Aster mongolicus
Art der Gattung Astern (Aster)
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Aster mongolicus (Syn.: Kalimeris mongolica (Franch.) Kitam.), auch Mongolische Schönaster genannt,[1] ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Astern (Aster) innerhalb der Familie Korbblütler (Asteraceae). Sie ist im fernöstlichen Russland, in Nordchina und Korea verbreitet. Aster mongolicus wird als Zierpflanze verwendet.
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Aster mongolicus | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Aster mongolicus | ||||||||||||
| Franch. |
Beschreibung

Vegetative Merkmale
Aster mongolicus ist eine sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 122 Zentimetern erreicht.[2] Sie hat einen dicht horstigen Wuchs ohne Ausläufer.[1] Ihre straff aufrechten Stängel sind im oberen Teil locker verzweigt, gefurcht und anliegend behaart.[2]
Die gestielten, unteren und mittleren Stängelblätter sind bei einer Länge von 5 bis 9 Zentimetern und einer Breite von 2 bis 4 Zentimetern verkehrt-lanzettlich bis schmal-länglich. Sie sind spärlich und kurz behaart bis fast kahl. Die Blattspreite ist fiederspaltig sowie dicht und kurz-borstig behaart. Die linealischen bis länglichen Fiederabschnitte sind ganzrandig und haben stumpfe Enden. Die dünnen Laubblätter im unteren Stängelbereich sind bis zur Anthese bereits verwelkt. Die oberen, reduzierten Stängelblätter sind linealisch-lanzettlich und ganzrandig.[2]
Generative Merkmale
Die Blüte- und Fruchtzeit erstreckt sich von Juni bis Oktober. Die 12 bis 45 Blütenkörbe stehen in offenen, schirmtraubig zusammengesetzten Gesamtblütenständen. Der Blütenkorb hat einen Durchmesser von 2,5 bis 3,5 Zentimetern. Der drei- oder vierreihige Hüllkelch ist 10 bis 15 Millimeter im Durchmesser und halbkugelförmig. Die dachziegelartig angeordneten, ungleichen und kahlen Hüllblätter sind bei einer Länge von 5 bis 7 Millimetern und einer Breite von 3 bis 4 Millimetern elliptisch bis verkehrt-eiförmig. Sie haben einen häutigen, zerschlitzten, weiß oder violett gefärbten Rand und ein stumpfes, grünes oberes Ende.[2]
Die (mindestens 11) 14 bis 25 Strahlenblüten sind weiß bis bläulich-violett gefärbt. Sie sind etwa 14 bis 26 Millimeter lang und 3 bis 5 Millimeter breit. Die gelben Röhrenblüten sind etwa 3 bis 5 Millimeter lang und enden in ungleichen, etwa 1 bis 2 Millimeter langen Kronzipfeln.[2]
Die etwa 3,5 Millimeter langen und 2,5 Millimeter breiten, strohfarbenen bis bräunlichen Achänen sind verkehrt-eiförmig, zusammengedrückt und manchmal dreieckig. Sie sind zwei- oder dreifach gelblich gerippt, spärlich und angedrückt behaart und selten am oberen Ende drüsig behaart. Die 0,3 bis 1,2 Millimeter langen Pappusborsten sind bräunlich gefärbt.[2]
Vorkommen
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Aster mongolicus erstreckt sich von den fernöstlichen russischen Regionen Amur, Chabarowsk und Primorje über die nordchinesischen Regionen Huabei und die Provinzen Heilongjiang, Jilin und Liaoning bis nach Korea.[3] Das Verbreitungsgebiet ähnelt dem von Aster incisus, reicht in China jedoch weiter nach Süden.[4]
Aster mongolicus besiedelt grasige Berghänge, Gebüsche, Feld- und Waldränder sowie lichte Sekundärwälder und Ruderalstellen in Höhenlagen von Meereshöhe bis 1200 Metern.[4][2] In vielen Habitaten kommt sie gemeinsam mit Aster incisus vor, wächst aber auch an gestörten, offenen Standorten entlang von Straßen und Wegen, während Aster incisus geschützte und natürliche Standorte bevorzugt.[4]
Systematik
Die Erstbeschreibung von Aster mongolicus erfolgte im Jahr 1883 durch Adrien Franchet in Nouvelles Archives du Muséum d'Histoire Naturelle, Reihe 2, Band 6, Seite 41.[5][3] Das Artepitheton mongolicus bedeutet „mongolisch“ oder „aus der Mongolei stammend“. Es bezieht sich hier auf den ersten Fundort in der nordchinesischen Region Innere Mongolei.[5] Aster mongolicus wird zusammen mit Aster incisus und fünf weiteren in China heimischen Asternarten der Sektion Aster sect. Asteromoea (Blume) Makino zugeordnet.[6]
Synonyme für Aster mongolicus Franch. sind Asteromoea mongolica (Franch.) Kitam., Kalimeris lautureana var. mongolica (Franch.) Kitag. und Kalimeris mongolica (Franch.) Kitam.[3] Letzteres galt viele Jahre lang als gültiger Artname. Dies hing mit der Anerkennung der Gattung Kalimeris zusammen, siehe Forschungsgeschichte bei Aster incisus.[7][4] Der Gattungsname Kalimeris wird von einigen Autoren weiterhin unterstützt.[8] Insbesondere in der Gartenliteratur wird der Artname Kalimeris mongolica (Franch.) Kitam. bevorzugt.[9][1]
Verwendung
Aster mongolicus ist als Zierpflanze verbreitet. Im Gartenbau und Handel wird meist das Synonym Kalimeris mongolica verwendet. Die Gattung Kalimeris wurde vom Bund deutscher Staudengärtner zur Staude des Jahres 2026 ausgerufen.[10][11] Es werden vor allem die folgenden Sorten kultiviert:
- ‘Antonia’: Sie wird etwa 80 bis 90 Zentimeter hoch und hat dunkle Stängel, breite, blauviolette Strahlenblüten, eine orange-gelbe Scheibe und manchmal einen doppelten Strahlenkranz.[11][10]
- ‘Mon Jardin’: Sie wird 110 bis 120 Zentimeter hoch und hat schmalere, etwas hängende, weiße Strahlen mit gelber Scheibe.[11][10]
Aster mongolicus eignet sich vor allem für sonnige Gehölzränder, aber auch für großflächige oder kleine Gruppen in Staudenrabatten und pflegeleichten Wildblumenwiesen.[9][12] Sie blüht in den Hochsommermonaten, jedoch nicht so lange wie Aster incisa. Durch das Entspitzen der Triebe wird ein kompakter Wuchs gefördert und die Zahl der Blüten erhöht. Aster mongolicus bevorzugt vollsonnige bis halbschattige Standorte in mäßig nährstoffreichen, durchlässigen, mäßig trockenen bis frischen Böden. Sie ist winterhart bis −23 °C (Zone 6).[1][12]
Literatur
- Yilin Chen, Luc Brouillet, John C. Semple: Aster Linnaeus. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Hong De-Yuan (Hrsg.): Flora of China. Band 20–21. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2011, S. 574–632, Aster mongolicus Franchet auf Seite 587 (textgleiche Online-Version).
- Leo Jelitto, Wilhelm Schacht, Hans Simon: Die Freiland-Schmuckstauden, Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. 5., völlig neu bearbeitete Auflage. 2: I bis Z. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2002, ISBN 3-8001-3265-6, Kapitel Kalimeris Cass. mit K. altaica, K. incisa, K. mongolica und K. yomena auf Seite 526.
Weblinks
- Illustration von Aster incisus und Aster mongolicus in der Flora of China.
- Kalimeris mongolica bei Missouri Botanical Garden.
- Aster mongolicus Franch. bei Astereae Lab, University of Waterloo, Ontario.
- Aster mongolicus bei Chicago Botanic Garden.