensitz eines der Güter ihres Mannes, Bregentved in der Nähe von Ringsted. Birgitte Gøye, der sie während deren letzten Lebenstagen 1574 zur Seite stand,[8] vererbte ihr einen kostbaren Hausaltar.[9] Nach dem Tod der Freundin musste sie sich der Begehrlichkeiten der Verwandten ihres verstorbenen Mannes erwehren, obwohl ihr Mann ihr testamentarisch das lebenslange Nutzungsrecht seines gesamten Besitzes zugesichert hatte.[6] Anna, die älteste Schwester Friedrichs II., mit der sie seit ihrer Jugend eng verbunden war und auch nach deren Eheschließung mit Kurfürst August von Sachsen korrespondierte, sorgte dafür, dass Peder Oxe, ein Cousin ihres Mannes und Nachfolger ihres Onkels als Reichshofmeister, sie finanziell unterstützte.[2] Hardenberg besuchte die Kurfürstin mindestens einmal nach dem Tod ihres Mannes in Sachsen.[5]
Hardenberg überlebte Friedrich II. um zehn Monate. Nach ihrem Tod 1589 wurde sie an der Seite ihres Mannes im Chor in der St.-Bendts-Kirche in Ringsted beigesetzt.
Epitaph und Grabstein

Anne Hardenberg ließ ihrem verstorbenen Ehemann 1575 ein prachtvolles Epitaph an der Nordwand des Chorraumes der St.-Bendts-Kirche in Ringsted errichten. Das Epitaph, das stilistisch große Ähnlichkeit zu dem von dem flämischen Bildhauer Cornelis Floris II. für Birgitte Gøye und Herluf Trolle geschaffenen Grabdenkmal aufweist,[10] ist ein frühes Beispiel der niederländischen Hochrenaissance in Dänemark. Es zeigt Hardenberg und ihren Mann als Alabasterfiguren vor einem Betpult kniend, im Hintergrund ein Relief der Auferstehung Christi. Krognus trägt einen Plattenharnisch, Hardenberg ein schlichtes Kleid mit Haube. Ähnlich sind Gøye und Trolle auf den Innenflügeln des obengenannten Hausaltars abgebildet. Über und unter ihnen befinden sich die Wappen beider Vorfahren. Im Text betont Hardenberg ihre Liebe zu ihrem Ehemann und bezeichnet sich als Stifterin des kostspieligen Epitaphs.[11]
Das Grabgewölbe unmittelbar neben dem Epitaph im Chorraum bedeckte eine Grabplatte, die das Paar wie auf dem Epitaph in Witwenkleid und Plattenharnisch, umgeben von ihren Ahnenwappen zeigt. Ihr Sterbedatum wurde nicht nachgetragen.[12] Bei der Renovierung der Kirche Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Gewölbe geöffnet, in dem man beider Särge fand. Krognus war in einem Bleisarg in einem Holzsarg beigesetzt worden, sein Schwert an der Seite. Hardenbergs Sargdeckel aus vergoldetem Messing befindet sich im Nationalmuseum in Kopenhagen. Die Grabplatte wurde im Zuge der Renovierung in die südliche Apsis des nördlichen Querschiffs verlegt.[13]
Friedrich II. und seine Ehefrau ließen die Ringsteder Kirche 1582 renovieren, wie aus einer unvollständig erhaltenen Wandmalerei im Chor hervorgeht.[14]
Sonstiges
Herman Frederik Ewald schrieb im Jahr 1891 den historischen Roman Anne Hardenberg über ihr Leben.
Weblinks
- Poul Colding: Anne Hardenberg. In: Dansk Biografisk Leksikon. 3. Auflage. 17. Juli 2011 (dänisch, lex.dk).
- Anemette S. Christensen: Anne Hardenberg (Frederik 2.s ungdomskærlighed). deutsch: Anne Hardenberg (Friedrichs II. Jugendliebe) in: Dansk kvindebiografisk leksikon. Dänisch.