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Bahnstrecke Thiviers–Saint-Aulaire

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Die Bahnstrecke Thiviers–Saint-Aulaire ist eine 55 km lange, eingleisige, nicht elektrifizierte Eisenbahnstrecke in den französischen Départements Dordogne und Corrèze. Sie führt vom Bahnhof Thiviers an der Bahnstrecke Limoges-Bénédictins–Périgueux in südöstliche Richtung bis zum Bahnhof Saint-Aulaire südlich von Objat, wo sie auf die Bahnstrecke Nexon–Brive-la-Gaillarde trifft. Die etwas kürzere Hälfte der Strecke bis Excideuil ist außer Betrieb, aber nicht entwidmet, während der südöstliche Teil stillgelegt, entwidmet und abgebaut ist.[2]

Weitere Informationen Thiviers–Saint-Aulaire ...
Thiviers–Saint-Aulaire
Bahnhof von Saint Aulaire, um 1900
Bahnhof von Saint Aulaire, um 1900
Streckennummer (SNCF):616 000
Kursbuchstrecke (SNCF):99[1]
Streckenlänge:55,0 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 20[2] 
Bahnstrecke Limoges-Bénédictins–Périgueux von Limoges
Abzweig geradeaus und ehemals von rechts
Bahnstrecke Quéroy-Pranzac–Thiviers von Angoulême
StreckeU-Bahn-Strecke von links (außer Betrieb)
Tramways de la Dordogne (T.D.) Thiviers–St. Yrieix (1 m)
BahnhofU-Bahn-Kopfbahnhof Streckenende
463,4 Thiviers 253 m
Tunnel
Tunnel de Thiviers (401 m)
Abzweig geradeaus und nach rechts
464,6 Bahnstrecke Limoges-Bénédictins–Périgueux n. Périgueux
Strecke mit Straßenbrücke
~466,8 N 21
Tunnel
Tunnel de Labaurie (60 m)
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
~467,5 Evzerac-Labaurie ~197 m
Brücke über Wasserlauf
~470,8 Isle (Pont de Corgnac; 52 m)
StreckeU-Bahn-Strecke von links (außer Betrieb)
Werksbahn zum Steinbruch (1 m; 1920er-Jahre–1986)
ehemaliger BahnhofU-Bahn-Betriebs-/Güterbahnhof Streckenende
471,5 Corgnac-sur-l’Isle
Brücke über Wasserlauf
Ravillou (Viaduc de Saint-Germain-des-Prés; 135 m)
ehemaliger Bahnhof
Saint-Germain-des-Prés
Tunnel
Tunnel d’Excideuil (860 m)
ehemaliger Bahnhof
482,4 Excideuil
U-Bahn-Strecke querKreuzung geradeaus untenU-Bahn-Bahnhof quer (Strecke außer Betrieb)
~482,5 D 705 (ehem. N 705) u. C.F.P. Perigueux–St.Yrieix (1 m)
Ende Gleislage
Brücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
~483,8 Loue (Pont d’Excideuil)
Tunnel (Strecke außer Betrieb)
~487,4 Tunnel de Saint-Raphaël (606 m)
Brücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
~490,9 Auvézère (52 m)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
491,8 Cherveix-Tourtoirac 139 m
Bahnübergang (Strecke außer Betrieb)
~494,1 D 704 (ehem. N 704)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
495,0 Hautefort 155 m
Abzweig geradeaus und nach rechts (Strecke außer Betrieb)
~495,5 Bahnstrecke Hautefort–Terrasson n. Terrasson-Lavilledieu
Tunnel (Strecke außer Betrieb)
Tunnel de Boisseuilh (290 m)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
500,4 Boisseuilh 183 m
Brücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
~501,6 Dalon
Grenze (Strecke außer Betrieb)
~503,3 Département Dordogne / Corrèze
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
507,4 Segonzac-Saint-Robert 216 m
Tunnel (Strecke außer Betrieb)
Tunnel de Segonzac (730 m)
U-Bahn-Kopfbahnhof StreckenanfangBahnhof (Strecke außer Betrieb)
512,4 Ayen-Juillac 141 m
U-Bahn-Abzweig quer und nach rechts (Strecke außer Betrieb)Kreuzung geradeaus obenU-Bahn-Strecke quer
Tramways de la Corrèze T.C. La Rivière-de-M.–Juillac (1 m)
Abzweig ehemals geradeaus und von links
Bahnstrecke Nexon–Brive-la-Gaillarde von Nexon
Bahnhof
518,5
486,6
Saint-Aulaire (Keilbahnhof)
Bahnstrecke Nexon–Brive-la-Gaillarde n. Brive-la-Gaillarde

Kilometrierung von Bahnhof Paris-Austerlitz über Vierzon und Limoges
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Geschichte

Das 135 m lange Viaduc de Saint-Germain-des-Prés
Tunnel de Saint-Raphaël
Bahnhof Hautefort

Die Konzession für diese Strecke wurde am 28. Juni 1883 an die Bahngesellschaft Compagnie du chemin de fer de Paris à Orléans (PO) vergeben,[3] nachdem diese zwei Jahre zuvor ein entsprechendes Gesuch gestellt hatte.[2] Nachdem im Mai 1892 die Fertigstellung der Bahnstrecke Quéroy-Pranzac–Thiviers erfolgt war, wollte man von Angoulême aus über Thiviers auf möglichst kurzem Weg Brive-la-Gaillarde erreichen. Am Bahnhof Saint-Aulaire – etwa drei Kilometer nordöstlich des Dorfs Saint-Aulaire – stieß man auf die Bahnstrecke Nexon–Brive-la-Gaillarde, die bereits seit 1875 in Betrieb war.

Im Plan Freycinet von 1879, in dem die Stärkung der Eisenbahninfrastruktur Frankreichs beschrieben wurde, ist diese Strecke unter der laufenden Nummer 97 eingetragen. Dort heißt es „Nontron à ou près Sarlat, en passant par ou près Thiviers, Villiac et Condat, avec embranchement d’Hautefort à un point à déterminer entre Objat et Brive“, also „von Nontron nach oder in der Nähe von Sarlat, über oder in der Nähe von Thiviers, Villiac und Condat, mit einer Abzweigung von Hautefort an einem noch festzulegenden Punkt zwischen Objat und Brive.“ Trotz einiger Ingenieurbauwerke von größerem Ausmaß, insbesondere im Tal der Auvézère, wurde der Bau schnell vorangetrieben und die Strecke konnte am 15. Oktober 1898 in voller Länge eingeweiht werden.[2] Damit war das Ziel der Erschließung des ländlichen Raums, hier der Norden des Périgord und des Départements Corrèze, einschließlich der Einbindung zweier kleiner Marktstädte – namentlich Excideuil und Hautefort – erfüllt. Zusätzlich war eine Entlastungsstrecke als Querverbindung zweier Hauptstrecken geschaffen worden.

Wie auf Nebenbahnen in Frankreich gesetzlich vorgeschrieben, gab es täglich drei Zugpaare – im Sommer zeitweise vier –, bestehend aus gemischten Personen- und Güterwagen, die an allen Bahnhöfen hielten und den Güterumschlag erledigten. Alle Züge wurden bis Brive geführt. Der Güterumschlag verzögerte die Fahrzeiten erheblich, sodass im Jahr 1907 für die 55 km lange Strecke zwischen zweieinhalb und drei Stunden vorgegeben waren. Im Fahrplan von 1938 benötigten die Züge nur noch ca. 90 Minuten. An dieser Konstruktion des Fahrplans lässt sich erkennen, dass die Strecke immer nur lokalen Bedürfnissen genügen sollte.[4.1]

Wichtiger war dem Bahnbetreiber der Güterverkehr. Auf der Strecke fand Schwertransport von Gusseisen, Eisenerz und Koks für die Giessereien in Ruelle und Excideuil statt, ferner wurden Baustoffe transportiert, insbesondere bis zu 300.000 Tonnen Gestein (Höchstwert 1924) von dem Steinbruch bei Corgnac. Auch gab es Transporte von Rohstoffen wie Holz und Mangan sowie von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Maschinen. Von lokalen Bahnhöfen wie Segonzac oder Objat gingen teils ganze Güterwaggons mit Obst – vor allem Kirschen und Pflaumen –, Nüssen, Pilzen und Gemüse bis nach Paris, Brüssel oder London.[4.2]

Nach Verstaatlichung der Strecke am 1. Januar 1938 durch die SNCF wurde sie aus Gründen der Unwirtschaftlichkeit zum 27. Juni 1940 für den Personenverkehr geschlossen. Das Aus für den Güterverkehr folgte in drei Etappen: am 28. August 1955 das südöstlichste Teilstück Excideuil–Saint-Aulaire, dann am 1. Juni 1986 Corgnac–Excideuil und Thiviers–Corgnac schließlich am 27. Januar 1991. Die Entwidmungsdaten sind Excideuil–Saint-Aulaire (BK 482,618–518,570) am 24. Mai 1960 und Thiviers–Excideuil (BK 464,570–482,618) am 11. Juli 1994.[2]

Sekundärbahnen

An mehreren Bahnhöfen gab es von unterschiedlichen Bahngesellschaften Anschluss an Sekundärbahnen. Zwar mussten Güter von oder auf Meterspurwagons umgeladen werden und Fahrgäste mussten umsteigen, doch konnten damit auch kleinere Ortschaften im Umland die Vorzüge eines Bahnanschlusses genießen. Diese Infrastruktur hatte oft nur wenige Jahre Bestand und wurde – nach latenter Fragilität – gegen Mitte des 20. Jahrhunderts unrentabel und wurde durch Bus- und Lastkraftwagenverkehr ersetzt.

Am Bahnhof Ayen-Juillac im Weiler Soulet kreuzte die Bahnstrecke die Straße vom etwa vier Kilometer südlich der Strecke gelegenen Ayen ins etwa sechs Kilometer nördlich des Bahnhofs gelegene Juillac. In den Jahren 1912 bis 1932 folgte dieser Straße auch die Strecke La Rivière de Mansac–Juillac der Tramways de la Corrèze, die am Schnittpunkt mit der Strecke der PO ihrerseits eine Station namens Pont-du-Soulet einrichtete.[5][6]

Darüber hinaus gab es noch eine Werksbahn, die einen Steinbruch bei Corgnac-sur-l’Isle bediente. Diese Schmalspurbahnen bei Corgnac-sur-l’Isle der Bauart Decauville verkehrte auf Meterspur über knapp zwei Kilometer bis zu einem Steinbrecher, an den eine weitere, auf 600 mm laufende Schmalspurbahn angeschlossen war.

Weitere Informationen Bahnhof, Verbindung ...
Sekundär- und Werksbahnen im Anschluss
Bahnhof Verbindung Länge [km] Betreiber Betriebszeit
Thiviers Thiviers – Saint-Yrieix 33[7] Chemins de fer du Périgord (CFP), ab 1921 Chemins de Fer Départementaux (CFD) 1912–1934
Corgnac-sur-l’Isle Steinbruch bei Corgnac-sur-l’Isle 2[8] Société des carrières de Bretagne et de Normandie[9] 1925–1947
Excideuil Périgueux – Excideuil – Saint-Yrieix 83[7] Tramways de la Dordogne (T.D.) 1887/1893–1948/1949
Ayen-Juillac (Pont-du-Soulet) La Rivière de Mansac–Juillac 27[6] Tramways de la Corrèze 1912–1932
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Commons: Bahnstrecke Thiviers–Saint-Aulaire – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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