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Aster incisus

Art der Gattung Astern (Aster) From Wikipedia, the free encyclopedia

Aster incisus (Syn.: Kalimeris incisa (Fisch.) DC.), auch Japanische Schönaster oder einfach Schönaster genannt,[1] ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Astern (Aster) innerhalb der Familie Korbblütler (Asteraceae). Sie ist im fernöstlichen Russland, in Nordchina, Korea und Japan verbreitet. Aster incisus wird als Zierpflanze verwendet.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Aster incisus

Aster incisus

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Astereae
Gattung: Astern (Aster)
Art: Aster incisus
Wissenschaftlicher Name
Aster incisus
Fisch.
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Beschreibung

Blütenkörbe

Vegetative Merkmale

Aster incisus ist eine sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 120 Zentimetern erreicht.[2] Sie hat einen dicht horstigen Wuchs ohne Ausläufer.[3] Ihre straff aufrechten, gefurchten Stängel sind im oberen Teil locker verzweigt und kahl oder spärlich angepresst behaart.[2]

Die sitzenden Stängelblätter sind bei einer Länge von 6 bis 10 (selten bis zu 15) Zentimetern und einer Breite von 1,2 bis 2,5 (selten bis zu 4,5) Zentimetern elliptisch-lanzettlich bis lanzettlich. Die Blattunterseite ist anliegend behaart bis fast kahl, die Oberseite kahl oder fast kahl. Die Blattspreite ist am Rand eingeschnitten-gesägt, manchmal fiederlappig und selten ganzrandig. Die Blattbasis ist allmählich verschmälert. Die Blattadern stehen hervor und die Blattspitze ist zugespitzt. Die dünnen Laubblätter im unteren Stängelbereich sind bis zur Anthese bereits verwelkt. Die oberen, reduzierten Stängelblätter sind linealisch-lanzettlich und ganzrandig.[2]

Generative Merkmale

Die Blüte- und Fruchtzeit erstreckt sich von Juni bis Oktober.[2] Die 10 bis 55 Blütenkörbe stehen in offenen, schirmtraubig zusammengesetzten Gesamtblütenständen. Der Blütenkorb hat einen Durchmesser von 2,5 bis 3,5 Zentimetern. Der dreireihige, 5 bis 7,5 Millimeter breite und 7 bis 12 Millimeter hohe Hüllkelch ist halbkugelförmig. Die dachziegelartig angeordneten Hüllblätter sind länglich-lanzettlich, auf der Unterseite spärlich und fein behaart und am Rand bewimpert. Die äußeren Hüllblätter sind 3 bis 4 Millimeter lang und spitz. Die inneren Hüllblätter sind 4 bis 5 Millimeter lang und rötlich gefärbt. Sie haben einen häutigen Rand und ein stumpfes oberes Ende.[2]

Die 16 bis 27 (selten weniger oder mehr) Strahlenblüten sind blass-lila bis weiß oder bläulich-violett gefärbt. Sie sind 15 bis 18 Millimeter lang und 2 bis 2,5 Millimeter breit. Die gelben Röhrenblüten sind 3 bis 4 Millimeter lang und enden in einer glockenförmigen, behaarten Blütenkrone mit kleinen, dreieckigen Kronzipfeln.[2]

Die 3 bis 3,5 Millimeter langen, zusammengedrückten, bräunlichen Achänen sind verkehrt-eiförmig und angedrückt behaart. Ihr heller Rand ist zweirippig, manchmal dreirippig. Die 0,5 bis 1,2 Millimeter langen Pappusborsten sind rötlich gefärbt.[2]

Chromosomensatz

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 9; es liegt Diploidie vor mit der Chromosomenzahl 2n = 18.[2]

Vorkommen

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Aster incisus erstreckt sich von den fernöstlichen russischen Regionen Transbaikalien, Amur, Chabarowsk und Primorje über die nordchinesische Region Innere Mongolei und die Provinzen Heilongjiang, Jilin und Liaoning bis nach Korea und Japan. In Westsibirien und in Schweden gilt Aster incisus als neophytisch eingebürgert.[4]

Aster incisus besiedelt grasige Hänge, lichte Gebüsche, Waldränder und Forstkulturen, sowie Feuchtwiesen und Straßenränder in Höhenlagen von 400 bis 1000 Metern.[2]

Systematik und Forschungsgeschichte

Die Erstbeschreibung von Aster incisus erfolgte im Jahr 1812 durch Friedrich Ernst Ludwig Fischer in Mémoires de la Société impériale des naturalistes de Moscou, Band 3, Seite 76.[5] Das Artepitheton incisus bedeutet „eingeschnitten“ oder „herausgeschnitten“ und bezieht sich hier auf die eingeschnitten-gezähnten Laubblätter. Zwei Varietäten sind bekannt:[4]

  • Aster incisus Fisch. var. incisus: Sie kommt im östlichen Russland, im östlichen Teil der Inneren Mongolei, in den chinesischen Provinzen Heilongjiang, Jilin und Liaoning sowie in Korea und Japan vor.[2] Charakteristisch sind die Verzweigungen, die in einem Winkel von weniger als 45° vom Stängel abstehen. Die lanzettlichen bis schmal länglichen Laubblätter sind gezähnt oder selten ganzrandig. Die Strahlenblüten sind 15,5 bis 22 Millimeter lang.[6]
  • Aster incisus var. macrodon (Vaniot & H.Lév.) Soejima & Igari (Syn.: Aster macrodon Vaniot & H.Lév.): Dieser Endemit kommt nur auf der koreanischen Insel Jejudo (Cheju) vor.[2] Charakteristisch sind die Verzweigungen, die in einem Winkel von mehr als 45° vom Stängel abstehen. Die länglichen bis elliptischen Laubblätter sind am Rand gekerbt. Die Strahlenblüten sind 8,6 bis 15,5 Millimeter lang.[6]

Synonyme für Aster incisus Fisch. sind Asteromoea incisa (Fisch.) Koidz., Boltonia incisa (Fisch.) Benth., Grindelia incisa (Fisch.) Spreng. und Kalimeris incisa (Fisch.) DC.[4]

Forschungsgeschichte

Viele Jahre lang galt das Synonym Kalimeris incisa (Fisch.) DC. als gültiger Artname. Dies hing mit der Anerkennung der Gattung Kalimeris zusammen. Bis heute gibt es konkurrierende Ansichten zur Untergliederung der Gattung Aster sowie zur Ausgliederung verschiedener Gattungen, je nachdem, ob ein enges oder ein weites Gattungskonzept bevorzugt wird und welche Merkmale als charakteristisch für eine Gattung gelten.[6] Der Name Kalimeris wurde erstmals im Jahr 1822 von Alexandre Henri Gabriel de Cassini als Untergattung der Gattung Aster veröffentlicht. Im Jahr 1825 hob er in Dictionnaire des Sciences Naturelles, 2. Auflage, Band 37, Kalimeris in den Rang einer Gattung und nannte Aster incisus Fisch. als einzige darin aufzunehmende Art.[7] Er bestimmte „kurze Pappusborsten, kegelförmige Blütenkelche und flache Achänen“ als charakteristische Gattungsmerkmale.[8] Daraufhin veröffentlichte Augustin Pyrame de Candolle im Jahr 1836 in Prodromus systematis naturalis regni vegetabilis, Band 5, Seite 258, die Neukombination von Aster incisus Fisch. zu Kalimeris incisa (Fisch.) DC.[9] Dies wird von einigen Autoren bis heute vertreten.[10] Insbesondere in der Gartenliteratur wird der Name Kalimeris incisa (Fisch.) DC. bevorzugt.[1][3][11]

Selbst unter den Autoren, die Kalimeris als eigenständige Gattung anerkannten, gibt es allerdings sehr unterschiedliche Ansichten über die Abgrenzung zur Gattung Aster und die spezifischen Merkmale der Kalimeris-Arten. Je nach Autor, betrachteten Pflanzenmerkmalen und Arealen wurden vier, sechs, sieben, acht oder elf verschiedene Arten der Gattung Kalimeris zugeordnet, alternativ auch den Gattungen Aster, Asteromoea, Grindelia oder Boltonia.[6] Zudem kommen die von Cassini bestimmten Kalimeris-Merkmale, wie „kurze Pappusborsten“, auch bei anderen, sich ansonsten stark unterscheidenden Asternarten vor.[12]

In den Jahren 1972 bis 1989 wurden natürliche Hybriden zwischen Kalimeris incisa und Aster ageratoides entdeckt und eingehend untersucht.[13] Ab 1995 wurden phylogenetische Untersuchungen der Gattung Kalimeris und anderer ostasiatischer Gattungen durchgeführt.[14][12][15][16] Diese zeigten, dass eine Kalimeris-Artengruppe aus etwa zehn Arten mit stark gezähnten Laubblättern und einzeln stehenden oder in beblätterten, flachen Gesamtblütenständen sitzenden Blütenkörben eindeutig und auch im engeren Sinne zur Gattung Aster gehört.[13] Entsprechend wurden davon die sieben in China heimischen Arten, einschließlich Kalimeris incisa, im Jahr 2011 in der Flora of China neu kombiniert und als Sektion Aster sect. Asteromoea (Blume) Makino in die Gattung Aster aufgenommen.[17][18] Entsprechend ist Aster incisus Fisch. auch bei Kew Science der gültige Artname.[4]

Verwendung

Aster incisus als Zierpflanze

Aster incisus ist als Zierpflanze weit verbreitet. In Gartenbau und Handel wird meist das Synonym Kalimeris incisa verwendet. Die Gattung Kalimeris wurde vom Bund deutscher Staudengärtner zur Staude des Jahres 2026 ausgerufen.[19][20] Es werden fast ausschließlich Sorten kultiviert, wie:

  • ‘Alba’: Diese Sorte wird etwa 50 Zentimeter hoch und hat kleine, weiße Blüten.[20][11]
  • ‘Blue Star’: Diese Sorte wird etwa 60 Zentimeter hoch und hat zart-lila Blüten.[20][21]
  • ‘Charlotte’: Diese aufrechte, weniger in die Breite wachsende Sorte wird bis zu 80 Zentimeter hoch und hat hellviolette Blüten.[20]
  • ‘Madiva’: Diese breitbuschige Sorte wird etwa 70 Zentimeter hoch und hat etwas größere, im Aufblühen zart rosafarbene, später fast weiße Blüten.[20]

Aster incisus eignet sich vor allem für sonnige Gehölzränder,[3][1] aber auch großflächig oder in kleinen Gruppen für Staudenrabatten, Bauerngärten, Steingärten, pflegeleichte Wildblumensäume, lichte Waldgärten und Parkanlagen.[21] Ihre lange Blütezeit fällt in die Hochsommermonate und füllt damit eine blütenarme Zeit im Staudenbeet.[20] Die bläulichen Weißtöne von Aster incisus lassen sich vielfältig kombinieren,[22][23] beispielsweise mit halbhohen Ziergräsern, Taglilien, Indianernesseln und anderen, farbkräftigen Sommerblühern.[20] Aufgrund ihres Wildstaudencharakters und ihres horstigen, relativ niedrigen Wuchses verträgt Aster incisus allerdings keine Konkurrenz von hohen, ausläufertreibenden, nordamerikanischen Astern.[3] Ansonsten gilt sie als langlebige, gesunde und pflegeleichte Staude, die sowohl mit mäßig trockenen als auch mit zeitweilig feuchten Böden zurechtkommt. Sie bevorzugt vollsonnige bis halbschattige Standorte in mäßig nährstoffreichen, durchlässigen Böden[11] und ist winterhart bis −29 °C (Zone 5)[21] oder −34 °C (Zone 4).[11][23]

Aster incisus als Arzneipflanze

Aster incisus enthält Inhaltsstoffe mit antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Mittels Methanol-Extraktion gewonnene Extrakte aus den oberirdischen Pflanzenteilen enthalten bedeutende sekundäre Pflanzenstoffe, darunter ein Methoxyphenol, Lupeol und Phytol. In-vitro-Versuche an Makrophagen haben gezeigt, dass die Extrakte mehrere entzündungsauslösende, enzymatische Signalwege hemmen und somit die Genexpression von Entzündungsmediatoren, wie Zytokinen, verringern können.[24]

In weiteren Laborversuchen wurde die Wirkung des Extrakts auf menschliche Krebszelllinien untersucht. Der Extrakt löst einen programmierten Zelltod (Apoptose) aus, indem er einen Caspase-abhängigen Signalweg über die Mitochondrien aktiviert. Darüber hinaus hemmt der Extrakt die von den Krebszellen abgegebenen Peptidasen, sodass diese das umgebende basalmembranartige Substrat nicht mehr zerstören können. In einem lebenden Organismus könnte dies dabei helfen, die Ausbreitung von Krebszellen auf andere, durch Basalmembranen geschützte Organe zu verhindern.[25]

Das durch Wasserdampfdestillation aus den oberirdischen Pflanzenteilen gewonnene ätherische Öl wirkt stark zytotoxisch. Dies wurde anhand einer hohen Sterblichkeitsrate von Salinenkrebs-Larven nachgewiesen. Es handelt sich um eine komplexe Mischung aus mehr als 100 verschiedenen organischen Verbindungen. Seine Hauptbestandteile sind Caryophyllenoxid, β-Pinen, Humulen-1,2-Epoxid, Spathulenol und Hexanal.[26]

Literatur

Commons: Aster incisus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Datenblatt und Fotos bei North Carolina Extension: Gardener Plant Toolbox, North Carolina State University.

Einzelnachweise

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