Barbara von Renthe-Fink

deutsche Ärztin und Gesundheitspolitikerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Annemarie Barbara Dorothea von Renthe-Fink, eigentlich von Renthe, genannt Fink[1] (* 25. September 1901 in Berlin; † 14. Oktober 1983 in West-Berlin), war eine deutsche Ärztin und Gesundheitspolitikerin (SPD).

Barbara von Renthe-Fink
Barbara von Renthe-Fink, 1975 in Berlin
Familienwandgrab auf dem Friedhof Columbiadamm (Neue Ostmauer)

Leben und Wirken

Nach dem Selbstmord des Vaters, des Bankdirektors Timon von Renthe, gen. Fink[2] (1869–1913),[3] zog sie mit ihrer Mutter nach Berlin. Das Abitur legte sie an der Cecilienschule in Berlin-Wilmersdorf ab. Danach studierte sie Medizin an den Universitäten Marburg, München und Kiel. Sie promovierte 1928. Zuerst war von Renthe-Fink Hebamme und Assistenzärztin in Glauchau. Sie war dort die bis 1933 Ehefrau des Arztes Otto A. Jäger. Sie ließen sich auf Grund des Doppelverdiener-Gesetzes der Nationalsozialisten scheiden, blieben aber lebenslang befreundet. Sie floh zur Machtübernahme der Nationalsozialisten kurzzeitig in die Schweiz. 1933 zog sie mit Jäger nach Adelsberg und ließ sich als Frauenärztin mit eigener Praxis in Chemnitz nieder.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Renthe-Fink zunächst Stadträtin für Gesundheitswesen in Chemnitz. Ende 1946 wurde sie nach Berlin in die Deutsche Zentralverwaltung für das Gesundheitswesen berufen. Sie gehörte zu den Mitgliedern des Gründungskongresses des Demokratischen Frauenbundes Deutschlands (DFD) und war für den DFD Abgeordnete im Deutschen Volksrat. Ab 1949 arbeitete sie als Abteilungsleiterin bei der Versicherungsanstalt Berlin. Später wirkte die Ärztin in der Senatsverwaltung für Gesundheitswesen, ab 1960 als Senatsdirektorin. Zur Pensionierung 1967 übernahm sie die Position einer Vizepräsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Berlin. Bis zu ihrem Tod war sie im Vorstand des Jüdischen Krankenhauses in Berlin aktiv.

Ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof Columbiadamm in Berlin-Neukölln.

Schriften

  • So alt wie das Jahrhundert. Lebensbericht einer Berliner Ärztin. R. G. Fischer, Frankfurt (Main) 1982, ISBN 3-88323-340-4.

Ehrungen

  • 1967 sollte Renthe-Fink das Bundesverdienstkreuz verliehen werden. Doch sie lehnte die Ehrung ab, da der neue Senat Albertz II die Zusammenlegung der Senatsverwaltungen für Gesundheit und für Jugend und Sport beschlossen hatte.
  • 1975 Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes, in dankbarer Anerkennung besonderer Verdienste
  • 1976: Ernst-Reuter-Plakette
  • Anfang der 1980er Jahre wurde ein neu errichtetes Altenpflegeheim in Berlin-Wilmersdorf, Bundesallee 33, nach ihr benannt.

Literatur

  • Prof. Dr. med. Petzelt: Frau Senatsdirektorin Dr. Barbara von Renthe-Fink zum 65. Geburtstag. Gesundheitspolitik 8. Jg. 1966, S. 256–259.
  • Erwin Jahn: Barbara von Renthe-Fink zum 70. Geburtstag. Gesundheitspolitik 13. Jg. Heft 4, 1971, S. 193–200 (mit Bibliographie, zusammengestellt von Helga Schmidt).
  • Bettina Michalski: Louise Schroeders Schwestern: Berliner Sozialdemokratinnen der Nachkriegszeit. Dietz, Bonn 1996, S. 205 f.
Commons: Barbara von Renthe-Fink – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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