Baselga di Piné
italienische Gemeinde
From Wikipedia, the free encyclopedia
Baselga di Piné (deutsch Wasilig-Pineid) ist eine norditalienische Gemeinde (comune) mit 5326 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025) in der Provinz Trient in der Region Trentino-Südtirol.
| Baselga di Piné | ||
|---|---|---|
| Staat | Italien | |
| Region | Trentino-Südtirol | |
| Provinz | Trient (TN) | |
| Koordinaten | 46° 8′ N, 11° 15′ O | |
| Höhe | 964 m s.l.m. | |
| Fläche | 40,8 km² | |
| Einwohner | 5.326 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Postleitzahl | 38042 | |
| Vorwahl | 0461 | |
| ISTAT-Nummer | 022009 | |
| Bezeichnung der Bewohner | Pinetani oder Pinaitri | |
| Schutzpatron | Madonna di Caravaggio | |
| Website | Baselga di Piné | |
Ortsmitte von Baselga di Piné | ||
Geografie
Die Gemeinde liegt etwa 11,5 Kilometer nordöstlich von Trient und ist Teil der Talgemeinschaft Comunità Alta Valsugana e Bersntol. Im Gemeindegebiet liegt der Lago di Serraia sowie teilweise der Lago delle Piazze.
Ein Teil des Gemeindegebiets gehört zum Naturschutzgebiet Laghestel di Piné.
Geschichte
Der Ort wird erstmals 1160 urkundlich erwähnt. Bis in das 15. Jahrhundert hinein war der Ort mehrheitlich deutschsprachig.
Ab dem 13. Jahrhundert wurde die Hochebene von einer starken Zuwanderung deutscher Bauern bayerisch-tirolerischer Herkunft geprägt. Zu den Gebieten, die für die Rodung von Interesse waren, gehörten Montagnaga, Vigo, Miola, Faida und erstreckten sich bis nach Bedollo, Regnana, Nogaré, Madrano und Vigalzano. Die Ortsnamen zeugen noch heute davon, z. B. Puel, Walt, Erla, Laite, Rauta, Postel, Clinga usw., und auch verschiedene Familiennamen finden sich darin. Offizielle Dokumente in deutscher Sprache existieren nicht, aber Ortsnamen werden erwähnt, wie etwa Veykch (Vigo), Pinait (Pine'), Moserhof (Moseri), Hof von Tresill (Tresilla) und Purgehof (Purga). Auch deutsche Namen werden in den Dokumenten erwähnt, wie etwa Voxele (Füchslein) und Kunz von Miola, Kundiger von Starnigo und Waldele von Montagnaga (Kaufvertrag vom 18. April 1357 zwischen dem Hauptmann von Burg Pergine, Kunz genannt Zinle, und Herzog Ludwig V. von Bayern und Graf von Tirol und Görz). 1537 forderte die deutsche Gemeinde einen Pfarrer in ihrer Sprache und fand mit dem Priester Nicolaus von Neuhaus einen geeigneten Kandidaten. Die Besiedlung abgelegener Höfe nach germanischer Sitte wurde im Laufe der Zeit durch den lateinischen Einfluss der nahe beieinander liegenden Gebäude verdrängt. Die bayerisch-tirolerische Kolonie bewahrte ihre eigenen Gebräuche, Traditionen und ihre Sprache etwa vier Jahrhunderte lang, bevor sie in der ursprünglichen rätoromanischen Bevölkerung aufging.[2][3][4]
Der Unabhängigkeitsgeist der Pinetani wurde auch durch ihre Teilnahme am Bauernaufstand von 1525 bestätigt. 1796 war das Tal Schauplatz blutiger Zusammenstöße zwischen napoleonischen Truppen und den Milizen Tirols, den Schützen.
Sport
- 1975 und 1990 war Baselga di Piné Etappenort des Giro d’Italia.
- Für den Eisschnelllauf ist Baselga di Piné einer der wichtigsten Austragungsorte des Weltcups. Die geplante Ausrichtung der Eisschnelllaufwettbewerbe der Olympischen Winterspiele 2026 wurde im Januar 2023 vom Nationalem Olympischen Komitee Italiens wegen der Kostenexplosion des Neubauprojektes wieder zurückgezogen.[5]
Gemeindepartnerschaft
Baselga di Piné unterhält eine Partnerschaft mit der niederländischen Gemeinde Heerenveen.[6]
Persönlichkeiten
- José Gottardi Cristelli (1923–2005), Erzbischof
- Matteo Anesi (* 1984), Olympiasieger im Eisschnelllauf (2006)
- Mauro Corona (* 1950), Alpinist und Künstler
