Březina u Křtin
Gemeinde in Tschechien
From Wikipedia, the free encyclopedia
Březina (deutsch Bscheschina, auch Brzezina) ist eine Gemeinde im Okres Brno-venkov in Tschechien. Sie liegt vierzehn Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Brünn.
| Březina | ||||
|---|---|---|---|---|
|
| ||||
| Basisdaten | ||||
| Staat: | ||||
| Region: | Jihomoravský kraj | |||
| Bezirk: | Brno-venkov | |||
| Fläche: | 683 ha | |||
| Geographische Lage: | 49° 17′ N, 16° 45′ O | |||
| Höhe: | 440 m n.m. | |||
| Einwohner: | 1.085 (1. Jan. 2023)[1] | |||
| Postleitzahl: | 679 05 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | B | |||
| Verkehr | ||||
| Straße: | Ochoz u Brna – Jedovnice | |||
| Struktur | ||||
| Status: | Gemeinde | |||
| Ortsteile: | 1 | |||
| Verwaltung | ||||
| Bürgermeister: | Michal Bittner (Stand: 2026) | |||
| Adresse: | Březina 24 679 05 Křtiny | |||
| Gemeindenummer: | 581429 | |||
| Website: | www.obec-brezina.cz | |||
Geographie
Březina befindet sich im Süden des Drahaner Berglandes. Das von Wäldern umgebene Dorf liegt in der Quellmulde des Baches Ochozský potok. Březina befindet sich am Rande des Landschaftsschutzgebietes Moravský kras, östlich erstreckt sich der Naturpark Říčky. Südlich erhebt sich die Skalka (478 m n.m.), im Südwesten die Baba (496 m n.m.) und westlich die Vysoká (492 m n.m.). Zwei Kilometer östlich befindet sich bei der Hüttensiedlung Lhotky die Wüstung Lhota.
Nachbarorte sind Křtiny im Norden, Proseč im Osten, Ochoz u Brna im Südwesten, Kanice im Südwesten sowie Babice nad Svitavou und Habrůvka im Nordwesten.
Geschichte
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes Brsyezina datiert auf das Jahr 1365, als Čeněk Krušina von Lichtenburg seiner Ehefrau Dorothea die Burg Ronov und die zugehörigen Dörfer als Leibgedinge zuwies. Nachdem Ronov im 15. Jahrhundert wüst gefallen war, schlugen die Herren von Boskowitz das Dorf der nahegelegenen Herrschaft Nový hrad zu. Seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ist in Březina ein Hof nachweisbar, dessen Besitzer der Landadelige Jiřík von Březina war. 1562 überließ Kaiser Ferdinand I. die Herrschaft Nový hrad mit allem Zubehör, darunter auch das Dorf Březina, als erbliches Gut an Albrecht von Boskowitz und Černahora. Das älteste Ortssiegel stammt aus dem Jahr 1635. 1645 eroberten schwedische Truppen die Burg Nový hrad und brannten sie nieder. Anschließend wurde Březina der Herrschaft Pozořice angeschlossen. 1746 wurde südöstlich von Březina der herrschaftliche Schafhof Nový Dvůr angelegt. Im selben Jahr entstand ein weiterer Wirtschaftshof Nový Dvůr auf den Fluren des wüsten Dorfes Lhota, der später Lhotky genannt wurde. Um den Hof in Lhotky entstand ein Jägerhaus, eine Försterei und 1842 eine Unterkunft für Forstarbeiter. Am westlichen Ortsrand wurde an der Vysoká Kalkstein abgebaut und in der Kalkbrennerei Kruhovka gebrannt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Březina der Herrschaft Pozořice untertänig.
Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Březina ab 1850 mit der Einschicht Lhotky eine politische Gemeinde in der Bezirkshauptmannschaft Brünn. Lhotky wurde 1885 nach Hostěnice umgemeindet. Am 24. April 1901 brach in Proseč ein Großbrand aus. Dieser breitete sich über die schindel- und strohgedeckten Häuser rasch nach Südwesten aus und griff auf Březina über. Dabei wurden 26 Häuser zerstört. 1913 wurde der Glockenturm in Březina abgebrochen. 1921 erfolgte die Zuordnung der Gemeinde zum Okres Brno-venkov. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs kam es in Březina zu schweren Gefechten. Nachdem der Ort am 1. Mai 1945 von sowjetischen Bombern angegriffen worden war, rückte am selben Tag eine 40 Mann starke Vorhut der Roten Armee vor. Bei den Kämpfen starben 38 Rotarmisten und drei Angehörige der Wehrmacht. Außerdem wurde eine Bäuerin durch Granatsplitter getötet. 1950 wurden Proseč und Březina zur Gemeinde Březina zusammengeschlossen und dem Okres Blansko zugeordnet. Seit 2000 führt die Gemeinde ein Wappen und Banner. Mit Beginn des Jahres 2007 wechselte Březina wieder in den Okres Brno-venkov. Die Gemeinde ist nach Křtiny gepfarrt.
Gemeindegliederung
Für die Gemeinde Březina sind keine Ortsteile ausgewiesen. Grundsiedlungseinheiten sind Březina (Bscheschina) und Proseč (Pros).
Bevölkerungsentwicklung
| Březina: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2021 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1869 | 267 | |||
| 1880 | 286 | |||
| 1890 | 296 | |||
| 1900 | 309 | |||
| 1910 | 388 | |||
| 1921 | 371 | |||
| 1930 | 387 | |||
| 1950 | 623 | |||
| 1961 | 684 | |||
| 1970 | 707 | |||
| 1980 | 693 | |||
| 1991 | 628 | |||
| 2001 | 593 | |||
| 2011 | 812 | |||
| 2021 | 1.098 | |||
| Quelle(n): Historický lexikon obcí České republiky 1869–2005, Sčítání 2011, Sčítání 2021 Anmerkung(en): 1950 Gemeindefusion mit Proseč | ||||
Sehenswürdigkeiten
- Filialkirche Maria Mutter der Kirche, eingeweiht 1995
- Wegkreuze
- Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs
- Jubiläumsgedenkstein zur Gründung der Tschechoslowakei
- Gedenkstein für Jan Opletal, westlich des Dorfes
- Naturreservat Březinka, westlich des Dorfes
- Naturreservat U Výpustku, nordwestlich des Dorfes
- Karsthöhle Výpustek mit Museum, nordwestlich des Dorfes
- Karsthöhlen Mariánská und Drátenická nordwestlich des Dorfes
- Karsthöhle Malý lesík, südwestlich des Dorfes
