Avanaida – Todesbiss der Satansviper

Film von William Fruet (1983) From Wikipedia, the free encyclopedia

Avanaida – Todesbiss der Satansviper (Alternativtitel: Der Biß – Avanaida – Todesbiß der Satansviper, Originaltitel: Spasms) ist ein kanadischer Horrorfilm des Regisseurs William Fruet aus dem Jahr 1983 mit Peter Fonda und Oliver Reed in den Hauptrollen und Kerrie Keane und Al Waxman in tragenden Rollen. Die Filmhandlung beruht auf dem Roman Death Bite von Michael Maryk und Brent Monahan. Die englische DVD pries den Film folgendermaßen an: „SPASMS is a shocking thriller with suspense and terror that is heightened by some of the most advanced techniques in the field of cinematic special effects.“ (frei übersetzt: SPASMS ist ein schockierender Thriller voller Spannung und Terror, dessen Wirkung durch den Einsatz einiger der fortschrittlichsten Techniken auf dem Gebiet der filmischen Spezialeffekte noch verstärkt wird.)[2]

TitelAvanaida – Todesbiss der Satansviper
OriginaltitelSpasms
ProduktionslandKanada
OriginalspracheEnglisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Avanaida – Todesbiss der Satansviper
Originaltitel Spasms
Produktionsland Kanada
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1983
Länge 90[1] Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie William Fruet
Drehbuch Don Enright,
William Fruet
Produktion John G. Pozhke,
Maurice Smith
Musik Eric N. Robertson,
Tangerine Dream
Kamera Mark Irwin
Schnitt Ralph Brunjes
Besetzung
  • Peter Fonda: Dr. Tom Brasilian
  • Oliver Reed: Jason Kincaid
  • Kerrie Keane: Suzanne Cavadon
  • Al Waxman: Warren Crowley
  • Marilyn Lightstone: Dr. Claire Rothman
  • Miguel Fernandes: Mendez/Tasaki
  • Angus MacInnes: Diakon Tyrone
  • Laurie J. Brown: Allison
  • Gerard Parkes: Captain Novack
  • William Needles: Dean Franklin
  • Denis Simpson: Abo Shaman
  • Patrick Brymer: Seemann/Agent
  • George Bloomfield: Reverend Thanner
  • Al Maini: Abo, Dolmetscher
  • Denise Fergusson: Patientin in der Psychiatrie
  • John Baylliss: Chauffeur
  • Barry Flatman: Reporter
  • David Bolt: Zollbeamter
  • Julie Khaner: Marcie
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Eine weitere Ankündigung des Films lautete folgendermaßen: „You scream, you expand, you explode. A new source of evil is discovered and is out of control. The guardian of the gates of hell… the ultimate terror as it rips into qour flesh. Once you see it… You'll feel it the Rest of your Life!!“ (frei übersetzt: Du schreist, du blähst dich auf, du explodierst. Eine neue Quelle des Bösen wurde entdeckt – und gerät außer Kontrolle. Der Wächter der Tore zur Hölle … der ultimative Schrecken, der sich in dein Fleisch reißt. Sobald du ihn erblickst … wirst du ihn für den Rest deines Lebens spüren!!)[3]

Handlung

Bemalte Eingeborene, die auf der winzigen Pazifikinsel Niraka Pintu vor der Küste Neuguineas leben, wollen die Dämonschlange, die als N’Gana Simbu bekannt ist, heraufbeschwören und verfallen in eine wilde Raserei. Der Legende nach verweilt die Seele jedes Verstorbenen gefangen auf der Insel, deren Name übersetzt „Tor zur Hölle“ bedeutet. Alle sieben Jahre beschwört der Stamm diese Höllenschlange, um die Seelen der Toten zurück in die Tiefen der Hölle zu führen. Als die monströse Schlange dann mit tödlicher Wut einen Angriff gegen die Stammesmitglieder startet, ist nicht nur die Zerstörung groß, es sind auch zahlreiche Todesopfer zu beklagen.

Auch der Großwildjäger und Millionär Jason Kincaid sowie sein Bruder befinden sich unter den Opfern der gigantischen Viper. Im Gegensatz zu seinem Bruder überlebt Jason deren Angriff allerdings. Kincaid verfügt seitdem über eine telepathische Verbindung zu der Schlange, die ihn angegriffen hat. Die Ursache dafür liegt in der Mutation der Gehirnzellen durch das Schlangengift, die für die außersinnliche Wahrnehmung zuständig sind. Er sieht das, was die Schlange sieht. Wenn sie tötet sieht er das und wird von alptraumhaften Visionen geplagt. Um den Fluch, der auf ihm lastet, zu beenden, will er die Schlange töten. So bezahlt er einen zwielichtigen Wilderer, der sie einfangen und zu ihm in die Großstadt auf sein Anwesen bringen soll. Kincaid lebt dort mit seiner attraktiven Nichte Suzanne zusammen, für die er offensichtlich mehr empfindet, als ihm gut tut.

Im Vorfeld der Ankunft der Viper sucht Kincaid den ESP-Forscher und Psychiater Tom Brasilian auf, denn er hofft, dass dieser ihm dabei helfen kann, den telepathischen Kontakt zu der Schlange endgültig zu durchbrechen, der ihm sehr zu schaffen macht. Im Gegenzug bietet er Brasilian an, dessen gesamte laufende Forschung zu finanzieren. Dass Suzanne sich in Tom Brasilian verliebt, war nicht vorhersehbar und ist ein Schlag für Kincaid.

Kaum ist das Schiff mit dem Tier im Hafen angelaufen und ins Tierlabor der von Kincaid finanzierten Universität verbracht, entkommt die Viper aus ihrem Käfig und bewegt sich in Richtung Universitätsgelände. Kincaid, der durch die Augen der Schlange sieht, muss alsbald feststellen, dass das Monster auf der Suche nach ihm ist. Auf ihrer Suche nach Kincaid findet N’Gana Simbu neue Opfer, deren Körper sich nach der Vergiftung auf schreckliche Weise verformen. Erschwerend kommt hinzu, dass auch eine schlangenanbetende Sekte es auf das Tier abgesehen hat und Warren Crowley beauftragt hat, sie an sich zu bringen.

Suzanne will ihrem Onkel helfen und schließt sich der Suche anderer nach dem Untier an. Als die Schlange Kincaid in seinem Haus findet und attackiert, gelingt es diesem nicht, sich telepathisch mit der Tier zu verbinden. Tom Brasilian und Suzanne kommen hinzu und versuchen, ihm zu helfen. In höchster Not erschießt Brasilian die Schlange. Für Kincaid, der von dem Tier gebissen wurde, ist es aber bereits zu spät, er büßt durch den Angriff des Untiers sein Leben ebenso ein wie dieses. Suzanne muss dem Geschehen hilflos zusehen.

Produktion

Dreharbeiten und Produktionsnotizen

Das Budget des Films betrug etwa 4.900.000 CAD. Kurz vor Fertigstellung des Films, war das Budget aufgebraucht, so dass einige Szenen des Films zum Schluss doppelt verwendet werden mussten, um ihn auf eine akzeptable Lauflänge zu bringen.[4][5]

Die Dreharbeiten begannen am 24. September 1981 in Scarborough Bluffs, in Toronto in Ontario in Kanada statt. Das Haupthaus war das Valley Halla Estate, Rouge Park in Toronto, Ontario in Kanada. Die Produktionszeit des Films war vom 24. August bis zum 16. Oktober 1981.[6] Produziert wurde der Film von der Cinequity Corporation (Toronto), der Canadian Film Development Corporation (CFDC) und Famous Players.[7] Kurz nach Drehbeginn war eine weitere Produktionsfirma, die Filmpro Limited, pleitegegangen, was Mehrkosten für die Cinequity Corporation nach sich zog. Verschwendetes Geld war dann ebenfalls dafür verantwortlich, dass das Budget am Ende nicht reichte.[8]

In einer kurzen Filmszene sieht man die Maske aus dem japanischen Horrorfilm Onibaba – Die Töterinnen als Dekorationsobjekt an einer Wand eines Labors, in dem die Schlange untersucht werden soll.

Veröffentlichung

Der Film wurde am 28. Oktober 1983 in Kanada veröffentlicht und am 4. November 1983 in Schweden. In Finnland erfolgte 1984 eine Videopremiere. In der Bundesrepublik Deutschland wurde der Film am 20. Januar 1984 erstmals veröffentlicht, in den Vereinigten Staaten am 11. Mai 1984, in Spanien am 5. Juli 1984 und in Mexiko am 14. März 1985. Der englische Originaltitel Spasms bedeutet soviel wie Krämpfe.

Veröffentlicht wurde der Film auch in Australien, China, Estland, Frankreich, Griechenland, Indien, Irland, Neuseeland, Portugal, Südafrika, in der Sowjetunion und im Vereinigten Königreich.

Rezeption

Kritik

Das Lexikon des internationalen Films kam zu dem Ergebnis: „Geschickt gefertigter Horrorfilm mit sehr spekulativen Schockszenen. (Videotitel: ‚Der Biß – Avanaida – Todesbiß der Satansviper‘)“[1]

Die Autorin und Redakteurin Jennifer Upton meinte, dies sei gar kein schlechter Film, auch wenn er wahrscheinlich nicht ganz dem entspreche, was die Leute 1983 nach dem Trailer erwartet hätten. Ein absolutes Muss sei er jedoch für kanadische Horrorfans, Oliver-Reed-Fans und Schlangenfilm-Liebhaber.[9]

Rhett Miller befasste sich bei Canuxploitation mit dem Horrorfilm und stellte fest, dass Spasms ein interessanter Schlangen-Exploitationsfilm sei, der unter einem geringen Budget leide. Oliver Reed liefere eine starke Leistung ab, die die Rolle eigentlich gar nicht verdient habe. Zeitweise übertreibe er, lege aber viel Gefühl in die Rolle. Manchmal sei er so unkontrolliert, dass seine Hände zittern würden, was jedoch auch an seiner damaligen chronischen Alkoholsucht gelegen haben könnte. Weitaus weniger überzeugend seien Peter Fonda und der kanadische B-Movie-Veteran Al Waxman. Kerrie Keane gebe eine gute weibliche Hauptrolle ab, obwohl ihre Rolle, ebenso wie die von Fonda und Waxman, begrenzt sei. Das Ende des Films, das sich auf einen Showdown zwischen Kincaid und der Schlange reduziere, sei enttäuschend. Der Film bzw. William Fruet schöpfe sein Potential hier nicht aus und ende einfach so, ohne dass man Reeds Charakter näher habe kennenlernen dürfen oder es auch nur zu einer anständigen Konfrontation mit der Schlange gekommen sei. Auch wenn der Produktion zugegebenermaßen im Vorfeld das Geld ausgegangen sei, was das fehlende Ende erkläre und die Laufzeit mit Rückblenden verlängert worden sei, frage man sich, wo das Budget von 5 Millionen Dollar geblieben sei, wenn man bedenke, wie wenig die Schlange im Film tatsächlich zu sehen sei. Abgesehen vom begrenzten Budget sei Spasms ein durchaus unterhaltsamer kanadischer Geheimtipp. Oliver Reed verleihe dem Film Klasse, es gebe einige gelungene Gore-Effekte und der selten verwendete Titelsong von Tangerine Dream gehöre zu den besten der Band. Auch wenn hier keine hohe Kunst geboten werde, werde man von dem Film zweifellos unterhalten.[10]

Brian Bankston schrieb bei Cool Ass Cinema, der Film sei viel besser, als sein Ruf vermuten lasse, auch wenn er insgesamt aufgrund zahlreicher Produktionsprobleme etwas lahm wirke. Auch wenn Spasms trotz seiner Schwächen recht gut sei, besonders wenn die Schlange im Bild sei, wünsche man sich am Ende, der Film hätte mehr zu bieten gehabt. Im Vergleich zu anderen Schlangenfilmen jener Zeit profitiere Spasms von der Mitwirkung talentierter Künstler vor und hinter der Kamera. Peter Fonda und Oliver Reed sowie der mit einem Oscar prämierte Maskenbildner Dick Smith seien hierfür nur drei Beispiele. Abschließend wurde festgestellt, Spasms sei zwar nicht perfekt, aber alles andere als ein schlechter Film und ein Muss für Fans des Subgrenres ‚Naturkatastrophen‘. Er halte, was er verspreche, auch wenn man sich am Ende etwas unbefriedigt fühle. Trotzdem biete William Fruets von vielen Kritikern verrissener Schlangenhorror gerade genug giftigen Unterhaltungswert, um den Zuschauer 95 Minuten lang in seinen Bann zu ziehen.[8]

Der Kritiker Derek Winnert ging mit dem Film auf seiner Seite hart ins Gericht und schrieb, die einzigen Krämpfe, die man hier erleben könne, seien das kollektive Gejohle und Gelächter des Publikums über die miserable Handlung und das Tempo dieser albernen Horrorgeschichte über den britischen Millionär Jason Kincaid und seine psychische Verbindung zu einer gigantischen Giftschlange aus der Hölle. Spasms sei gewalttätiger, ausbeuterischer Unsinn ohne jegliche Spannung oder Nervenkitzel, nur garantierte Unannehmlichkeit und Langeweile. Einziger Lichtblick sei der Soundtrack von Tangerine Dream, was dem Film einen oberflächlichen Reiz verleihe.[11]

Andreas Poletz verfasste ein Hardboiled Movie Review für Hard Sensations und spekulierte, was man über einen kanadischen Film mit einer telepathischen, aber kaum zu sehenden Riesenviper (‚Serpent’s Theme by Tangerine Dream‘) sagen könne und meinte, vielleicht den ersten Dialogsatz des Films: „Die sind strohdumm, diese Eingeborenen. Irgendwas machen die falsch.“ Leider sei der Film „über weite Strecken nur öde“. Von einem Besuch des Films wurde abgeraten.[12]

Auf der Seite SF-Film ist über den Film zu lesen: „Der ziemlich rare kanadische Horrorfilm des Regisseurs William Fruet leidet an einem schlechten Ruf, erzählt jedoch eine Schlangen-Horror-Geschichte der durchaus etwas anderen (und originelleren) Art und wartet zudem mit einer faszinierenden Schlangen-Kreatur auf, die bis zum grossen Finale nicht zu sehen ist und entgegen den Unkenrufen CGI-verblendeter ‚Filmkritiker‘ im Teenager-Alter tricktechnisch sorgfältig, detailliert und vor allem toll designt in Szene gesetzt wurde.“[13]

Auf der Filmseite Remember it for Later schrieb Oliver Nöding, dass Fruet „ein paar ganz hübsche Sache gemacht“ habe, aber dieser Film „trotz der famosen Besetzung und den genannten Splattereffekten ähnliche öde“ sei „wie sein missratener Grusler Funeral Home.“ Es dauere „einfach viel zu lang, bis der Film in die Gänge“ komme, das Monster sehe man „zu spät und der parapsychologische Quark“ führe „nirgendwo hin“. Der Film sei „leider völlig spannungsarm“. Immer wenn er „einzuschlafen“ drohe, werde eine „unbedeutende oder nur zu diesem Zweck eingeführte Nebenfigur plattgemacht, ohne dass man viel“ sehe. Erst zum Schluss bekomme man die Schlange „in (fast) voller Pracht zu Gesicht und wie es bei Filmen“ sei, „die ihre Hinhaltetaktik überstrapazieren“ würden, sei „die Enttäuschung groß“. Dem Film hätte „eine Prise Humor oder wenigstens Lockerheit definitiv nicht geschadet“.[14]

Richard Winters gab dem Film auf der Seite Scopophilie – Filme der 60er, 70er und 80er Jahre 3 von 10 möglichen Punkten und meinte, der größte Schwachpunkt des Films sei, dass man die Schlange quasi nie zu Gesicht bekomme. Dies sei im Grunde ein Schlangenfilm – nur ohne Schlange. Reed habe eine gewisse Intensität ins Spiel gebracht, allerdings sei es unlogisch, dass er am Ende des Films ohne Gehstock herumlaufe, obwohl er ihn die gesamte Zeit zuvor benutzt habe. Ziemlich cool seien die Spezialeffekte der sich aufblähenden Arme und Gesichter der Opfer nach dem Schlangebiss, jedoch sei das Filmende enttäuschend. Die wichtigste Erkenntnis bei diesem Film sei, wenn man schon einen Film über eine riesige, monströse Schlange drehe, müsse man sie irgendwann auch zeigen. Selbst wenn das bedeute, viel Gekld für Computereffekte auszugeben oder eine echte Schlange einzusetzen, dieser Aufwand müsse betrieben werden.[15]

Auszeichnung

Avoriaz International Fantanstic Film Festival 1984

  • Nominiert für den Grand Prize William Fruet

Einzelnachweise

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