Asterix in Lusitanien
41. Band der Comicreihe Asterix
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Asterix in Lusitanien (französischer Originaltitel: Astérix en Lusitanie) ist der 41. Band der Comicreihe Asterix, der am 23. Oktober 2025 erschienen ist.[1] Wie schon bei den sechs Bänden zuvor war Didier Conrad der Zeichner. Als Autor übernahm zum zweiten Mal Fabcaro die Texte. Die Übersetzung stammt zum neunten Mal von Klaus Jöken.

Handlung
An einem Frühlingsmorgen bittet Schnurres, ein ehemaliger Sklave aus Lusitanien, der bereits im Band Die Trabantenstadt auftrat, die Gallier um Hilfe für seinen inhaftierten Freund, den Garum-Produzenten Schãoprozes, der zu Unrecht verdächtigt wird, Cäsar vergiftet haben zu wollen. Asterix und Obelix reisen daraufhin auf dem Schiff des phönizischen Händlers Epidemais nach Lusitanien. Sie wollen Schãoprozes nicht nur aus seinem Hochsicherheitsgefängnis in Olisipo befreien, sondern zugleich auch seine Unschuld beweisen. Im Zug der Handlung besucht Obelix als Fachkollege einen Steinbruch, muss aber zu seinem Entsetzen feststellen, dass dort keine Hinkelsteine, sondern Pflastersteine für eine Calçada Portuguesa erzeugt werden. Weiter befremdet sie die Eigenheit der Lusitanier, in allem Fröhlichen etwas Trauriges zu sehen – und in allem Traurigen etwas Fröhliches.
Später verkleiden und frisieren sich die beiden Gallier mehrfach als schwarzhaarige Einheimische. Es wird klar, dass in Wirklichkeit Karies, ein Handlanger des römischen Präfekten Fetterbonus und seines Vetters Croesus Lupus, die Würzsoße vergiftete. Er will nämlich Cäsar von dem lusitanischen Kleinunternehmer und seinem Produkt abbringen und ihn dazu bewegen, Garum nur noch bei Lupus’ Firma Garum Lupus zu beziehen. Die Gastwirtin Gama hilft ihnen dabei, Karies betrunken zu machen. Der plappert schließlich in seinem Rausch vor Cäsar alle Fehltaten des Garum-Lupus-Unternehmens aus. Die drei Verschwörer werden verhaftet. Julius Cäsar kauft weiterhin nur noch bei dem lusitanischen Kleinproduzenten ein, der fröhlich wieder zu seiner Tochter Oxala zurückgebracht wird. Kommentiert wird das Abenteuer mit dem berühmten Zitat: „In vino veritas“.
Besonderheiten und Anspielungen
Die lusitanische Sprache wird dadurch charakterisiert, dass ausgiebig der Buchstabe „Ç“ eingesetzt wird und der Diphthong au als „ão“ wiedergegeben wird (z. B. Kabeljão). Statt Umlautpunkten wird ein Zirkumflex geschrieben (Rômer). Das ist eine Neuheit des Albums, die bei früheren Lusitaniern nicht auftrat. Der bisherige Gag, Griechen im Stile des griechischen Alphabets in eckiger Schrift sprechen zu lassen, wurde dagegen ausgelassen.[2]
Die Fischlastigkeit der lusitanischen Küche erweist sich als Problem für Obelix. Charakteristisch für die Lusitanier ist ihre Melancholie und die ihrer Musik (siehe Saudade bzw. Fado).
Die Namen der männlichen Lusitanier enden auf -es, wie zum Beispiel Schnurres, Mayopommes oder Dschipihes, die der Lusitanierinnen auf -a, wie Gama oder Amalia. Gallier und Schweizer enden weiterhin auf -ix (Mandarfjanix, Steuertrix, Cacteenpix), Gallierinnen auf -ine (Flottebine, Pickdirosine), Ägypter auf -is (Praktischgratis, Cahlwienkürbis), Römer auf -us (Fetterbonus, Croesus Lupus) und Griechen auf -os, -as, oder -is (Vauwepolos). Ältere Lusitaner benutzen gegenüber Jüngeren und/oder Kleineren die Verkleinerungsform (Diminutiv) durch das Suffix -inho/-inha, so nennt Schãoprozes seine Tochter „Oxalinha“ und Gama Asterix „Asterixinho“, wie z. B. Ronaldinho.
Neu in dem Album ist eine Veränderung an der Figur des Piraten Baba, der seit Asterix als Gladiator fortlaufend auftrat. Er ist eine Karikatur auf eine Figur im französischen Comic Der rote Korsar. Zuvor sprach er zwar korrektes Deutsch, hatte aber einen Sprachfehler, da er nie das „R“ aussprechen konnte, es wurde durch ein Apostroph ersetzt. Dies war im französischen Original eine Anspielung auf das Antillen-Kreolische, bei dem das „R“ meist entfällt. Manche Kritiker bewerteten diese Darstellung als rassistisch. Stattdessen spricht Baba jetzt sogar extra viele „R's“, wie zum Beispiel in: „Das nächste Mal reißen wir das Ruder rechtzeitig rum!“ Auch Babas Aussehen wurde in diesem Band verändert.[3][4]
Zahlreiche Anspielungen gibt es auch auf die Politik und das Internet. Ein römischer Leiter der Informationspapyri heißt Marcus Zuckergus, ein anderer reicher Römer Elonmus. Auch ein Ägypter namens Royaltschis findet Erwähnung. Der (bereits aus Asterix in Italien bekannte) Garum-Großunternehmer Croesus Lupus ist dem Medienzar Silvio Berlusconi nachempfunden. Der Teilnehmerkreis der dekadenten großen Orgie auf der Galeere von Fetterbonus weist Parallelen zu Donald Trumps Tech-Milliardärsklub auf. Vorbild für die Figur der Amalia ist die legendäre Fado-Sängerin Amália Rodrigues. Der römische Zenturio Pistorius trägt Züge des britischen Comedians Ricky Gervais, und sein deutscher Name verweist auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Albums amtierenden deutschen Bundesminister der Verteidigung.[5] Die gelbe Pferdebahn, die mit über ihr gespannten Seilen verbunden ist, nimmt die Linie 28 der Straßenbahn im heutigen Lissabon vorweg, und der im römischen Kerker nach Nelken als Würzmittel zum Essen verlangende Gefangene, der deswegen angeblich „eine Revoluçion anzetteln“ will, ist ein Verweis auf die Nelkenrevolution im Portugal Mitte der 1970er Jahre.[6][4] Ebenso wird auf das verheerende Erdbeben von Lissabon 1755 angespielt (Zitat eines Steinbrucharbeiters: „Ein Erdbeben reicht, um alles zunichtezumachen.“).[7] Die lusitanische Weinhändlerin Gama posiert in der Abschlussschlägerei wie die allegorische Freiheit auf Eugène Delacroix’ berühmtem Gemälde Die Freiheit führt das Volk.[8]
Ein Fußball spielendes Kind, das zwei Mal im Band zu sehen ist (Panels 17B und 31B), trägt eine grüne Hose und ein rotes Oberteil (wie die portugiesische Fußballnationalmannschaft) mit der römischen Zahl VII, eine Anspielung auf den portugiesischen Fußballspieler Cristiano Ronaldo und seine Rückennummer 7.
Veröffentlichung
Die erste Auflage in deutscher Sprache, übersetzt von Klaus Jöken, erschien bei Egmont Ehapa Media.[1] Die Tageszeitung Die Welt präsentierte vorab und exklusiv das Cover des 41. Asterix-Albums, bevor es am 15. September 2025 auch offiziell publik gemacht wurde.[9]
Rezeption
Nadine Lange resümierte im Tagesspiegel, der neue Asterix komme „in warmen Farben und mit liebevoll übertriebene[n] Klischees“ daher. Selbst Idefix lerne schnell „das lokale Idiom: ‚Wão!‘“[10]
Arno Frank befand im Spiegel, dass dieser Band „es sogar mit den Klassikern aufnehmen“ könne.[11]
Markus Lippold (n-tv) sah in dem Band eine „Detektivgeschichte“ und hielt das für „eine Stärke und eine Schwäche“. Conrad und Fabcaro hätten „Tempo rausgenommen, um sich dafür auf die Geschichte konzentrieren zu können“. Asterix in Lusitanien sei „ein handlungsorientierter Band, der eine runde Geschichte“ erzähle, „kein Gagfeuerwerk wie ‚Die weiße Iris‘“, auch sei er erzählerisch und zeichnerisch „entsprechend zurückhaltender“, allerdings hätte „[e]twas mehr Experimentierfreude“ dem Band gutgetan.[4]
Laut Judith von Sternburg von der Frankfurter Rundschau ist Asterix in Lusitanien „ein vorbildlicher Band: treu und keck zugleich, dabei mit Zärtlichkeit angelehnt an die großen Tage von ‚Asterix bei den Briten‘“. Asterix und Obelix wirkten „so munter wie Texter und Zeichner. Die sich an alle Regeln halten.“[7]
In der Welt schrieb Matthias Heine, dass Conrad und Fabcaro es in diesem Band geschafft hätten, „das sechs Jahrzehnte alte Asterix-Muster noch einmal neu, aktuell und witzig zu variieren“.[12]
Weblinks
- Asterix in Lusitanien bei asterix.com