Bahnstrecke Zutphen–Glanerbrug
Eisenbahnstrecke in den Niederlanden
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Die Bahnstrecke Zutphen–Glanerbrug, auch Staatslijn D, führt von Zutphen über Hengelo und Enschede bis zur niederländisch-deutschen Grenze bei Glanerbrug.
| Zutphen–Glanerbrug | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Streckenlänge: | 59,6 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckengeschwindigkeit: | 130 km/h | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zweigleisigkeit: | Hengelo–Enschede | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Geschichte
Ab 1859 wurden von der niederländischen Regierung Pläne zur Eröffnung von zunächst zwölf Staatslijnen erarbeitet. Bereits 1861 konnte durch König Wilhelm III. der Grundstein für eine Eisenbahnbrücke bei Zutphen gelegt werden. 1865 wurde die Strecke zwischen Zutphen und Hengelo eröffnet, am 1. Juli 1866 folgte die Verlängerung nach Enschede und am 1. Januar 1868 das letzte Stück bis Glanerbrug.[1] In Glanerbrug bestand ab 1875 Anschluss zur Bahnstrecke Münster–Gronau.
20. Jahrhundert
Infolge des Zweiten Weltkrieges war der Abschnitt zwischen Gronau und Enschede von 1940 bis 1951 außer Betrieb. Im Herbst 1979 wurde der Güterverkehr endgültig eingestellt; zwei Jahre später am 26. September 1981, auch der regelmäßige Personenverkehr. Zum 1. März 1982 erfolgte die Umwandlung in eine Nebenbahn, bevor er am 15. Juni 1985 mit einer Sonderfahrt stillgelegt wurde. Anfang der 1990er Jahre entstand die Idee, auf der Trasse einen Euregio-Radweg zu bauen. Diese Pläne wurden aber nicht weiter verfolgt.
1996 wurde eine niederländisch-deutsche Arbeitsgruppe mit dem Ziel der Wiederinbetriebnahme der Strecke gegründet. Anfangs wurde mit circa 2000 Reisenden pro Tag gerechnet. Am 18. November 1998 wurde eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zur Wiederinbetriebnahme des SPNV zwischen Enschede und Gronau unterzeichnet.
21. Jahrhundert
Der neun Kilometer lange grenzüberschreitende Streckenabschnitt wurde vollständig saniert und die beiden neuen Haltepunkte Enschede-De Eschmarke und Glanerbrug errichtet. Am 6. September 2001 wurde die neue 56 Tonnen schwere Grenzbrücke über die Glane eingebaut.[2] Die Strecke erhielt deutsche Signal- und Sicherungstechnik, sie endete im Bahnhof Enschede an einem neuen Bahnsteig vor der Stadtverwaltung, wurde im Sommer 2013 jedoch zum Gleis 4 verlegt, was seither den Umstieg zum niederländischen Netz vereinfacht. Die Gleisverbindung ist durch Prellböcke unterbrochen. In die Maßnahme wurden 13,5 Millionen Euro investiert. Der grenzüberschreitende Verkehr wurde am 18. November 2001 wiederaufgenommen. Die tägliche Nachfrage ist mittlerweile auf 2.500 Fahrgäste angestiegen.
Am 23. November 2008 hat die DB Netz AG ein elektronisches Stellwerk (ESTW) in Coesfeld in Betrieb genommen. Das ESTW steuert auch den Verkehr auf der Strecke Münster–Gronau–Enschede einschließlich des Abzweiges nach Coesfeld.
Personenverkehr

Bis heute ist nur der zweigleisige Streckenabschnitt von Hengelo nach Enschede elektrifiziert, 2028 sollen die beiden anderen Teilstücke folgen.
Von Zutphen bis Hengelo verkehrt Arriva Nederland mit Fahrzeugen der Typen LINT 41 und Stadler GTW als Teilstück der Verbindung nach Oldenzaal.[3] Zwischen Enschede und Hengelo fahren Regionalexpresse der Relation Zwolle–Enschede und Intercitys von Enschede nach Deventer, Schiphol und Den Haag.
Seit der Wiederinbetriebnahme des grenzüberschreitenden Streckenabschnittes verkehrt auf ganzer Länge die RB 64 Euregio-Bahn im Stundentakt zwischen Münster und Enschede. Zwischen Gronau und Enschede besteht ein Halbstundentakt im Wechsel mit der RB 51 Westmünsterland-Bahn, die von DB Regio NRW betrieben wird (zeitweilig wurde die Strecke von der Prignitzer Eisenbahn GmbH bedient). In Enschede bestehen Anschlüsse an den niederländischen Intercity nach Amersfoort – Schiphol Airport – Rotterdam bzw. Utrecht – Den Haag und zum Sprinter Almelo – Zwolle und Almelo – Deventer – Apeldoorn. Eingesetzt werden für normale Züge 2–3 Dieseltriebwagen vom Typ Bombardier Talent. Als Hauptverkehrszeitverstärker werden auch vereinzelt Züge in Einzeltraktion gefahren. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt circa 49 km/h.
Obwohl die Regionalzüge in Enschede am selben Bahnsteig halten wird das Gleis dort durch zwei Prellböcke getrennt, im SPNV-Zielnetz NRW 2032 ist jedoch vorgesehen die RB 64 als S 64 bis Zwolle und die RB 51 als RE 51 bis Hengelo durchzubinden.[4] Durch die Verlängerung nach Enschede gab es überproportionale Fahrgastzuwächse. Am Wochenende sind viele Fahrgäste auf dem Weg nach Enschede zum dortigen Markt. Ebenso benutzen viele Niederländer die Euregio-Bahn, um zum Beispiel in Münster einen Stadtbummel zu unternehmen. Die Kapazitäten sind während der Hauptverkehrszeit somit sehr nachgefragt.
Die Linie wurde im Rahmen des Dieselnetzes Westliches Münsterland unter Federführung des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) ausgeschrieben.[5] Die Linie wird von der DB Regio AG, Region NRW betrieben. Als Fahrzeuge kommen modernisierte Dieseltriebwagen des Typs Talent zum Einsatz.
Tarife
Es gilt der Westfalentarif im Übergang auch bis Enschede. Für Fahrten nur auf dem in den Niederlanden liegenden Abschnitt Glanerbrug – De Eschmarke – Enschede kommt die OV-chipkaart mit dem Tarif der Nederlandse Spoorwegen (NS) zur Anwendung. Im Gegensatz zu den deutschen Tarifangeboten können diese Tickets nicht am Automaten im Zug gekauft und eingecheckt werden. Für das Schöner-Tag-NRW-Ticket sowie das Schöne-Fahrt-NRW-Ticket gilt eine Übergangsregelung, mit welcher auch von Deutschland kommend bis Enschede und zurück gefahren werden darf. Ebenso gelten das Quer-durchs-Land-Ticket, das Deutschlandticket[6] sowie die Freifahrt für Schwerbehinderte auf der gesamten Strecke.
Planungen: Mehrgleisiger Ausbau und Taktausweitungen
Bislang wird die Strecke nur in den Hauptverkehrszeiten im Halbstundentakt bedient, der sich meist auf die Lastrichtung beschränkt.[7]
Es ist eine Verlängerung des Maas-Wupper-Express aus Richtung Hamm über Münster nach Zwolle vorgesehen, die zwischen Münster und Enschede nur in Steinfurt-Borghorst, Steinfurt-Burgsteinfurt, Ochtrup und Gronau hält. Für das Angebot sind eine Vollelektrifizierung der Strecke, eine Anbindung an das niederländische Netz im Bahnhof Enschede, vier zusätzliche Kreuzungs- bzw. Begegnungsbahnhöfe und eine Blockverdichtung zwischen Münster Zentrum Nord und Münster Hauptbahnhof notwendig. Eine vereinfachte Version mit „reduziertem Infrastrukturausbau“ wäre jedoch auch bereits mittelfristig umsetzbar.[8]
Verbesserung grenzüberschreitende Verbindungen
Zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Verbindungen zwischen Deutschland und den Niederlanden soll der Bahnhof Enschede so hergerichtet werden, dass durchgehende Fahrten zwischen dem deutschen und dem niederländischen Bahnnetz möglich sind und die Strecke Gronau – Enschede elektrifiziert wird. Eine von der EuregioRail durchgeführte Studie kam zu dem Ergebnis, dass stündlich zwei durchgehende Züge Münster – Zwolle als RE und RB, sowie ein stündlicher RE Dortmund – Hengelo den größten volkswirtschaftlichen Nutzen erzeugen. Für die Elektrifizierung im Bereich Gronau – Enschede, dem Umbau des Bahnhofs Enschede, einem zusätzlichen Wendegleis im Bahnhof Hengelo und Ausweichstellen an der Strecke Gronau – Dortmund sind 100 Millionen Euro notwendig.[9] Dieses Konzept sollte im Dezember 2021 in die Transeuropäischen Netze (TEN-T) eingebracht werden.[10] Dies lehnte das Bundesverkehrsministerium aufgrund der mangelnden Wirtschaftlichkeit des Projektes ab.[11] Die Studie der EuregioRail macht darauf aufmerksam, dass bei einer voraussichtlichen Elektrifizierung des Abschnittes Gronau – Münster bis 2028 ohne weitere Maßnahmen nach Enschede ein Pendelzugbetrieb mit zusätzlichem Umstieg in Gronau eingerichtet werden muss.[12]
