Arnold Wehner

deutscher Pianist, Kammermusiker, Chorleiter, Komponist sowie Akademischer Musikdirektor und Hofkapellmeister From Wikipedia, the free encyclopedia

Arnold Wehner (* 9. Juni 1820 in Hannover; † 16. November 1880 in Berlin) war ein deutscher Pianist, Kammermusiker, Chorleiter, Komponist sowie Akademischer Musikdirektor und Hofkapellmeister[1].

Leben

Arnold Wehner setzte nach einem Studium bei Moritz Hauptmann in Kassel seine Ausbildung ab 1842 in Leipzig bei Hauptmann und Felix Mendelssohn fort. 1844 übersiedelte er nach Göttingen, wo er als Lehrer und Dirigent wirkte und am 11. November desselben Jahres sein erstes akademisches Winterkonzert leitete.[2]

Um seine Bewerbung um eine Funktion in der Göttinger Universitätsmusik zu fördern, bescheinigten ihm Hauptmann, Mendelssohn und Louis Spohr persönlich ein „erfolgreiches Studium von Theorie und Komposition, hervorragendes pianistisches Können und gediegene wissenschaftliche Bildung“.[3] Auch Heinrich Marschner rühmte in diesem Zusammenhang 1846 Wehners „jugendliche Kraft und Begeisterung für seine herrliche Kunst“.[4] Im Juni 1846 wurde Wehner daraufhin zunächst als adjungierter Musikdirektor eingesetzt und nach dem Tod seines Vorgängers Johann August Günther Heinroth am 14. Juli desselben Jahres als Akademischer Musikdirektor der Universität Göttingen vereidigt.[5]

Zu seinen Aufgaben gehörten die Leitung der Kirchenmusik in der Universitätskirche, die Organisation sinfonischer Konzerte sowie die Einstudierung oratorischer Werke mit der neu gegründeten Singakademie. In seinem Göttinger Haus verkehrten Persönlichkeiten wie der spätere Chirurg und Musiker Theodor Billroth.[6] Wehner trat zudem als Begleiter von Joseph Joachim und im Klavierduo mit Johannes Brahms auf.[7]

Seine weitreichenden Kontakte spiegeln sich im „Album Amicorum“[8] wider, das zahlreiche Einträge bedeutender Musiker und Künstler enthält, darunter ein einzig dort überliefertes Albumblatt von Johannes Brahms. Henri Litolff widmete ihm seine Élégie op. 64.[9]

Da die Verhältnisse in Göttingen die Aufführung größerer Werke zunehmend erschwerten, veranlasste König Georg V. von Hannover 1855 Wehners Wechsel als Hofkapellmeister an die Schlosskirche in Hannover.[10] Sein Nachfolger als Akademischer Musikdirektor in Göttingen wurde Eduard Hille. In Hannover leitete Wehner die unter dem Protektorat des Königs stehende Neue Singakademie.[11]

1859 wurde er „in Anerkennung seiner Verdienste um die Kirchenmusik“ mit dem Guelphenorden ausgezeichnet[12]. 1860 übernahm Hofkapellmeister Scholz die Leitung der Singakademie anstelle Wehners.[13]

Arnold Wehner starb am 16. November 1880 in Berlin.[1]

Werk

Von Wehners kompositorischem Schaffen sind nur wenige Werke erhalten. Zeitgenössische Rezensionen bescheinigten ihm Talent, Geschmack und eine brillante Klavierbegleitung.[14]

  • 6 Lieder op. 2 (erschienen bei Kistner, 1845)
  • 8 Lieder op. 5[15]

Literatur

  • Hermann Fuchs: Die akademischen Musikdirektoren Arnold Wehner (1846–1855) und Eduard Hille (1855–1891). In: Martin Staehelin (Hrsg.): Musikwissenschaft und Musikpflege an der Georg-August-Universität Göttingen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1987, S. 90–107.

Einzelnachweise

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