B. Wongar
australischer Schriftsteller
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Bahumir Wongar (als Schriftsteller auch B. Wongar; geboren 1932, 1933 oder 1936[1] im Königreich Jugoslawien als Sreten Božić / Сретен Божић; † 8. März 2026 in Melbourne) war ein serbischer Anthropologe und Schriftsteller, der in Australien lebte. Während des größten Teils seiner literarischen Laufbahn befasste er sich fast ausschließlich mit der Situation der australischen Aborigines. Seine 1978 erschienene Kurzgeschichtensammlung The Track to Bralgu („Der Pfad nach Bralgu“) wurde von der ausländischen Presse, die vom Verlag Little Brown in dem Glauben gelassen wurde, Wongar sei ein Aborigine, mit großem Beifall aufgenommen.[2]
Leben
Wongar wanderte 1960 nach Australien aus, wo er im Northern Territory unter Aborigines lebte. Später lebte er in der Nähe von Melbourne.
Er war Verfasser fiktionaler Werke, die in viele Sprachen übersetzt wurden und von denen einige auch in deutscher Übersetzung erschienen: Die Seele und Der Schoß beispielsweise fanden Aufnahme in der Reihe Dialog Dritte Welt.
Die Neuguinea-Tagebücher von Nicholas Mikloucho-Maclay (The New Guinea Diaries, 1871–1883)[3] übersetzte er aus dem Russischen ins Englische.
Seine Autobiographie erschien unter dem Titel Dingoes Den: Von der Traumzeit zur Atomzeit auch auf Deutsch.
In der Kurzbiographie aus dem Buch Australian Voices von Ray Willbanks hieß es über ihn:[4]
„Wongar erlernte ein umfangreiches Aborigines-Vokabular, vertiefte sich in die Mythen der Aborigines und in das tägliche Stammesleben und machte sich daran, das australische und internationale Bewusstsein für den Reichtum der Aborigines-Kultur, die Bedeutung der mündlichen Überlieferung und die schädlichen Auswirkungen der Unterwerfung der Schwarzen durch die Weißen in Australien zu schärfen, insbesondere durch Atomtests und die Umsiedlung und Zersplitterung der Aborigines-Stämme. Diese letztgenannten Themen waren Gegenstand von drei Romanen, die Wongar seine Nuclear Trilogy[5] nannte.“
In einem Dokumentarfilm berichtete Wongar über seine Erfahrungen mit dem jugoslawischen kommunistischen Parteifunktionär Slobodan Penezić in seiner einstigen Heimat und seine eigene damalige Naivität.[6]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Aboriginal Myths (mit Alan Marshall[7]), 1972
- The Sinners, 1972
- The Trackers, 1975
- The Track to Βralgu, 1978
- Babaru, 1982
- Bilma, 1984 (Gedichte)
- The Last Pack of Dingoes: Stories, 1994
- (Nuclear Cyle)
- Walg, 1983
- Karan, 1985
- Gabo Djara, 1987
- Raki, 1997
- Manhunt, 2008
- Didjeridu Charmer, 2015
- Totem and Ore[8]: A Photographic Collection. Dingo Books, 2006
Deutsche Übersetzungen:
- Der Schoß: Roman aus Australien, Lamuv-Verlag, 1983, ISBN 9783921521786. Übersetzt von Annemarie Böll. (Walg, dt.)
- Die Seele. Bornheim-Merten: Lamuv-Verlag, 1985, Orig.-Ausg., 1. Aufl. Dialog Dritte Welt (Karan, dt.)
- Dingoes Den: Von der Traumzeit zur Atomzeit. Aus dem Engl. von Gisela Triesch. Isele, K, 2006, ISBN 3861424231 (Autobiographie)
- Babaru. Eggingen : Ed. Isele, 1997
- Der Pfad nach Bralgu. Erzählungen. Mit einem Vorwort von Eberhard Brüning und dem Aufsatz "Bumerang und Bodenschätze" von Bahumir Wongar - Übersetzt von Hannelore Winter - mit Anmerkungen von Helmut Reim - Reclams Universal-Bibliothek 881. Leipzig : Reclam, 1981 (Inhaltsverzeichnis - der Ausgabe 1988)
- Das kleine Känguruh und andere australische Märchen aus der Traumzeit. (Die Erdkreisbücher 15). Kassel : Röth, [1980] (Aboriginal myths)
Als Übersetzer
- Nicholas Mikloucho-Maclay: The New Guinea Diaries, 1871–1883. Dingo Books, 2007. (Übersetzung aus dem Russischen)
Literatur
- B. Wongar: Spuren der Traumzeit, Geschichten der australischen Ureinwohner. Mit einem Beitrag zur Mythologie der Aborigines von Herbert Boltz und ihrer sozialen Situation von Eckhard Supp, mit Abb., übersetzt von Mignon Scanzoni. München, Trikont 1981, ISBN 3881670815 (Inhalt: Mogwoi, der Trickster - Jambawal, der Donnergeist - Willy-Willy - Armer Freund Dingo - Miringu - Der Fährtenleser - Buwad, die Fliege - Girigiri, die Falle - Goarana, der Ameisenbär - Balanda - Maramara - Mogo, der Krokodilmensch. Anhang: Herbert Boltz: Australische Mythologie - Eckhard Supp: "und jetzt wollen wir unser Land zurück!" - Interview mit Don Dunstan.)
- Robert Drewe: Solved: The Great B. Wongar Mystery. In: The Bulletin – Literary Supplement. 21. April 1981, S. 2–7, abgerufen am 11. März 2026 (englisch).
- Therese-Marie Meyer: Where fiction ends. Würzburg: Königshausen und Neumann, 2006 (Online-Teilansicht)
- Jason Gibson (2016): B. Wongar Collection in Museums Victoria Collections (Online)
Weblinks
- Website des Autors ( vom 6. März 2021 im Internet Archive) (aus dem Webarchiv)
- Wongar, B ( vom 18. März 2016 im Webarchiv archive.today)
- B. Wongar, Author (circa 1932 -)
- Wongar, B
- B. Wongar (Kurzbiographie aus dem Buch Australian Voices von Ray Willbanks) – University of Texas Press (in Teilansicht)