Bending Spoons

App Entwicklungsfirma, welche Komoot, Evernote und WeTransfer entwickelt From Wikipedia, the free encyclopedia

Bending Spoons SpA ist ein italienischer Technologiekonzern. Das Unternehmen wurde 2013 in Kopenhagen gegründet[1] und hat seit 2015 seinen Sitz in Mailand.[2]

Schnelle Fakten
Bending Spoons S.p.A.
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2013
Sitz Mailand, Italien
Branche Technologie
Website https://bendingspoons.com/
Stand: 9. Oktober 2025
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Bending Spoons entwickelt selber insbesondere mobile Apps, bekannt ist das Unternehmen weiterhin durch Übernahmen anderer Plattformen.[2]

Geschichte

Nach der Arbeit an einem erfolglos bleibenden Startup namens „Evertale“ gründeten Luca Ferrari, Francesco Patarnello und Matteo Danieli im Juni 2013 Bending Spoons in Kopenhagen. Der Firmenname wurde von einer Szene aus dem Science-Fiction-Film Matrix inspiriert. Das Unternehmen zog in der Folge nach Mailand um.[3]

Unter anderem entwickelte Bending Spoons die mobile Videobearbeitungs-App Splice und die italienische Corona-App Immuni,[4] die 2020 zunächst erfolgreich startete.[5] Sie geriet anschließend zu einem Misserfolg im europäischen Vergleich, da nur 2 % der Infektionen gemeldet wurden und nur 1 % der Ansteckungen rückverfolgbar waren.[6] Das Scheitern der App wurde insbesondere politischen Rahmenbedingungen zugeschrieben,[7] weiter technischen und sozialen Hemmnissen insbesondere bei der älteren Zielgruppe.[8]

2022 erfolgte die erste Private-Equity-Finanzierungsrunde des Unternehmens, in der Investoren insgesamt 340 Millionen Dollar anlegten.[9]

2023 wurde als Bruttobetriebsgewinn von Bending Spoons ca. 200 Millionen Dollar angegeben.[3]

Übernahmen

Im September 2022 übernahm Bending Spoons FiLMiC und stellte die Videoaufzeichnungs-App FiLMiC Pro auf ein Abonnement-Modell um.[10] Im November folgte die Übernahme der Notizbuch- und Dokumentenverwaltungsplattform Evernote. Die Übernahme wurde im Januar 2023 abgeschlossen.[11]

Im Januar 2024 erwarb das Unternehmen die Mosaic Group, einen in New York City ansässiger Entwickler mobiler Apps, von der Mutter InterActiveCorp. Im selben Monat erwarb Bending Spoons Meetup, eine Social-Media-Plattform für die Organisation persönlicher und virtueller Aktivitäten.[12] Im April kündigte das Unternehmen die Übernahme von Hopin an, Betreiber des Live-Streaming-Studios StreamYard.[9]

Juli 2024 gab das Unternehmen die Übernahme der digitalen Publishing-Plattform Issuu bekannt.[13] Ebenfalls im Juli stimmte das Unternehmen der Übernahme des niederländischen Dateiübertragungsdienstes WeTransfer zu und gab im September bekannt, dass es 75 % der Belegschaft des Unternehmens entlassen werde.[2]

Im November stimmte das Unternehmen der Übernahme der Streaming- und Videoplattform Brightcove für 233 Millionen Dollar zu.[14]

2025 erwarb das Unternehmen die deutsche Trekking-App Komoot, ein Preis wurde nicht bekanntgegeben.[15] Später im Jahr folgte der Erwerb des Videoportals Vimeo für 1,38 Milliarden Dollar.[16][17] Am zweiten Dezember 2025 wurde die für 2026 geplante Übernahme der Eventmanagementfirma Eventbrite für 500 Millionen US-Dollar bekannt gegeben.[18][19]

Kritik

Bending Spoons wird häufig dafür kritisiert, nach der Übernahme von Plattformen aggressive Gewinnmaximierung zu betreiben und die Qualität des Produkts zu vernachlässigen. Das Unternehmen sei „dafür bekannt, die Belegschaft nach der Übernahme stark zu reduzieren.“[20]

Auf die Übernahme der Kamerasoftware Filmic Pro folgte die Entlassung des gesamten Teams[21] und der Wechsel von einem Kauf- zu einem Abomodell für die Anwender.[22] Auch die 330-köpfige Belegschaft von Mosaic wurde nach Übernahme komplett entlassen.[23] Nach der Übernahme von Evernote entließ Bending Spoons alle Angestellten in den USA.[24] Kurz darauf wurden die Funktionen der kostenlosen Version der Software drastisch eingeschränkt und die Preise der Premium-Angebote erhöht. Kritisiert wurde auch, dass für den Export von bisher gratis gehosteten Notizen unter Umständen der Abschluss eines Monatsabonnements notwendig wurde.[25]

Dem Kauf von WeTransfer folgte die Ankündigung, 75 % der Belegschaft zu kündigen.[2] Die Entwicklung von Komoot nach der Übernahme durch Bending Spoons veranlasste Kathrin Passig dazu, den Fall als Beispiel der Enshittification bis dahin beliebter Dienste anzuführen.[26] Nach der Übernahme von Komoot entließ Bending Spoons auch dort ungefähr drei Viertel der Belegschaft.[27] Auch im Zuge der Übernahme von Vimeo wurden weltweit Entlassungen angekündigt.[28]

Einzelnachweise

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