Armin Forbrig
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Leben und Werk
Jugend und Ausbildung
Forbrigs Vater Fritz Forbrig war Bildhauermeister und ab 1937 unter seinem Namen Inhaber des Chemnitzer Steinmetz- und Bildhauerbetriebs Hugo Kempe, der als F. & A. Forbrig heute noch existiert.[1] Forbrig absolvierte bei seinem Vater eine Lehre als Steinmetz, erwarb 1959 den Meistertitel und arbeitete im elterlichen Betrieb, den er 1964 übernahm und 2004 an seine Tochter Franziska Forbrig (* 1974) übergab.
Schon als 15-Jähriger hatte Forbrig bei Rudi Gruner Zeichenunterricht, insbesondere im Aktzeichnen. Er sagte später: „Handzeichnung ist das subtilste, intimste eines Machers. Da gibt es nichts zu kaschieren.“ Von 1962 bis 1965 studierte Forbrig „schwarz“, ohne Immatrikulation, extern Schriftgestaltung bei Albert Kapr an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. 1966 wurde er Kandidat und 1968 Mitglied der Sektion Gebrauchsgrafik des Verbands Bildender Künstler der DDR, dem er dann bis 1990 angehörte.
Skulptur und Grafik

Ab Anfang der 70er Jahre fertigte Forbrig neben den üblichen Arbeiten der Grabbildhauerei, darunter der Grabstein für Gerhard Klampäckel, künstlerische Bildhauerarbeiten der menschlichen Figur. Zudem schuf er schriftkünstlerische Werke, u. a., 1977 zu Else Lasker-Schülers Ein alter Tibetteppich und 1978 zu Christa Wolfs Kassandra, und eine Vielzahl von Bildhauerzeichnungen. Ab Mitte der 1980er Jahre schuf er auch regimekritische politische Grafiken, so Infrastrukturelles Psychogramm eines Politbüromitglieds. Ab 1981 hielt sich Forbrig jährlich mit befreundeten Künstlerinnen und Künstlern zum Arbeiten in Groß Zicker auf.[2]
In der DDR hatte Forbrig 1984 in Annaberg-Buchholz mit skripturaler Grafik eine Ausstellung mit der Keramikerin Ina Otto (* 1947), und er war 1965 in der Deutschen Akademie der Künste auf der Ausstellung Junge Künstler. Gebrauchsgraphik sowie 1974, 1979 und 1985 in Karl-Marx-Stadt auf den Bezirkskunstausstellungen vertreten. Nach der deutschen Wiedervereinigung hatte er eine Reihe von Einzelausstellungen. 1994 nahm er mit weiteren 11 Künstlern am Bildhauersymposium in Balduinstein teil. Zudem beteiligte er sich an internationalen Grafik-Biennalen in Krakau, Brüssel (1991), Yokohama (1992), Maastricht, Ljubljana, Sapporo (1993), Belgrad (1994), Barcelona (1994, 1997, 2000), Tokio (1995), Madrid und Kanagawa (1998).[3]
Zwischen 1990 und 2000 schuf Forbrig seine Hauptwerke, darunter Wir 91, Beziehung, Liegende, Germanus, Kraft, Kennzeichen 0 und Windrose.[3] Die in Schwetzingen aufgestellte Skulptur Wir 91 zeigt in Form eines gewaltsam zweigeteilten Marmorblocks, der durch Seile zu einem vermeintlichen Ganzen zusammengezurrt wird, die Herausforderungen nach der Deutschen Wiedervereinigung.[4] Ab 2000 bediente Forbrig sich auch der Technik der Copy Art, dann der Computer Art.
Politisches Engagement, Verbandstätigkeit
1989/90 war Forbrig Sprecher der Bürgerinitiative zur Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit im Bezirk Karl-Marx-Stadt. Er war Gründungsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen in Chemnitz.[5] Ab 1990 war er Gründungsmitglied und von 1998 bis 2004 Vorsitzender des Chemnitzer Künstlerbunds e.V., ab 1991 Gründungsmitglied des Sächsischen Künstlerbunds, dessen Vorstand er von 1997 bis 2000 angehörte, und ab 2003 Vorstandsmitglied des Fachverbands Bildender Künstler e.V.[6]
2004 wurde bei Forbrig Speiseröhrenkrebs diagnostiziert, der zu seinem Ableben führte.
Werke (Auswahl)

- Yin und Yang, Sandstein, 1970, Städtischer Friedhof Chemnitz[3]
- Wir 91, Marmor, 1991, Schwetzingen[3] (zunächst Kreuzung Dreikönig-/Mannheimerstraße, dann Berliner Platz)[4]
- Sarajevo-Zyklus, 1993/94, Radierungen[3]
- Liegende, Plastik, 1994, Neue Sächsische Galerie, Chemnitz[3]
- Kennzeichen 0, Beton, 1997, Zöllnerplatz, Chemnitz[3]
- Windrose, Stele, Kalkstein, 1998, als Leihgabe im Skulpturen-Park Volksbank, Innere Klosterstraße, Chemnitz[3]
Darstellung Forbrigs in der bildenden Kunst
- Ulrich Eißner: Porträtbüste Forbrigs (2007)
Literatur
- Werner Ballarin (Hrsg.): Armin Forbrig: Digitale Druckgraphik. Blätter auf neuen Wegen. Neue Sächsische Galerie, Chemnitz 2001.
- Werner Ballarin: Forbrig, Armin. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 42, Saur, München u. a. 2004, ISBN 3-598-22782-5, S. 266.
- Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 215.