Kovalovice

Gemeinde in Tschechien From Wikipedia, the free encyclopedia

Kovalovice (deutsch Kowalowitz) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt fünf Kilometer westlich von Rousínov und gehört zum Okres Brno-venkov.

Schnelle Fakten Basisdaten, Verkehr ...
Kovalovice
Wappen von Kovalovice
Kovalovice (Tschechien)
Kovalovice (Tschechien)
Basisdaten
Staat: Tschechien Tschechien
Region: Jihomoravský kraj
Bezirk: Brno-venkov
Fläche: 471 ha
Geographische Lage: 49° 12′ N, 16° 49′ O
Höhe: 256 m n.m.
Einwohner: 673 (1. Jan. 2023)[1]
Postleitzahl: 664 06
Kfz-Kennzeichen: B
Verkehr
Straße: PozořiceVelešovice
Nächster int. Flughafen: Brno-Tuřany
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Milan Blahák (Stand: 2010)
Adresse: Kovalovice 10
664 06 Viničné Šumice
Gemeindenummer: 583227
Website: kovalovice.cz
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Geographie

Kovalovice

Kovalovice befindet sich am südlichen Fuße des Drahaner Berglandes in der Thaya-Schwarza-Talsenke. Das Dorf erstreckt sich entlang des Baches Kovalovický potok, der oberhalb des Ortes in einem Bewässerungsteich gestaut wird. Südlich führt die Autobahn D1/E50/E462 vorbei, deren nächste Ausfahrten 210 bei Holubice liegt.

Nachbarorte sind Viničné Šumice im Norden, Vítovice und Královopolské Vážany im Nordosten, Rousínov im Osten, Slavíkovice und Velešovice im Südosten, Stará Pošta, Holubice und Kruh im Süden, Tvarožná im Südwesten, Sivice und Pozořice im Westen sowie Jezera im Nordwesten.

Geschichte

Stará Pošta

Die erste schriftliche Erwähnung von Kovalovice datiert auf das Jahr 1131 und findet sich in einer Stiftungsurkunde des Olmützer Bischofs Heinrich Zdik. Damals bestand das Dorf aus 13 Höfen, Besitzer der umliegenden Teiche war Lev von Klobouk. Kovalovice lag am alten schlesischen Steig, einer Handelsstraße von Brünn nach Wieliczka. 1210 erscheint der Ort in der Bestätigungsurkunde Ottokars I. Přemysl zur Gründung des Klosters Obrowitz. Nachfolgend wechselten die Grundherren mehrfach. 1371 verkauften die Herren von Wildenberg die Burg Wildenberg mit allem Zubehör, darunter auch Kovalovice, an Markgraf Johann Heinrich. Dessen Sohn Jobst überließ 1402 die Dörfer Šumice, Pozořice, Kovalovice und Sivice als Geschenk an Peter von Krawarn auf Plumlov. 1437 veräußerten dessen Neffen Václav und Jiřík das Dorf samt Hof an Zich von Lipina. 1446 ging der Ort an Jakub von Maršov und Markéta von Kovalovice, 1480 an Václav und Jiřík Syrovátký von Lhota. Václavs Söhne verkauften den Ort 1507 an Václav Pavlovský von Widbach. In der Mitte des 16. Jahrhunderts ließ dessen Sohn Hynek in Kovalovice eine Veste errichten. 1563 verkaufte er Dorf und Veste an Albrecht von Boskowitz und Černahora, der Kovalovice der Herrschaft Pozořice anschloss. In Kovalovice bestanden drei Schmieden, die vom Beschlag der Pferde durchreisender Fuhrleute lebten, sowie die Mühle Bahňák am Kovalocký potok. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts zählte das Dorf 45 Häuser. Der Dreißigjährige Krieg führte zu Verödung und Bevölkerungsrückgang, sodass im Hufenregister nur noch 23 Häuser aufgeführt wurden. In den 1720er Jahren entstand südlich des Dorfes die neue Kaiserstraße von Olmütz nach Brünn. An der Straße wurde eine erbliche Posthalterei mit Mautstation und Gasthaus eingerichtet, die Postverbindungen bis Austerlitz und Butschowitz vermittelte. Der Theresianische Kataster von 1754 verzeichnete für Kovalovice 70 Häuser, elf davon ohne Feldbesitz. 1805 traf sich Napoleon Bonaparte vor der Schlacht bei Austerlitz in der Poststation mit seinen Marschällen zu einer Beratung. Nach der Schlacht übernachtete er in der Post. 1836 verstarben 30 Einwohner an der Cholera und 1849 erneut 13. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Kovalovice der Herrschaft Pozořice untertänig.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Kovalovice ab 1850 eine politische Gemeinde in der Bezirkshauptmannschaft Wischau. Ein Großfeuer zerstörte 1852 sieben Häuser des Dorfes. 1866 forderte ein erneuter Ausbruch der Cholera 56 Opfer. 1873 eröffnete in Kovalovice eine einklassige Dorfschule, in die bis 1885 auch die Kinder von Šumice eingeschult waren. Bis 1891 wurden auf den Feldern des Gutshofes Anis angebaut. 1950 wurde Kovalovice dem Okres Slavkov zugeordnet. Seit 1961 gehört die Gemeinde zum Okres Brno-venkov.

Gemeindegliederung

Für die Gemeinde Kovalovice sind keine Ortsteile ausgewiesen. Zu Kovalovice gehört die aus sechs Häusern bestehende Ansiedlung Stará Pošta (Posorschitzer Post).

Sehenswürdigkeiten

  • Kapelle St. Peter und Paul, geweiht 2001
  • ehemalige Feste am Dorfplatz, nach der Rekonstruktion dient sie als Gaststätte Na Tvrzi
  • russische Kapelle in Stará Pošta, 1851 zum Gedenken an die russischen Gefallenen in der Schlacht bei Austerlitz
  • alte Poststation in Stará Pošta, das Gebäude aus dem Jahr 1785, dient heute als Restaurant, außerdem ist darin ein Museum über das Postwesen und die Schlacht bei Austerlitz untergebracht
Commons: Kovalovice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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