Barbara Wurm

österreichische Autorin, Kuratorin und Kulturwissenschaftlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Barbara Wurm (* 1973 in Wien) ist eine österreichische Autorin, Kuratorin und Kulturwissenschaftlerin. Als Filmexpertin mit dem Schwerpunkt Osteuropa hat sie Literatur zu Dsiga Wertow herausgegeben. Sie schreibt Filmkritiken für Zeitungen und Fachpublikationen und ist in Auswahlkomitees von Filmfestivals tätig. Seit 2023 leitet sie die Sektion Forum der Berlinale.

 Porträt von Barbara Wurm vor blauer Photo wall der Berlinale. Sie trägt einen beigen Pullover mit einer Berlinale-Anstecknadel
Barbara Wurm (2026)

Leben und Werk

Wurm studierte Slawistik, Komparatistik und der Germanistik in Wien, Innsbruck, Moskau und München. Sie machte 2003 an der Universität Wien ihren Magister und absolvierte anschließend Praktika in Warschau und Leipzig sowie Forschungsaufenthalte in Moskau, Krasnogorsk und St. Petersburg. Vor ihrer Dissertation zum sowjetischen Kulturfilm an der Humboldt-Universität 2017 war sie u. a. als Fellow in Wien und Berlin und als wissenschaftliche Assistentin für Filmwissenschaft an der Universität Basel tätig. Seit 2011 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich für Ostslawische Literaturen und Kulturen an der Humboldt-Universität.[1] Diese Tätigkeit ist ausgesetzt, solange Wurm die Sektion Forum der Berlinale leitet.[2] Sie folgte 2023 Cristina Nord auf diese Position.[3]

Wurm saß bereits von 2020 bis 2023 im Auswahlkomitee der Berlinale. Sie war Jurymitglied von Festivals wie den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2022 und dem Filmfestival Karlovy Vary.[2] Als Kuratorin wirkte sie beim Wiesbadener GoEast-Festivals[4], beim Dok Leipzig, dem Filmfestival Cottbus und den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen mit.[5] Für das Zeughauskino kuratierte sie 2017 eine Filmreihe zur Filmgeschichte der Oktoberrevolution.[6]

Als Herausgeberin war Barbara Wurm für Veröffentlichungen zum Werk des sowjetischen Filmemachers Dsiga Wertow und über den russischen bzw. den sowjetischen Film verantwortlich.[7] Sie schreibt Filmkritiken, u. a. für Die Tageszeitung, Epd Film Cargo, Sight & Sound[2] und beteiligt sich an Publikumsveranstaltungen des Österreichischen Filmmuseums.[8][9][10] Wurm veröffentlicht wissenschaftliche Aufsätze und ist Mitherausgeberin der Reihe Magma, in der bei Spector Books Raritäten und Neuübersetzungen der sowjetischen Avantgarde erscheinen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Monografien

  • mit Edith Lampl und Nieves Čavić-Podgornik: Russisch für Anfänger. Lehrbuch. Berger, Horn 1997, ISBN 978-3-85028-293-2.

Herausgeberschaft

Beiträge

  • Beschleunigte Blicke, erschütterte Verortung. (Fort-)Bewegungs-Filme und die Experimentalisierung des Sehens im frühsowjetischen Kino. In: Wolfgang Kissel (Hrsg.), Christine Gölz (Mitarbeit): Flüchtige Blicke. Relektüren russischer Reisetexte des 20. Jahrhunderts., Aisthesis Verlag, Bielefeld 2009, S. 397–444.
  • Vertov digital. Numerisch-graphische Verfahren der formalen Filmanalyse. In: Klemens Gruber und Barbara Wurm (unter Mitarbeit von Vera Kropf) (Hrsg.): Digital Formalism. Die kalkulierten Bilder des Dziga Vertov. Maske & Kothurn Nr. 3/2009. Böhlau, Wien 2009, S. 15–43.
  • Breadday / Chlebnyi den’ (Sergei Dvortesvoi). In: Birgit Beumers (Hrsg.): Directory of World Cinema. Russia. Intellect Books, Bristol/Chicago 2011, S. 310–312, ISBN 978-1-78320-010-8.
  • Hommage: Marlen Chuciev – Für immer jung. Katalog des GoEast-Festivals 2015, S. 106–114.
  • Factory. In: Matthew Witkovsky und Devin Fore (Hrsg.): Revoliutsiia! Demonstratsiia! Soviet Art Put to the Test. Yale University Press, Chicago 2017, S. 218–248, ISBN 978-0300225716.
Commons: Barbara Wurm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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