Riva del Garda

italienische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Riva del Garda ist eine italienische Gemeinde (comune) mit 17.787 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) in der Provinz Trient (Region Trentino-Südtirol). Sie ist Verwaltungssitz der Talgemeinschaft Alto Garda e Ledro.

Schnelle Fakten
Riva del Garda
Riva del Garda (Italien)
Riva del Garda (Italien)
Staat Italien
Region Trentino-Südtirol
Provinz Trient (TN)
Koordinaten 45° 53′ N, 10° 50′ O
Höhe 70 m s.l.m.
Fläche 40,73 km²
Einwohner 17.787 (31. Dez. 2024)[1]
Fraktionen Campi, Pregasina, Sant’Alessandro, Varone
Angrenzende Gemeinden Arco, Tenno, Ledro, Nago-Torbole, Limone sul Garda (BS), Malcesine (VR)
Postleitzahl 38066
Vorwahl 0464
ISTAT-Nummer 022153
Bezeichnung der Bewohner Rivani
Schutzpatron Santa Maria Assunta und Sant’Andrea
Website www.comune.rivadelgarda.tn.it
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Etymologie

Der Ort wurde erstmals 937 in der lateinischen Form Ripa (deutsch Ufer) urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich aus der geographischen Lage der Siedlung am Ufer des Gardasees ab.[2] Bis 1969 hieß die Gemeinde offiziell Riva.[3] Das deutsche Exonym lautet Reiff oder Reiff am Gartsee.[4]

Lage und Beschreibung

Riva del Garda liegt am nordwestlichen Ufer des Gardasees etwa 41 km südwestlich von Trient auf einer Schwemmebene auf 70 m s.l.m. und ist damit nach Nago-Torbole die zweitniedrigste Gemeinde im Trentino. Der unterhalb der Rocchetta (1578 m s.l.m.) gelegene Ort wird im Osten vom wesentlich niedrigeren Monte Brione (376 m s.l.m.) eingegrenzt. Das bedeutendste Fließgewässer im Gemeindegebiet ist der Varone, der östlich des Stadtkerns in den Gardasee mündet. Zusammen mit den ebenfalls in der Schwemmebene gelegenen Orten Arco und Torbole bildet Riva del Garda die sogenannte La Busa (Dialekt für das Loch), ein im Laufe der Zeit fast zusammengewachsenes Siedlungsgebiet mit über 30.000 Einwohnern.

Das Gemeindegebiet grenzt im Süden an die Lombardei und im Südosten über dem See an die Region Venetien.

Zur Gemeinde Riva gehören die Fraktionen Campi, Pregasina, Sant’Alessandro und Varone sowie die zwei zwischen den 1950er und 1970er Jahren entstandenen und nordöstlich des historischen Ortskerns gelegenen Stadtteile Rione De Gasperi und Rione 2 Giugno.

Geschichte

Uferpromenade um 1860 mit Staffage (Stahlstich)

Riva war bereits in der Römerzeit besiedelt.

Teile der mittelalterlichen Stadtmauer sind noch heute zu sehen, da sie beim Bau neuzeitlicher Gebäude integriert wurden.

Teile der mittelalterlichen Stadtmauer in Riva del Garda

Riva gehörte von 1815 bis 1919 zu Österreich-Ungarn. Während der österreichisch-ungarischen Zeit entwickelte sich die Stadt nicht nur zu einem Touristenzentrum, sondern auch zum Hauptquartier der Militärflottille der k.u.k. Kriegsmarine am Gardasee. Hier war das 3. Bataillon des k.k. II. Landesschützenregiments Bozen stationiert, das am 1. Mai 1893 aufgestellt worden war. Dessen Einsatzgebiet im Ersten Weltkrieg erstreckte sich vom Tonalepass bis Riva del Garda. Auch das 1. Bataillon des 3. Tiroler Kaiserjägerregiments war dort stationiert. Im Ersten Weltkrieg wurde die zur Festung Riva erklärte Stadt von der italienischen Artillerie beschossen, was erhebliche Schäden anrichtete. Nach dem Krieg wurde es im Vertrag von St. Germain an Italien abgetreten.

Viele Teile der ehemaligen Befestigungsanlagen sind noch völlig intakt und können besichtigt werden. Man erkennt die Strandbatterie San Nicolo im Yachthafen sowie die Strandbatterie Bellavista in der äußersten Nordwestecke des Sees direkt an der Ponalestraße.

Bis 1936 war der Ort Endbahnhof der Lokalbahn Mori–Arco–Riva. Das noch vorhandene Empfangsgebäude dient heute als Restaurant.

Bevölkerungsentwicklung

Sehenswürdigkeiten

  • Torre Apponale, der 35 m hoher Uhrturm aus dem Jahre 1220, der über dem Hafen von Riva aufragt ist das Wahrzeichen der Stadt.
  • Rocca di Riva, die Wasserburg geht auf das 12. Jahrhundert zurück Die später im Besitz der Skaliger befindliche Burg erhielt ihr heutiges Erscheinungsbild im 19. Jahrhundert.
  • Bastione, an den Hängen der Rocchetta oberhalb der Stadt gelegene ehemalige venezianische Festungsanlage aus dem 16. Jahrhundert.
  • Chiesa dell’Inviolata, im 17. Jahrhundert errichtete Kirche. Sie zählt zu bedeutendsten Bauwerken des Manierismus im Trentino.
  • Santa Maria Assunta, Pfarrkirche aus dem 18. Jahrhundert.
  • San Tommaso di Canterbury, im Stadtteil San Tommaso gelegene Kirche aus dem 12. Jahrhundert.
  • Die Stadttore San Marco und San Michele, der im 13. Jahrhundert erstmals erwähnten Stadtmauer.
  • Villino Campi, in Strandnähe gelegene Jugendstilvilla aus dem 19. Jahrhundert.
  • Ponale-Wasserkraftwerk, von Giancarlo Maroni entworfenes Pumpspeicherkraftwerk.
  • Ponalestraße, ehemalige Hauptverkehrsader, die Riva del Garda mit dem Ledrotal verband. Die zum Fuß- und Radweg umgewandelte Straße führt aussichtsreich durch die Ostflanke der Rocchetta.
  • Straßensperre Ponale, an der Ponalestraße gelegene österreichisch-ungarische Sperranlage.
  • Cascate del Varone, im Stadtteil Varone gelegene Wasserfälle, die eine Klamm ausgewaschen haben.

Tourismus

Haupteinnahmequelle für den Ort ist der Tourismus. Bereits während der österreichischen Herrschaft, hat sich Riva zu einem bedeutenden Kurort entwickelt. Das milde Klima, die Nähe zum See und das Gebirge machen den Ort für Urlauber interessant.[5]

Der Ort weist einige lange Badestrände auf, diese können im Sommer aber auch überlaufen sein. Ausflugsfahrten mit der Gardaseeflotte sind auf dem See möglich. Aufgrund der zuverlässigen Winde (Ora und Pelér) ist der See auch bei Windsurfern und Seglern beliebt.[5]

Riva del Garda ist auch ein beliebtes Ziel für Mountainbiker. Neben dem alljährlichen Bike-Festival ist Riva del Garda das beliebteste Ziel für Mountainbiker, die eine Transalp machen, da sich der Ort am südlichen Ende der Alpen befindet. Seit 1989 ist Riva das Endziel auf der Heckmair-Route, seit 1995 zusätzlich auch auf der Joe-Route.

Wanderungen, Kletter- und Klettersteigtouren in den umgebenden Bergen sind ebenfalls beliebt, diese Sportler sind aber meist eher im benachbarten Arco zu finden.

Verkehr

Mit der Strada Statale 45 bis Gardesana Occidentale und der Strada Statale 240 di Loppio e Val di Ledro führen gleich zwei vielbefahrene Staatsstraßen durch die Stadt. Des Weiteren nimmt in Riva del Garda die Strada Statale 421 dei Laghi di Molveno e Tenno ihren Ausgang, die das Nordufer des Gardasees über den Passo del Ballino (763 m) mit den Äußeren Judikarien verbindet. Der Hafen von Riva del Garda wird von der Schifffahrtsgesellschaft Navigarda bedient. Der Busbahnhof wird von Fernbussen aus Brescia, Verona und Trient angefahren. Es bestehen zudem Shuttle-Busverbindungen mit dem Flughafen Verona.

Politik

Bürgermeister ist Alessio Zanoni (PD). Er löste 2025 Cristina Santi (Lega) ab, die fünf Jahre lang amtiert hatte.[6]

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben

Ehrenbürger

  • Georg Stolle (1938–2020), Politiker und Bürgermeister von Bensheim, Ehrenbürger von Riva del Garda (2019)

Ehemalige Ehrenbürger

  • Benito Mussolini (1883–1945), der faschistische Diktator war 1924 zum Ehrenbürger von Riva ernannt worden. Im April 2026 wurde die Ehrenbürgerschaft durch einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss aufgehoben.[8] Zuvor hatte ein gleicher Antrag im Stadtrat von Trient nicht die nötige Stimmenmehrheit erhalten.[9]

Siehe auch

Literatur

Commons: Riva del Garda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Riva del Garda – Reiseführer

Einzelnachweise

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