Bahnstrecke Thiviers–Saint-Aulaire
Eisenbahnstrecke
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Die Bahnstrecke Thiviers–Saint-Aulaire ist eine 55 km lange, eingleisige, nicht elektrifizierte Eisenbahnstrecke in den französischen Départements Dordogne und Corrèze. Sie führt vom Bahnhof Thiviers an der Bahnstrecke Limoges-Bénédictins–Périgueux in südöstliche Richtung bis zum Bahnhof Saint-Aulaire südlich von Objat, wo sie auf die Bahnstrecke Nexon–Brive-la-Gaillarde trifft. Die etwas kürzere Hälfte der Strecke bis Excideuil ist außer Betrieb, aber nicht entwidmet, während der südöstliche Teil stillgelegt, entwidmet und abgebaut ist.[2]
| Thiviers–Saint-Aulaire | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Bahnhof von Saint Aulaire, um 1900 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckennummer (SNCF): | 616 000 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kursbuchstrecke (SNCF): | 99[1] | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenlänge: | 55,0 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Maximale Neigung: | 20[2] ‰ | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Geschichte
Die Konzession für diese Strecke wurde am 28. Juni 1883 an die Bahngesellschaft Compagnie du chemin de fer de Paris à Orléans (PO) vergeben,[3] nachdem diese zwei Jahre zuvor ein entsprechendes Gesuch gestellt hatte.[2] Nachdem im Mai 1892 die Fertigstellung der Bahnstrecke Quéroy-Pranzac–Thiviers erfolgt war, wollte man von Angoulême aus über Thiviers auf möglichst kurzem Weg Brive-la-Gaillarde erreichen. Am Bahnhof Saint-Aulaire – etwa drei Kilometer nordöstlich des Dorfs Saint-Aulaire – stieß man auf die Bahnstrecke Nexon–Brive-la-Gaillarde, die bereits seit 1875 in Betrieb war.
Im Plan Freycinet von 1879, in dem die Stärkung der Eisenbahninfrastruktur Frankreichs beschrieben wurde, ist diese Strecke unter der laufenden Nummer 97 eingetragen. Dort heißt es „Nontron à ou près Sarlat, en passant par ou près Thiviers, Villiac et Condat, avec embranchement d’Hautefort à un point à déterminer entre Objat et Brive“, also „von Nontron nach oder in der Nähe von Sarlat, über oder in der Nähe von Thiviers, Villiac und Condat, mit einer Abzweigung von Hautefort an einem noch festzulegenden Punkt zwischen Objat und Brive.“ Trotz einiger Ingenieurbauwerke von größerem Ausmaß, insbesondere im Tal der Auvézère, wurde der Bau schnell vorangetrieben und die Strecke konnte am 15. Oktober 1898 in voller Länge eingeweiht werden.[2] Damit war das Ziel der Erschließung des ländlichen Raums, hier der Norden des Périgord und des Départements Corrèze, einschließlich der Einbindung zweier kleiner Marktstädte – namentlich Excideuil und Hautefort – erfüllt. Zusätzlich war eine Entlastungsstrecke als Querverbindung zweier Hauptstrecken geschaffen worden.
Wie auf Nebenbahnen in Frankreich gesetzlich vorgeschrieben, gab es täglich drei Zugpaare – im Sommer zeitweise vier –, bestehend aus gemischten Personen- und Güterwagen, die an allen Bahnhöfen hielten und den Güterumschlag erledigten. Alle Züge wurden bis Brive geführt. Der Güterumschlag verzögerte die Fahrzeiten erheblich, sodass im Jahr 1907 für die 55 km lange Strecke zwischen zweieinhalb und drei Stunden vorgegeben waren. Im Fahrplan von 1938 benötigten die Züge nur noch ca. 90 Minuten. An dieser Konstruktion des Fahrplans lässt sich erkennen, dass die Strecke immer nur lokalen Bedürfnissen genügen sollte.[4.1]
Wichtiger war dem Bahnbetreiber der Güterverkehr. Auf der Strecke fand Schwertransport von Gusseisen, Eisenerz und Koks für die Giessereien in Ruelle und Excideuil statt, ferner wurden Baustoffe transportiert, insbesondere bis zu 300.000 Tonnen Gestein (Höchstwert 1924) von dem Steinbruch bei Corgnac. Auch gab es Transporte von Rohstoffen wie Holz und Mangan sowie von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Maschinen. Von lokalen Bahnhöfen wie Segonzac oder Objat gingen teils ganze Güterwaggons mit Obst – vor allem Kirschen und Pflaumen –, Nüssen, Pilzen und Gemüse bis nach Paris, Brüssel oder London.[4.2]
Nach Verstaatlichung der Strecke am 1. Januar 1938 durch die SNCF wurde sie aus Gründen der Unwirtschaftlichkeit zum 27. Juni 1940 für den Personenverkehr geschlossen. Das Aus für den Güterverkehr folgte in drei Etappen: am 28. August 1955 das südöstlichste Teilstück Excideuil–Saint-Aulaire, dann am 1. Juni 1986 Corgnac–Excideuil und Thiviers–Corgnac schließlich am 27. Januar 1991. Die Entwidmungsdaten sind Excideuil–Saint-Aulaire (BK 482,618–518,570) am 24. Mai 1960 und Thiviers–Excideuil (BK 464,570–482,618) am 11. Juli 1994.[2]
Sekundärbahnen
An mehreren Bahnhöfen gab es von unterschiedlichen Bahngesellschaften Anschluss an Sekundärbahnen. Zwar mussten Güter von oder auf Meterspurwagons umgeladen werden und Fahrgäste mussten umsteigen, doch konnten damit auch kleinere Ortschaften im Umland die Vorzüge eines Bahnanschlusses genießen. Diese Infrastruktur hatte oft nur wenige Jahre Bestand und wurde – nach latenter Fragilität – gegen Mitte des 20. Jahrhunderts unrentabel und wurde durch Bus- und Lastkraftwagenverkehr ersetzt.
Am Bahnhof Ayen-Juillac im Weiler Soulet kreuzte die Bahnstrecke die Straße vom etwa vier Kilometer südlich der Strecke gelegenen Ayen ins etwa sechs Kilometer nördlich des Bahnhofs gelegene Juillac. In den Jahren 1912 bis 1932 folgte dieser Straße auch die Strecke La Rivière de Mansac–Juillac der Tramways de la Corrèze, die am Schnittpunkt mit der Strecke der PO ihrerseits eine Station namens Pont-du-Soulet einrichtete.[5][6]
Darüber hinaus gab es noch eine Werksbahn, die einen Steinbruch bei Corgnac-sur-l’Isle bediente. Diese Schmalspurbahnen bei Corgnac-sur-l’Isle der Bauart Decauville verkehrte auf Meterspur über knapp zwei Kilometer bis zu einem Steinbrecher, an den eine weitere, auf 600 mm laufende Schmalspurbahn angeschlossen war.
| Bahnhof | Verbindung | Länge [km] | Betreiber | Betriebszeit |
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| Thiviers | Thiviers – Saint-Yrieix | 33[7] | Chemins de fer du Périgord (CFP), ab 1921 Chemins de Fer Départementaux (CFD) | 1912–1934 |
| Corgnac-sur-l’Isle | Steinbruch bei Corgnac-sur-l’Isle | 2[8] | Société des carrières de Bretagne et de Normandie[9] | 1925–1947 |
| Excideuil | Périgueux – Excideuil – Saint-Yrieix | 83[7] | Tramways de la Dordogne (T.D.) | 1887/1893–1948/1949 |
| Ayen-Juillac (Pont-du-Soulet) | La Rivière de Mansac–Juillac | 27[6] | Tramways de la Corrèze | 1912–1932 |



