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Bahnhof Röblingen am See

Bahnbetriebswerk an der Bahnstrecke Halle–Hann From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Bahnhof Röblingen am See (früher Bahnhof Oberröblingen am See) ist eine Betriebsstelle der Hauptbahn Halle–Hann. Münden und der früher hier einmündeten Nebenbahn Nebenbahn nach Vitzenburg auf dem Gemeindegebiet des Seegebiets Mansfelder Land in Sachsen-Anhalt. Sie trägt den Namen des 2010 eingemeindeten Ortes Röblingen am See. Südlich des Bahnhofs befand sich früher das Bahnbetriebswerk Röblingen am See. Heute dient der Bahnhof hauptsächlich dem Reiseverkehr, der Personenverkehr auf der Nebenbahn nach Vitzenburg ist eingestellt und im Güterverkehr werden nur noch Bedienungsfahrten zu einem Kalkwerk von Röblingen am See aus durchgeführt.

Schnelle Fakten Röblingen am See, Daten ...
Röblingen am See
Baureihe 442 im Bahnhof (2017)
Baureihe 442 im Bahnhof (2017)
Baureihe 442 im Bahnhof (2017)
Daten
Betriebsstellenart Bahnhof
Lage im Netz Anschlussbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Abkürzung LRN
PLC DE18917
Eröffnung 1865
Profil auf bahnhof.de roeblingen-am-see
Lage
Stadt/Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land
Ort/Ortsteil Röblingen am See
Land Sachsen-Anhalt
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 27′ 47″ N, 11° 40′ 2″ O
Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Röblingen am See
Bahnhöfe in Sachsen-Anhalt
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Geschichte

Der Bahnbau von Halle nach Kassel durch die Magdeburg-Leipziger Eisenbahn-Gesellschaft wurde 1862 beschlossen, von Anfang an sollte Oberröblingen eine sogenannte „Anhaltestation“ bekommen. Der Streckenabschnitt von Halle (Saale) nach Eisleben der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden wurde am 19. August 1865 abgenommen. Allerdings waren noch nicht alle Bahnhofsgebäude fertiggestellt, so unter anderem auch in Oberröblingen. Daher konnte die Strecke erst am 1. September 1865 eröffnet werden.[1.1]

1883 entstand vom Bahnhof aus eine Anschlussbahn zur Zuckerfabrik Erdeborn.[2] Der Bahnhofsname Oberröblingen wurde 1879 nach der Eröffnung der Bahnstrecke Sangerhausen–Erfurt mit dem Bahnhof Oberröblingen (Helme) um den Zusatz am See ergänzt.[1.2] Die Bahnstrecke nach Querfurt wurde 1884 eröffnet, diese wurde 1904 dann bis Vitzenburg verlängert.

Zeitweise hielten in Oberröblingen auch einige Schnellzüge, obwohl die Hauptbahn vor allem dem Güterverkehr diente.[1.3][1.4] Ebenso bestand hier eine Bahnmeisterei.[1.2]

Am 1. Juli 1950 wurde die Bahnhofsbezeichnung in den bis heute gültigen Namen Röblingen am See geändert.[1.2]

Der Personenverkehr Richtung Querfurt wurde 2003 eingestellt, seitdem wird von Röblingen am See aus nur noch das Anschlussgleis des Kalkwerks der Fels-Werke bei Schraplau bedient.

Seit 2025 wird der Bahnhof wegen der Sanierung der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden umgebaut. Dabei entsteht auch ein neues, überlanges Überholgleis.[3] Zudem soll Ende 2026 ein neues Elektronisches Stellwerk in Betrieb gehen, das die zwei vorhandenen Stellwerke ersetzen soll.[4][5] Außerdem sollen mit dem neuen Stellwerk die Bahnstationen Blankenheim (Kr Sangerhausen) Bft Kreis, Blankenheim (Kr Sangerhausen) Bft Trennung, Lutherstadt Eisleben, Teutschenthal, Riestedt und Sangerhausen ferngesteuert werden.[6]

Bahnbetriebswerk

Im Jahre 1872 sah sich die Preußische Staatseisenbahn auf Grund der Neigungsverhältnisse zwischen Oberröblingen am See und Sangerhausen gezwungen, dort eine Schiebelokstation einzurichten, aus der das Bahnbetriebswerk (Bw) Oberröblingen entstand. Der Bahn der Anlagen stand in Zusammenhang mit dem Bau der Kanonenbahn, in dessen Folge auch die Bahnstrecke Halle–Hann. Münden zweigleisig ausgebaut wurde. Bauträger war bereits der preußische Staat, obwohl die Bahngesellschaft der Strecke erst 1879 verstaatlicht wurde.[1.5]

Nach vierjähriger Bauzeit wurden die Anlagen im Jahre 1876 mit einem dreiständigen Lokschuppen, eine Drehscheibe und zwei Lokomotiven dem Betrieb übergeben.[1.6] Zunächst war die Eisenbahndirektion Frankfurt/Main, ab 1882 die Direktion Erfurt und ab 1895 die Direktion Halle für die Betriebsstelle zuständig. Um 1900 wurde das Bahnbetriebswerk mehrfach erweitert, letzte große bauliche Veränderung war der Einbau einer 16-m-Drehscheibe im Jahr 1916.[7]

Am 1. Mai 1952 wurde das Bw Oberröblingen in Bw Röblingen am See umbenannt.[8.1]

Nach der Stilllegung des Abschnitts Schochwitz–Heiligenthal der Bahnstrecke Halle Klaustor–Hettstedt übernahm das Bw ab 1968 die Wartungsarbeiten an den Lokomotiven der Einsatzstelle Gerbstedt des Bw Halle P.[9] Von 1945 bis zur Auflösung des Bahnbetriebswerks unterstand die Einsatzstelle Querfurt ebenfalls dem Bw Röblingen.[10.1][7]

Am 31. Dezember 1990[11.1], 1. März 1991[7] oder im Jahr 1992 wurde das Bahnbetriebswerk Röblingen am See als selbstständige Dienststelle aufgelöst und dem Bw Halle G unterstellt. Seit dem 1. Januar 1994 war Röblingen nur noch eine Personaleinsatzstelle des neugegründeten Betriebshof Halle G. 1997 endete der Betrieb endgültig und die Einsatzstelle wurde geschlossen. Die Gleisanlagen sind seit 2004 weitgehend abgebaut. Im Oktober 2007 wurden die baulichen Anlagen abgerissen.[10.1]

Fahrzeugeinsatz

Hauptsächlich waren hier Dampflokomotiven der Gattungen T 3, T 9.2, T 9.3, T 12, T 14, T 16.1,[8.2][8.3] preußische und badische G12 sowie die Baureihen 03.2, 23.10, 44.0,[12] 52,[13] 52.80,[14] und 83.10 stationiert. Kurzzeitig waren auch einzelne Fahrzeuge der Baureihen 50.0,[13] 58.30,[12] 86[15] und 98.62[16] in Röblingen am See im Einsatz. Am 2. April 1973 kam die erste Großdiesellokomotive in Form der 131 009 in das Bw. Die Lokomotiven dieser Baureihen waren hier bis zur Auflösung der Dienststelle beheimatet und lösten die ölgefeuerten Loks der Baureihe 44 ab.[11.2] Zunächst wurden 1981 letztmalig Dampflokomotiven eingesetzt.[7][14] Wegen Einsparungen von Diesel wurden allerdings noch bis 1982 kurzzeitig Dampflokomotiven der Baureihe 52.80 eingesetzt, danach kam es ebenfalls noch zu Heizlokeinsätzen.[17] In unterschiedlich großen Stückzahlen waren weitere Diesellokomotiven der Baureihen 101, 106, 110, 111 und 112 hier beheimatet.

Literatur

  • Das Bw Röblingen. In: Deutsche Bahnbetriebswerke. GeraMond Verlag, ISSN 0949-2119.

Einzelnachweise

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