Beechcraft 1900

zweimotoriges Turboprop-Zubringerflugzeug From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Beechcraft 1900 ist ein zweimotoriges Zubringerflugzeug der Beech Aircraft Corporation mit Turboprop-Antrieb und Druckkabine. Sie bietet bis zu 19 Passagieren Platz. Zwischen 1984 und 2002 wurden 695 Exemplare gebaut. Die Beechcraft 1900 wurde unter anderem von Air Namibia, Atlantique Air Assistance, Danish Air Transport, Jonair und Twin Jet genutzt.

Schnelle Fakten
Beechcraft 1900
Beechcraft B1900D der Atlantique Air Assistance
Typzweimotoriges Zubringerflugzeug
Entwurfsland
Hersteller Beech Aircraft Corporation
Erstflug 3. September 1982
Produktionszeit

1984–2002

Stückzahl 695
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Beechcraft 1900C der Danish Air Transport

Versionen

Es wurden vier Ausführungen gebaut:

  • 1900: Grundversion für 19 Passagiere
  • 1900C: Hintere Einstiegstür durch größere Frachttür ersetzt
  • 1900C-1: Treibstoffbehälter durch Integraltanks ersetzt
  • 1900D: erhöhtes Kabinendach, dadurch mehr Kopffreiheit für die Passagiere, außerdem mit kleinen Winglets
  • 1900D Executive: Umbau zum Geschäftsreiseflugzeug
  • 1900C Cargo: Umbau als Frachtflugzeug

Der ICAO-Code der Beechcraft 1900 lautet B190.

Zwischenfälle

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Von 1987 bis Januar 2026 kam es mit der Beechcraft 1900 zu 45 Totalverlusten mit 305 Todesfällen.[1] Beispiele:

  • Am 23. November 1987 verunglückte eine Beechcraft 1900C der Ryan Air Services (Luftfahrzeugkennzeichen N401RA) bei einem Regionalflug von Kodiak nach Homer innerhalb des US-Bundesstaates Alaska. Kurz vor der Landung stürzte sie manövrierunfähig zu Boden, wobei 18 der 21 Personen an Bord getötet wurden (siehe auch Ryan-Air-Services-Flug 103).[2]
  • Am 21. August 1990 stürzte eine Beechcraft 1900C der taiwanischen Luftwaffe (1905) auf einem Feld in der Gemeinde Dongshi (Taiwan) ab. Dabei kamen 18 hohe Militärangehörige ums Leben.[3][4]
  • Am 19. November 1996 landete eine Beechcraft 1900C der im Auftrag der US-amerikanischen United Express fliegenden Great Lakes Airlines (N87GL) gerade auf dem Quincy Municipal Airport in Quincy (Illinois), als eine private Beechcraft 65-A90 King Air von einer kreuzenden Startbahn des Flughafens startete. Die Maschinen stießen auf der Kreuzung zusammen. Alle 14 Insassen beider Flugzeuge starben, die der King Air beim Aufprall und die der Beechcraft 1900, weil sich eine Tür nach der Ausbruch des Brandes nicht mehr öffnen ließ und den Passagieren die Existenz einer zweiten Nottür nicht bewusst war (siehe auch United-Express-Flug 5925).
  • Am 30. Juli 1998 stieß eine Beechcraft 1900D der französischen Proteus Airlines (F-GSJM) auf einem Regionalflug vom Flughafen Lyon Saint-Exupéry zum Flughafen Lorient über der Bucht von Quiberon mit einer privaten Reims Cessna F177RG Cardinal (F-GAJE) zusammen. Beide Flugzeuge zerbrachen in der Luft und stürzten ins Meer. Insgesamt starben 15 Menschen, 14 an Bord der Beechcraft und einer an Bord der Cessna. Die Piloten der Beechcraft hatten auf die Bitte eines Passagiers hin eine Kursabweichung über die Bucht von Quiberon vorgenommen, da dort gerade das berühmte Schiff France lag.[6]
  • Am 26. August 2003 stürzte eine Beechcraft 1900D der US Airways Express (N240CJ), die von Colgan Air betrieben wurde, kurz nach dem Start vom Barnstable Municipal Airport (Massachusetts) bei Hyannis ins Meer. Bei dem Unfall kamen beide Piloten an Bord der Maschine ums Leben. Der Absturz war durch grobe Wartungsfehler verursacht worden (siehe auch Colgan-Air-Flug 9446).[9]
  • Am 25. September 2011 wurde nach einem Rundflug über dem Himalaya eine Beechcraft 1900D der nepalesischen Buddha Air (9N-AEK) kurz vor der Landung auf dem Flughafen Kathmandu gegen einen Hügel geflogen. Zur Zeit des Absturzes herrschten niedrige Wolken. Alle 16 Passagiere und 3 Besatzungs-Mitglieder kamen dabei ums Leben.[10]
  • Am 29. Januar 2025 stürzte eine Beechcraft 1900D der Eagle Air (Uganda) (5X-RHB), welche im Auftrag des Light Air Services unterwegs war, kurz nach dem Start in Südsudan ab. Die Maschine war auf dem Weg vom Unity Oil Field zum Flughafen Juba. Laut Augenzeugenberichten brach eine Tragfläche der Maschine ab, was zum Absturz führte. Von den 21 Personen an Bord kamen 20 bei dem Absturz ums Leben.[12]
  • Am 28. Januar 2026 verunglückte eine Beechcraft 1900D (HK-4709) der kolumbianischen Regionalfluggesellschaft SATENA im nördlichen Santander, Kolumbien. Bei dem Unfall kamen alle 15 Insassen ums Leben, die zweiköpfige Cockpitbesatzung sowie 13 Passagiere.[13]

Technische Daten

Beechcraft 1900D D-COCA der deutschen Private Wings
Weitere Informationen Kenngröße, Daten ...
KenngrößeDaten
Besatzung
Passagiere19
Länge17,64 m
Spannweite17,61 m
Höhe4,54 m (1900C), 4,72 m (1900D)
Flügelfläche
Flügelstreckung
max. Zuladung3.000 kg
Leermasse
max. Startmasse17.120 lb (7.668 kg) (Beechcraft 1900D)
Reisegeschwindigkeit427 km/h (Verbrauch: 245 kg/h)
Höchstgeschwindigkeit487 km/h (Verbrauch: 330 kg/h)
max. Steigrate710 m/min
Dienstgipfelhöhe7.620 m
Reichweite („Ferry Flight“)2.620 km
Reichweite mit max. Zuladung707 km
Triebwerke2 × Pratt & Whitney PT6A-65B (oder DPT6A-67D) mit je 865 kW[14] bzw. 906 kW[15]
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Siehe auch

Commons: Beechcraft 1900 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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