Anton Steer
deutscher General
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Anton Steer (* 27. Juni 1935 in Landshut; † 31. Juli 2024 in München) war ein deutscher Generalmajor des Heeres der Bundeswehr.
Leben
Steer absolvierte das Abitur und eine vermessungstechnische Ausbildung. Er begann seine Laufbahn am 2. Januar 1956 als Offizieranwärter der Artillerietruppe in Andernach und war damit einer der ersten 500 Anwärter der Bundeswehr. 1957 wurde er Leutnant, hatte Verwendungen im Artillerieregiment 4, als Jugendoffizier des II. Korps, war von 1963 bis 1965 Batteriechef im Artillerieregiment 10 in Pfullendorf und Hörsaalleiter an einer Heeresunteroffizierschule.
Von 1966 bis 1968 absolvierte Steer den 9. Generalstabslehrgang Heer an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, wo er zum Offizier im Generalstabsdienst ausgebildet wurde. Anschließend wurde er Generalstabsoffizier für Personalwesen (G 1) der 10. Panzerdivision, seinerzeit in Sigmaringen. 1971 besuchte er das Staff College Camberley im Vereinigten Königreich und war anschließend Referent im Führungsstab des Heeres in Bundesministerium der Verteidigung in Bonn. 1973 wurde er Bataillonskommandeur des Panzerartilleriebataillons 115 in Neunburg vorm Wald und war ab 1976 Gruppenleiter im Amt für Studien und Übungen der Bundeswehr. 1978 wechselte er in den Führungsstab der Streitkräfte im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn und war Oktober 1981 bis März 1983 Direktor für Ausbildung und Lehre an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.
Von 1983 bis 1987 war Steer Brigadekommandeur der Panzerbrigade 3 in Nienburg/Weser, von Oktober 1987 bis September 1989 Stabsabteilungsleiter I im Führungsstab des Heeres in Bundesministerium der Verteidigung in Bonn und ab 1. Oktober 1990 Kommandierender General des III. Korps in Koblenz. Mit Ablauf des September 1992 wurde er in den Ruhestand versetzt.
Ab etwa 1980 war Steer, später gemeinsam mit Peter Noack, bis 1982 Herausgeber des Jahrbuch des Heeres im Verlag Bernard & Graefe. 1989 war er Herausgeber des Buches Menschen führen im Heer im Report-Verlag.
Steer war Träger des Ehrenkreuzes der Bundeswehr in Gold. 1991 erhielt er das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und wohnte seinerzeit in Bad Ems.[1] Außerdem war er Träger des Ordens Legion of Merit, der Komtur im Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem und des Kommandeurkreuzes des Souveränen Malteserordens.[2]
Steer gründete 1990 den Rotary Club in Koblenz-Deutsches-Eck, war 1991/92 deren Präsident, Ehrenmitglied des Rotary Clubs Koblenz und im District 1810 und 2000/01 Governor.[2] Er war Mitglied im Freundeskreis des Zentrums Innere Führung.[3]
Auf Steers Initiative wurde 2015 das Barbara-Denkmal in Koblenz erneut aufgebaut.[4] 2018 erhielt er den Altstadtpreis der Stadt Koblenz.[5]
Steer war verheiratet, römisch-katholisch und hatte zwei Töchter sowie einen Sohn. Er wohnte zuletzt in München[3] und wurde auf dem Friedhof Haidhausen in München beigesetzt.[2]
Siehe auch
Literatur
- Manfred Sadlowski (Hrsg.): Handbuch der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie 1990/1991. 8. Auflage. Bernard & Graefe, Bonn 1990, ISBN 3-7637-5865-8, S. 125.
Werke (Auswahl)
- Der Stabsoffizier der Bundeswehr in Gegenwart und Zukunft. In: Europäische Wehrkunde, 32 (11) 1983, S. 527 ff.
- Aufstiegsberuf mit klarer Pespektive. Das neue Ausbildungskonzept für den Unteroffizier des Heeres. In: Wehrausbildung in Wort und Bild, 31, 1988, S. 272 ff.
- Geistige Heimat für die Unteroffiziere des Heeres. Unteroffizierschulen. In: Wehrausbildung in Wort und Bild, 32, 1989, S. 225 ff.
- Hessenschild 91. In: Europäische Sicherheit, Band 41, E. S. Mittler, 1992, S. 595 ff.
Weblinks
- Video: Barbara-Denkmal kehrt zurück. Blick Aktuell, April 2015.
- 60 Jahre Bundeswehr in Rheinland-Pfalz: Anton Steer gehört zu den ersten Freiwilligen in Andernachl in der Rhein-Zeitung vom 8. November 2015.
- 60 Jahre Bundeswehr–Gefechte wurden schlimmer, die Angst auch n-tv, November 2015