Belagerung von Breslau (1806)

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Die Belagerung von Breslau fand zwischen dem 6. Dezember 1806 und dem 7. Januar 1807 statt und endete mit der Kapitulation der preußischen Festung Breslau. Nachfolgend kam Breslau unter französische Besatzung.

Datum14. Oktober 1806
AusgangFranzösischer Sieg
Schnelle Fakten Datum, Ort ...
Belagerung von Breslau (1806)
Teil von: Vierter Koalitionskrieg

Breslau_1806-1807
Datum 14. Oktober 1806
Ort Breslau, Provinz Schlesien
Ausgang Französischer Sieg
Konfliktparteien

Frankreich 1804 Frankreich

Preussen Konigreich Preußen

Befehlshaber

Jérôme Bonaparte

Alexander Heinrich von Thile

Truppenstärke

23.000 Mann
48 Kanonen

6.000 Mann[1.1]
208 Kanonen

Verluste

unbekannt

unbekannt

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Vorgeschichte

Am 9. Oktober 1806 brach der Vierte Koalitionskrieg aus. Er wurde zwischen Frankreich und den von ihm beherrschten Staaten wie den Mitgliedern des Rheinbundes auf der einen Seite und auf der anderen Seite im Wesentlichen von Preußen und Russland ausgetragen. Der preußische Staat war nach der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt im Oktober 1806 zusammengebrochen. Der Königshof floh nach Ostpreußen. Die Truppen Napoleon Bonapartes marschierten nach Osten. Das IX. französische Korps unter dem Kommando von Napoleons jüngstem Bruder Jérôme (zwei bayerische Divisionen und eine württembergische, insgesamt 23.000 Soldaten und 48 Geschütze) wurde nach Schlesien entsandt.[1.1]

Verlauf

Ein Teil des französischen IX. Korps marschierte in Richtung Breslau und begann bald mit der Belagerung der Stadt.

Breslau konnte Bonaparte eine Garnison unter dem Kommando des Generalmajors von Thile entgegensetzen, die über 208 Geschütze auf den Bastionen, 46 Reservegeschütze verfügte und 6000 Soldaten umfasste (darunter 473 Invaliden und 2000 Polen aus Großpolen, widerwillig für Preußen zu kämpfen). Bereits in der zweiten Novemberhälfte ließ Kommandant von Thile die Vorstädte niederbrennen, um den angreifenden Truppen die Möglichkeit zu nehmen, sich dort zu verstecken.

Am 6. Dezember erschienen vor Breslau die Vorposten der Kavallerie Bonapartes; am 7. Dezember erkundeten Einheiten des Generals Vandamme die Stadtbefestigungen und schlossen den Belagerungsring um die Stadt. In der Nacht vom 8. Dezember begann man mit dem Aufschütten von Stellungen für die Artilleriebatterien sowie mit dem Ausheben von zwei Linien von Schützengräben und Laufgräben. Diese Stellungen wurden zunächst gegenüber dem Nikolaus-Tor und in der Nikolaus-Vorstadt errichtet (also weiter entlang des Grabens nach Süden, in Richtung des heutigen Bahnhofs Wrocław Świebodzki).

Später besetzten die Belagerer auch Stellungen am rechten Oderufer und begannen am 10. Dezember mit einem intensiven Beschuss der Stadt.[1.2] Gleichzeitig erweiterten sie ihre Belagerungsanlagen auf beiden Seiten des Flusses bis zum Ohlauer Tor. Die Stellungen rückten in dieser Zeit auf wenige hundert Schritte (von etwa 400 bis sogar nur 250) an die Befestigungen heran. Am 22. Dezember griff die Armee Bonapartes von der Ohlauer Vorstadt aus (Gebiet der heutigen Krasiński-Straße) die Stadt an, wurde jedoch von den preußischen Verteidigern erfolgreich zurückgeschlagen.

Der napoleonische General Louis-Pierre Montbrun wurde mit drei Regimentern württembergischer Kavallerie, dem 2. Infanterieregiment des Oberstleutnants von Dallwigk und dem 2. Bataillon des 3. bayerischen Infanterieregiments unter General Graf Minucci nach Ohlau entsandt, um mögliche Entsatzversuche der Truppen des Fürsten von Pleß, Friedrich Ferdinand, zu verhindern. Zu demselben Zweck wurden vier württembergische Kompanien nach Polnisch Steine (zwischen Ohlau und der Festung Brieg) geschickt.

Die württembergische Kavallerie wurde auch in Godzikowice stationiert, und zwischen Steine und Ohlau befand sich eine reitende württembergische Artilleriebatterie mit Sechspfündergeschützen. Der Fürst von Pleß schickte aus der Festung Brieg ein Detachement von hundert Jägern und Schützen, vierzig Zimmerleuten, hundert Pferden und vier leichten Geschützen. Ihre Aufgabe war es, Ohlau zu erreichen, dort die Oderbrücke zu zerstören und die Brücke über die Ohlauer Wasser zu besetzen.

Nach anfänglichen Erfolgen (am 29. Dezember im Morgengrauen wurden die württembergischen Kompanien aus Steine verdrängt) mussten sich die Preußen angesichts der Überlegenheit des Gegners nach Brieg zurückziehen. Eine weitere Entsatzkolonne wurde am 30. Dezember bei Strehlen von napoleonischen Truppen geschlagen. Damit zerschlugen sich die Hoffnungen der eingeschlossenen Garnison Breslaus auf Unterstützung.

Der intensive Beschuss der Stadt wurde am 2. Januar 1807 wieder aufgenommen. Nach drei Tagen, unter starkem Druck der Zivilbevölkerung und ohne Aussicht, die Belagerung weiter zu überstehen, kapitulierte General von Thile und übergab Breslau. Die Kapitulationsurkunde unterzeichnete er zwei Tage später, am 7. Januar, vor Prinz Jérôme Bonaparte, der eigens zu diesem Zweck nach Schlesien gekommen war.[1.2]

Unmittelbare Folgen

Die siegreichen Truppen ließen die preußischen Offiziere frei, nahmen jedoch die einfachen Soldaten gefangen. Bei der Verteidigung der Stadt fielen 13 preußische Soldaten, die Verluste unter der Zivilbevölkerung sind nicht genau bekannt. Die bereits vor der Belagerung niedergebrannten Vorstädte sowie Plünderungen und Raubzüge der Sieger verursachten enorme Verluste unter den Bewohnern sowohl Breslaus selbst als auch der umliegenden Orte.[1.3]

Breslau blieb bis 1808 unter französischer Okkupation.

Literatur

  • Marek Cetwiński: Historia Wrocławia w datach. Romuald Gelles (red.) i inni. Wrocław: TMW Wratislawia, 1996.
  • W. Długoborski, J. Gierowski, K. Maleczyński: Dzieje Wrocławia do roku 1807, Warszawa 1958.

Einzelnachweise

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