Antonius Adamske
Deutscher Dirigent, Organist und Musikwissenschaftler
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Antonius Adamske (* 23. Juli 1992 in Bassum) ist ein deutscher Dirigent und Musikwissenschaftler.

Leben und Wirken
Antonius Adamske studierte mit dem Hauptfach Dirigieren an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover bei Walter Nußbaum, später bei Frank Löhr, sowie Historische Orgel an der Schola Cantorum Basiliensis bei Tobias Lindner. Es schlossen sich Meisterkurse, sowie private Studien u. a. bei Jörg Straube, Andrea Marcon und Sabine Erdmann an; er wirkte auch als Assistent für Laurence Cummings. 2023 wurde er in »Historischer Musikwissenschaft« an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg promoviert.[1]
Adamske ist künstlerischer Leiter des Monteverdi-Chors Hamburg. Davor, von 2017 bis 2021, leitete er das consortium vocale berlin,[2] das als Studiochor für die Berliner Musikhochschulen fungiert. Von 2020 bis 2025 wirkte er als künstlerischer Direktor des Bremer RathsChores.[3]
Als Dirigent arbeitet er unter anderem mit der lautten compagney BERLIN, Concerto Köln, Concerto Palatino. Dabei führten ihn Konzerte in Sälen wie das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth, die Elbphilharmonie, Berliner Philharmonie, die Glocke in Bremen und den Carabinierisaal in Salzburg.
Seit 2016 arbeitet er eng mit dem Göttinger Barockorchester zusammen und legte mit Henryk Böhm eine Gesamteinspielung der Bach’schen Kantaten für Basso-solo vor. Er führte zahlreiche vergessene Werke auf, darunter einige deutsche Erstaufführungen wie François-Joseph Gossecs „Le Triomphe de la République“ oder Mlle Duvals „Les Génies ou Les Caractères de l’amour“.[4] Daneben gab er Meisterkurse zur historisch informierten Aufführungspraxis, unter anderem in Frankreich, Tschechien und China, und arbeitete mit Künstlern wie dem Barocktanzensemble „Hartig“ aus Prag zusammen. Beachtung fand Adamske des Weiteren als Initiator des viertägigen Festivals Nikolausberger Musiktage sowie als Gastdirigent zahlreicher renommierter Ensembles.
2022 dirigierte Adamske die erste deutsche Aufführung von Jean-Baptiste Lullys Tragédie en musique "Achille et Polixène" im Neuen Palais Potsdam.[5] Im gleichen Jahr bot er mit dem Göttinger Barockorchester die erstmalige Gesamtaufführung der Oper Argenore von Wilhelmine von Bayreuth dar.[6] 2025 wurde die Oper mit einem neuen Sprechspiel von Marlene Streeruwitz, gesprochen von Claudia Michelsen auf Tonträger veröffentlicht.[7]
2023 übernahm Adamske die künstlerische Leitung der Göttinger Universitätsmusik,[8] er lehrt außerdem an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.[9]
Diskografie
- Wilhelmine von Bayreuth: Argenore (mit zeitgn. Texten von M. Streeruwitz), Hinz, Schalit, Davila u. a., Göttinger Barockorchester, A. Adamske, Coviello Classics 2025.
- Thomas Selle. Johannespassion mit Intermedien; Dietl, Euler, Segger, Diwiak, Brutscher, Scheller, Barockkirche Schloss Ricklingen, Coviello Classics, 2023.
- Thomas Selle. Concertuum Latino Sacrorum. Liber primus; Dietl, Boresch, Scheller, Göttinger Barockorchester, Stiftskirche St. Materniani et St. Nicolai Bücken, Coviello Classics, 2023.
- Die Hirten bey der Krippe zu Bethlehem: Weihnachtskantaten von Johann Friedrich Schweinitz, Carl Friedrich Rudorff und Johann Nikolaus Forkel; Kerstin Dietl, Johanna Krödel, Magnus Dietrich, Henryk Böhm, Göttinger Barockorchester, Antonius Adamske, St. Albani Göttingen, NDR/Coviello Classics, 2022.
- Reinhard Keiser: Ulysses; Bogna Bernagiewicz, Francisca Prudencio, Gerald Thompson, Markus Brutscher, Goetz Philip, Körner, Janno Scheller, Jürgen Orelly, Göttinger Barockorchester, Antonius Adamske, Theater Nienburg, DLF/Coviello Classics, 2022.
- Gottfried August Homilius: Werke für Oboe und Orgel; Martin Jelev, Antonius Adamske, Stiftskirche St. Georg Goslar/Grauhof, Coviello Classics 2019.
- Göttinger Stadtmusik: Werke von Carl Friedrich Rudorff, Wilhelm Friedemann Bach und Johann Joachim Quantz; Hanna Zumsande, Nicole Pieper, Jacob Lawrence, Henryk Böhm, Göttinger Barockorchester, Antonius Adamske, St. Johannis Göttingen, NDR/Coviello Classics, 2018.
- Johann Sebastian Bach: Kantaten für Basso Solo; Henryk Böhm, Göttinger Barockorchester, Antonius Adamske, Coviello Classics 2017.
Veröffentlichungen
- Krise der Ämter – Konnex der Akteure. Studien zur Göttinger Musikgeschichte vor 1800. In: Abhandlungen zur Musikgeschichte. Band 30. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2023.