Basilica of the National Shrine of the Immaculate Conception

römisch-katholische Wallfahrtsstätte in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Basilica of the National Shrine of the Immaculate Conception (deutsch Nationalheiligtum Basilika der Unbefleckten Empfängnis) ist eine zur Catholic University of America gehörige römisch-katholische Wallfahrtsstätte in der US-Hauptstadt Washington, D.C. Die von 1920 bis 1961 erbaute neoromanisch-neobyzantinische Kuppelbasilika ist der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter Maria als Schutzpatronin der Vereinigten Staaten gewidmet. Sie ist die größte römisch-katholische Kirche in Nordamerika und eine der zehn größten Kirchen weltweit[1] und hat den Rang einer Basilica minor und eines Nationalheiligtums.

Nationalheiligtum Basilika der Unbefleckten Empfängnis
Inneres

Geschichte

Die Idee eines großen nationalen Marienheiligtums am Regierungssitz der USA entstand um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Entwicklung der Pläne, das Zusammentragen der Mittel und die Ausführung des Baus nahmen ein Jahrhundert in Anspruch und wurden durch den Sezessionskrieg, den Ersten Weltkrieg, die Weltwirtschaftskrise und den Zweiten Weltkrieg unterbrochen.

1913 hatte Papst Pius X. das zur Ausführung gereifte Vorhaben begrüßt und einen namhaften Betrag dafür gestiftet, aber erst 1920, nach Kriegsende und vollständigem Neuentwurf der Architektur, wurde der Grundstein gelegt. 1926 wurde die Krypta fertiggestellt. 1931 wurden die Arbeiten unterbrochen. Der Bau der großen Oberkirche begann im Marianischen Jahr 1954. Am 20. November 1959 wurde die Marienbasilika geweiht. An der Innenausstattung und den Wanddekorationen wird bis heute gearbeitet.

Papst Johannes Paul II. besuchte das Nationalheiligtum am 7. Oktober 1979,[2] Papst Benedikt XVI. am 16. April 2008; er verlieh der Wallfahrtskirche die Goldene Rose. Da das US-amerikanische Militärordinariat (seit 1986 im Rang einer Erzdiözese) als einzige römisch-katholische Diözese der USA keine eigene Kathedrale besitzt, wird für feierliche Anlässe das Nationalheiligtum genutzt.

Architektur

Für die Marienbasilika wurden, in Abgrenzung zur neugotischen anglikanischen Nationalkathedrale, romanisch-byzantinische Formen gewählt. Hauptschöpfer des Entwurfs war Charles Donagh Maginnis († 1955). Als stärkstes Vorbild, auch für den 100 m hohen Glockenturm, kann der Markusdom in Venedig gelten.

Die Basilika ist 140 m lang. Die beiden weitgespannten Joche des Langhauses sind im Mittelschiff mit Flachkuppeln überwölbt, in den Seitenschiffen mit Emporen unterteilt. Daran schließt sich nördlich das Querhaus an. Die Hauptkuppel mit durchfenstertem Tambour über der Vierung hat einen Durchmesser von 33 m. Darauf folgt ein Chorjoch und als Nordabschluss ein Drei-Konchen-Chor. Ober- und Unterkirche sind von zahlreichen Kapellen umgeben.

Ausstattung

Leitthema des aufwendigen Mosaiken- und Skulpturenschmucks ist Maria als Mutter aller Einwanderer und ihrer Herkunftsländer. In 70 Kapellen und Nischen sind unter anderem Nachbildungen von Gnadenbildern aus aller Welt ausgestellt, darunter das von Altötting[3] und das von Mariazell.[4] Neben byzantinisierenden Ausstattungsteilen enthält die Basilika die weltgrößte Sammlung zeitgenössischer Sakralkunst.[5]

Orgeln

South Gallery mit Blick auf die Orgel

Im Nationalheiligtum gibt es zwei große Orgeln in der Basilika selbst sowie ein kleines Instrument in der Krypta.

Die Orgeln in der Basilika befinden sich auf der Rückseite des Hauptschiffs (South Gallery Organ) und auf der westlichen Sängertribüne in der Vierung (West Chancel Organ). Beide Instrumente wurden 1964 bis 1965 von dem Orgelbauer M.P. Möller erbaut und zuletzt in den Jahren 2000 bis 2001 von dem Orgelbauer Goulding & Wood restauriert. Im Zuge der Restaurierung wurden die beiden Rückpositive der South Gallery Organ, die den anderen Werken zum Kirchenraum hin vorgelagert waren, in das Ensemble der Orgel aufgenommen. Beide Instrumente verfügen jeweils über einen viermanualigen Generalspieltisch, von dem jeweils auch das andere Instrument anspielbar ist. Sie haben insgesamt 137 Register (9393 Pfeifen), zuzüglich 13 Transmissionen: die South Gallery Organ 102 Register auf vier Manualwerken, Bombardewerk und Pedal und die West Chancel Organ 48 Register auf drei Manualenwerken und Pedal.

Zahlreiche internationale Organisten gaben auf Basilika-Orgel Konzerte; zu erwähnen ist insbesondere Olivier Messiaen, der 1972 sein Stück Méditations sur le Mystère de la Sainte Trinité in der Basilika uraufführte.[6]

Disposition South Gallery Organ
Choir C–g3
Quintaton16′
Principal8′
Orchestral Flute8′
Gemshorn8′
Gemshorn Celeste8′
Fugara4′
Chimney Flute4′
Zauberflöte2′
Carillon III23
Bass Clarinet16′
Petite Trompette8′
Clairon4′
Tremulant
Pont. Trumpet (BOM)8′

Bombarde C–g3
Diapason8′
Open Flute8′
Octave Major4′
Plein Jeu IV2′
Harmonics IV1′
Bombarde harm.16′
Trompete harm.8′
Clarion harm.4′
Pontifical Trumpet8′
Tremulant
Great C–g3
Contre Violone32′
Violone16′
Principal8′
Chimney Flute8′
Viola8′
Grosse Quinte513
Octave4′
Spitzflote4′
Quinte223
Super Octave2′
Blockflöte2′
Mixture IV113
Scharf IV23
Fagott16′
Trompete8′
Clarion4′
Pont. Trumpet (BOM)8′
Swell C–g3
Contre Viole16′
Principal8′
Gedeckt8′
Viole8′
Viole Celeste8′
Octave4′
Traverse Flute4′
Twelfth223
Flageolet2′
Seventeenth135
Plein Jeu III-IV2′
Cymbale III12
Contre Hautbois16′
Trompette8′
Hautbois8′
Voix Humaine8′
Clairon4′
Tremulant
Right Positiv C–g3
Singend Gedeckt16′
Holzgedeckt8′
Prinzipal4′
Hohlflöte4′
Blockflöte2′
Sifflöte1′
Mixture IV23
Cromorne8′
Tremulant

Left Positiv C–g3
Geigen16′
Principal8′
Rohrflöte8′
Principal4′
Koppelflöte4′
Rohr Nasat223
Octave2′
Spielflöte2′
Terzflöte135
Quintflöte113
Mixture IV113
Tremulant
Pedal C–g1
Gravissima64′
Contre Violone32′
Contre Bourdon32′
Principal16′
Bourdon16′
Violone (GT)16′
Gemshorn16′
Violone (SW)16′
Contrebasse16′
Quintaton (CH)16′
Grosse Quinte1023
Octave8′
Stopped Flute8′
Viole (GT)8′
Choralbass4′
Open Flute4′
Hohlflöte2′
Mixture IV4′
Acuta III113
Contre Bombarde32′
Bombarde16′
Basson (SW)16′
Fagott (GT)16′
Trumpet8′
Clairon4′
Rohrschalmei4′
Disposition West Chancel Organ
Choir C–g3
Dolcan16′
Spitzprincipal8′
Rohrflöte8′
Dolcan8′
Dolcan Celeste8′
Oktav4′
Blockflöte4′
Nazard223
Principal2′
Tierce135
Fourniture III1′
Corno di Bassetto8′
Tremulant
Great C–g3
Bourdon16′
Principal8′
Bourdon8′
Octave4′
Flute a Fuseau4′
Flute a Bec2′
Mixture IV113
Trompete8′
Swell C–g3
Gedeckt16′
Principal8′
Gedeckt8′
Viole8′
Viole Celeste8′
Octave4′
Harmonic Flute4′
Gemshorn2′
Plein Jeu III-IV2′
Contre Hautbois16′
Trompette8′
Hautbois8′
Clairon 4′
Tremulant
Pedal C–g1
Contre Bourdon32′
Soubasse16′
Bourdon (SW)16′
Gedeckt (SW)16′
Viole (GT)16′
Dolcan (CH)16′
Octave8′
Stopped Flute8′
Choralbass4′
Open Flute4′
Rauschquinte II223
Mixture II113
Bombarde16′
Basson (SW)16′
Bombarde8′
Chalumau4′

In der Krypta befindet sich eine kleine, zweimanualige Orgel, die im Jahre 1987 von dem Orgelbauer Schudi erbaut wurde. Das barock disponierte Instrument lehnt sich an Orgeln von Silbermann an. Es hat 23 Register (1.355 Pfeifen) auf zwei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.

Disposition Krypta-Orgel
Hauptwerk C–f3
Principal8′
Rohrflöte8′
Octave4′
Quinte223
Superoctave2′
Terz135
Mixtur IV113
Trompete8′
Tremulant
Oberwerk C–f3
Gedackt8′
Viol di Gamba8′
Rohrflöte4′
Principal2′
Quinte113
Sifflet1′
Cymbel II23
Schalmey8′
Tremulant
Pedalwerk C–f1
Subbass16′
Principal8′
Bordun8′
Octave4′
Rauschpfeife III223
Posaune16′
Trompete8′

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI