Baie de Saint-Vincent

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Die Baie de Saint-Vincent (Sankt-Vinzenz-Bucht) ist eine Bucht im französischen Überseegebiet Neukaledonien. Sie liegt im Südwesten der Hauptinsel Grande Terre in der Gemeinde Boulouparis. Sie wird im Osten von der Halbinsel Uitoé und im Westen von der Halbinsel Bouraké begrenzt. Dazwischen befinden sich zahlreiche Inseln, die mit Korallen-Saumriffen umgeben sind. Die größten sind Île Ducos, Île Hugon, Île Leprédour (Naturreservat)[1] und Île Perceval. Die Bucht wurde am 19. Mai 1803 von dem britischen Kapitän William Kent (1760–1812) entdeckt, der sie als „einen der besten Häfen der Welt“ bezeichnete und ihr den Namen Port St Vincent gab.[2]

Schnelle Fakten Baie de Saint-Vincent (2017) Sankt-Vinzenz-Bucht ...
Baie de Saint-Vincent (2017)
Sankt-Vinzenz-Bucht
Baie de Saint-Vincent

Baie de Saint-Vincent

Gewässer Pazifik
Geographische Lage 22° 0′ S, 166° 5′ O
Baie de Saint-Vincent (2017) (Neukaledonien)
Baie de Saint-Vincent (2017) (Neukaledonien)
Breite22 km
Tiefe12 km
Größte Wassertiefe50 m
Mittlere Wassertiefe15–20 m
InselnÎle Ducos, Île Hugon, Île Leprédour, Île Mathieu, Île Parceval
ZuflüsseOuaméni, Ouenghi, Tontouta
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Das erste Meeresschutzgebiet Frankreichs wurde 1941 in der Baie de Saint-Vincent um die Île Leprédour gegründet.[3] Die Bucht weist auch die höchste Zahl invasiver exotischer Pflanzenarten aller französischen Gewässer auf.[4] Von weltweitem wissenschaftlichen Interesse sind die „Super-Korallen“ von Bouraké. Die hier vorkommenden 66 Arten erweisen sich trotz des sehr niedrigen pH-Werts (7,2), geringen Sauerstoffgehalts (1,9 mg O2L)[5] und der 2–3 °C höheren Wassertemperatur in der Bucht als „super-resistent“.[6][7] Der Mangrovenwald von Bouraké gilt daher als weltweit einzigartig. Internationale Wissenschaftler erforschen in diesem „natürlichen Labor des zukünftigen Klimas“ auch, wie sich die Fische vor Ort an die lebensfeindliche Umgebung angepasst haben.[8]

Die Küste und die Inselwelt der Gegend stellen ein beliebtes Ziel für Ausflügler und Wassersportler dar, insbesondere die kleine Îlot Ténia mit ihrem weißen Sandstrand, die zu den schönsten Neukaledoniens zählt.[9] Die maximale Wassertiefe beträgt 50 m nahe den Passagen, ansonsten liegt sie bei 15–20 m.[10] Die Küstenorte an der Bucht sind Bouraké mit 500 m langem Strand und kostenlosem Campingplatz,[11] Port Ouenghi – ebenfalls mit hellbraunem Sandstrand[12] – und Tomo.

Umweltverschmutzung

Im Oktober 2022 kenterte in der Bucht ein Lastkahn eines Bergbauunternehmens mit 280 Tonnen Erz aufgrund eines Fehlers des Schiffsführers. Die Korallen seien dabei aber nicht zu Schaden gekommen.[13] Die Anwohner, insbesondere die Fischer, beklagen seit Langem die zunehmende Umweltverschmutzung in der Bucht, die sowohl durch das Bergbauunternehmen als auch von den umliegenden Farmern durch Pestizide verursacht wird. Auch beim Bau des am südöstlichsten Arm der Bucht gelegenen Internationalen Flughafens La Tontouta entsorgten die Baufirmen den Bauschutt in der Bucht, woraufhin die Population der Dugongs zurückging. Auf diese Probleme hatte bereits 1974 der Meeresforscher Jacques Cousteau bei einem Besuch hingewiesen.[14]

Rettungsaktion für Pottwal

Im Juli 2018 hatte sich ein 16 m langer, 40 Tonnen schwerer Pottwal in der Baie de Saint-Vincent verirrt und drei Wochen lang versucht, die Bucht zu verlassen. Ranger unternahmen dreimal vergeblich den Versuch, mithilfe mehrerer Boote das Tier zum offenen Meer zu führen. Die Regierung der Südprovinz beschloss daraufhin, den Kadaver des verendeten Tieres 10 Seemeilen vor die Einfahrt der Bucht zu schleppen, da er unzählige Haie anzog und die Schwimmer, Segler und Angler von den Behörden vor Haiangriffen gewarnt werden mussten.[15][16] Allerdings wurde der Kadaver nur drei Tage später erneut von Fischern etwas weiter nördlich nahe dem Strand von Ouano entdeckt. Daraufhin wurde er diesmal 50 Seemeilen weit auf das offene Meer gebracht.[17]

Einzelnachweise

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