Behzad Karim Khani

deutscher Journalist und Schriftsteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Behzad Karim Khani (* 1977 in Teheran) ist ein in Deutschland lebender iranischer Schriftsteller und Journalist.

Behzad Karim Khani (2022)

Leben

Khani wurde in einer Künstlerfamilie in Teheran als Sohn eines Dichters geboren.[1] Er war noch keine zehn Jahre alt, als seine Familie aus dem Iran nach Deutschland floh. Die Familie fasste im Ruhrgebiet Fuß. Behzad Karim Khani lernte schnell Deutsch und konnte bereits nach einem Jahr aufs Gymnasium wechseln.[2] In den 1990er-Jahren wurde er wegen Besitz von Cannabis zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, später erhielt er eine Strafe wegen schwerer Körperverletzung.[3] Karim Khani hat diese biographischen Erfahrungen später in seinen Romanen verarbeitet. Er sagt: „Ich betrachte meine Vergangenheit als einen eigenständigen und vielleicht auch lebensfeindlichen Planeten.“ Er habe in seinen Büchern zunächst „Avatare auf diesen Planeten geschickt und geschaut, ob sie überleben.“ Dann (mit dem zweiten Roman) habe er sich selbst dahin getraut.[4]

Nach dem Abitur studierte er an der Ruhr-Universität Kunstgeschichte und Medienwissenschaft. 2001 zog er nach Berlin.[5] Dort war er Mitbegründer des Clubs Bar 25, auf dessen Gelände er drei Jahre lang in einem Campingwagen lebte.[6] Von 2012 bis 2022 betrieb er die Lugosi-Bar in Berlin-Kreuzberg.

Auf Einladung von Philipp Tingler las Behzad Karim Khani beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2022[7] einen Textausschnitt aus seinem danach im August 2022 erschienenen ersten Roman Hund, Wolf, Schakal.[8] Der Roman kam auf die Shortlist des aspekte-Literaturpreises[9] und wurde ein Bestseller. Er erhielt zahlreiche positive Kritiken.[10] Auf der Lit.Cologne 2022 sagte Elke Heidenreich über Hund, Wolf, Schakal: „Das ist mit das Beste, was ich überhaupt gelesen habe ... Herzzerreißend!“[11]. Im September 2022 erhielt er den Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals[12] und 2023 den Debütpreis des Buddenbrookhauses[13].

Auch sein zweiter Roman Als wir Schwäne waren (2024) wurde positiv besprochen[14][15], die ästhetische Erkennbarkeit seiner Stimme hervorgehoben. Ijoma Mangold schreibt: „Dieser Roman ist stark und wie ein Knochen, an dem der Leser sich seine Zähne ausbeißen soll, weil der Autor die Widersprüche und die dem Text innewohnende Aggression gar nicht glätten will: Take that! (...) Es gehört zur enigmatischen Härte dieses Romans (und zu seiner ästhetischen Qualität), dass er aus seiner Ablehnung gegenüber Deutschland keinen Hehl macht. Und es gehört zum Stolz dieses Erzählers, dass er seinen Gewaltexzess nicht durch Kontextualisierung entschuldigen will.“[16]

Seit 2025 war Behzad Karim Khani zunächst gemeinsam mit Thomas Fasbender Herausgeber der wiedergegründeten Weltbühne, dann seit September 2025 gemeinsam mit Per Leo,[17] als Verleger agiert Holger Friedrich.[18][19]

Khani lebt in Berlin-Neukölln und ist Vater eines Sohnes.[1]

Werke

Dramatisierung

Am 10. Februar 2024 wurde eine auf Khanis Roman basierende Dramatisierung von Hund, Wolf, Schakal unter demselben Titel in der Regie von Nurkan Erpulat im Berliner Maxim Gorki Theater uraufgeführt.[20][21]

Einzelnachweise

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