Arthur Bernstein (Konzertagent)
deutscher Musikverleger, Konzertdirektor und Konzertagent
From Wikipedia, the free encyclopedia
Arthur Bernstein[1][2] (geboren am 27. Januar 1876 in Beeskow;[3] gestorben am 17. April 1949 in Los Angeles[4]) war ein deutscher Konzertdirektor und Konzertagent sowie Inhaber der Konzert- und Theater-Direktion Arthur Bernstein.
Leben
Arthur Bernstein wurde in eine jüdische Familie hineingeboren. Am 23. Februar 1902 heiratete er in Braunschweig Ottilie Gotthelf (* 23. Juni 1879 in Kassel; † 14. Juli 1952 in Los Angeles).[5][6] Mit ihr ließ er sich in Hannover nieder, wo die beiden gemeinsam die zuvor von Karl Ost geführte Musikalienhandlung Adolph Nagel übernahmen.[7] Laut dem Adressbuch der Stadt Hannover für 1902 war das Geschäft im Parterre der Georgstraße 33 untergebracht, während der neue Inhaber als Haushaltsvorstand privat seinerzeit in der Rundestraße 4 wohnte.[8]
In der Folge begann das Ehepaar mit dem Aufbau einer Konzertagentur und machte sich durch die „Organisation erfolgreicher Tourneen bedeutender Künstler“ bald auch international einen Namen. So wurde beispielsweise der „Kammersänger Alexander Heinemann unter glänzenden Bedingungen von der Konzert-Direktion Adolph Nagel (Artur Bernstein) in Hannover für eine Tournee durch die Vereinigten Staaten von Nordamerika und Kanada verpflichtet“, dessen Tournee für die Jahre 1910 und 1911 geplant.[9] Auch der Komponist Richard Strauss bevorzugte für sich und sein Spiel mit der Dresdner Hofkapelle in Berlin und Dresden die „Concertdirektion Artur Bernstein Hannover, Holzgrabenstr. 6“. Der prominenteste von Bernstein vertretene Künstler war der Pianist Walter Gieseking, der mit Bernstein auch persönlich befreundet und dessen Trauzeuge er war. Das letzte Konzert der Comedian Harmonists in Deutschland fand im März 1934 auf Vermittlung von Bernstein im Konzerthaus an der Goethebrücke, Hannover statt.[10]

Am 13. September 1903 kam der Sohn Hans[11] bzw. Hans Julius Bernstein[12] zur Welt, den die Eltern die Leibnizschule besuchen ließen. Der spätere Dirigent und Komponist emigrierte aufgrund der schon vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten begonnenen antisemitischen Drangsalierungen 1936 in die USA, wo er seinen Namen in Harold Byrns änderte. Sein Vater, der Mitglied im Reichsverband jüdischer Kulturbünde in Deutschland war, wurde während der Novemberpogrome am 10. und 11. November 1938 im hannoverschen Polizeigefängnis oder in der Turnhalle der Polizeidirektion der ehemaligen Kriegsschule inhaftiert. Nach der Freilassung konnte das Ehepaar im März 1939 zunächst nach London,[13] dann im Mai 1946 in die USA emigrieren. Sie lebten in der Nähe von Los Angeles, wo sich Harold Byrns eine neue Karriere als Dirigent und Arrangeur von Filmmusik aufbaute.
Arthur Bernstein starb 1949 im Alter von 73 Jahren und wurde auf dem Mount Carmel Cemetry in Commerce (Kalifornien) begraben.[14] Ottilie Bernstein, die sich im Exil auch Ottila/Ottie Byrns nannte, starb 1952, kurz nach ihrer US-amerikanischen Einbürgerung. Sie ist im Mount Olive Memorial Park, Los Angeles begraben.[15] An das Ehepaar Bernstein erinnert eine Inschrift am Familiengrab auf dem Jüdischen Friedhof Bothfeld.
Schriften
- Tanz. Palucca, Innentitel Palucca. Bilder Besprechungen und Auszüge aus Kritiken von Solo- und Gruppen-Tanzaufführungen 1926/27. Palucca-Solo-Tänze. Palucca-Gruppen-Tänze, Alleinvertretung für das gesamte In- und Ausland, illustrierte Broschur (32 Seiten plus Umschlag) mit Fotografien von Charlotte Rudolph, Hugo Erfurth, Selma Genthe und Wilhelm Moeck. Konzertdirektion Arthur Bernstein, Hannover [1927?].