Benji Okubo
US-amerikanischer Maler, Illustrator und Landschaftsarchitekt japanischer Abstammung
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Benji Okubo (* 27. Oktober 1904 in Riverside, Kalifornien; † 15. April 1975 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Maler, Illustrator und Landschaftsarchitekt japanischer Abstammung.[1]

Leben
Benji Okubo wurde als eines von sieben Kindern japanischer Einwanderer geboren. Sein Vater war Gelehrter, verdiente den Lebensunterhalt der Familie jedoch als Arbeiter in einer Süßwarenfabrik und als Gärtner. Seine Mutter, eine Kalligrafin und Malerin, die das Tokyo Art Institute besucht hatte, förderte die künstlerischen Interessen ihrer Kinder. Seine jüngere Schwester Mine Okubo wurde später ebenfalls eine bekannte Künstlerin und Illustratorin. 1927 zog Benji Okubo nach Los Angeles, um mit einem Stipendium am Otis Art Institute des Los Angeles Museum of History, Science and Art zu studieren. Dort kam er mit anderen Nisei-Künstlern wie Charles Isamu Morimoto, Hideo Date, Kiyoshi Ito und Tyrus Wong in Kontakt. Für die vom Otis Institute herausgegebene Publikation El Dorado, Land of Gold entwarf er das Titelbild. Ab 1930 besuchte er zusätzlich Kurse an der Art Students League of Los Angeles, wo er unter anderem bei Stanton Macdonald-Wright studierte. Später war er dort selbst als Dozent tätig und übernahm schließlich die Leitung der Institution. In den 1930er Jahren erhielt Okubo verschiedene künstlerische Aufträge, darunter die Gestaltung eines Wandgemäldes im Restaurant Dragon’s Den in Los Angeles’ Chinatown, welches er gemeinsam mit Marian Blanchard und Tyrus Wong umsetzte. Das Mural (Wandbild) zeigte die Acht Unsterblichen und einen tanzenden Drachen.[1]
Benji Okubo nahm an mehreren Gruppenausstellungen teil, darunter an der zweiten und dritten California Modernist Exhibition (1934/35). 1936 war er Teil einer Viererausstellung der Oriental Artists Group im Los Angeles Museum zusammen mit Hideo Date, Tyrus Wong und Gilbert Leong. Mit dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg wurde Okubos künstlerische Laufbahn unterbrochen. Er wurde im Internierungslager Heart Mountain in Wyoming inhaftiert. Dort gründete er gemeinsam mit Hideo Date, Robert Kuwahara und Shingo Nishiura die Art Students League of Heart Mountain, eine Kunstschule für Lagerinsassen. Die Lagerzeitung Heart Mountain Sentinel berichtete am 22. Januar 1944 über die Aktivitäten der Gruppe, die auch eigene Ausstellungen organisierte. Während seiner Internierung heiratete Okubo Chisato Takashima. Nach der Schließung des Lagers im Jahr 1945 kehrten beide nach Los Angeles zurück. In der Nachkriegszeit arbeitete Okubo hauptsächlich als Landschaftsarchitekt und entwarf Gärten für Unternehmen und prominente Auftraggeber. Parallel dazu setzte er seine Malerei fort, erreichte jedoch nicht mehr den Bekanntheitsgrad seiner Vorkriegsjahre. Benji Okubo starb am 15. April 1975 in Los Angeles.[1]
Werk
Benji Okubo ist vor allem für seine figürliche Gemälde bekannt. Seine Werke sind durch eine intensive Farbgebung, einen Hang zur Surrealität und Symbolik geprägt. Oftmals zeigt seine Kunst einen synkretistischen Stil, der sich durch harmonische Farbabstimmungen und biomorphe Formen auszeichnet. Während seiner Internierung in Heart Mountain schuf er zahlreiche Gemälde, die sich mit Militarismus, Isolation und politischem Umbruch, aber auch mit Mythen und persönlichen Empfindungen auseinandersetzen. Ein Beispiel ist das großformatige Wandbild im Restaurant Dragon’s Den im Chinatown von Los Angeles aus dem Jahr 1935, das er gemeinsam mit Tyrus Wong und Marian Blanchard gestaltete. In den 1930er Jahren wurden seine Arbeiten bei Ausstellungen wie der Mission Inn in Riverside (1933), der See Gallery in Los Angeles (1933), der San Diego Fine Arts Gallery (1934), bei Painters & Sculptors of LA (1935), Oriental Artists of LA (1936) und der Foundation of Western Art (1937) gezeigt. Nach seiner Rückkehr aus dem Internierungslager blieb sein Werk zunächst weitgehend unbeachtet. Später jedoch sicherte und wertete das Japanese American National Museum in Los Angeles seine Gemälde kunsthistorisch auf.[1][2][3]
Literatur
- Karen L. Ishizuka: Lost and Found: Reclaiming the Japanese American Incarceration. University of Illinois Press, 2006 (englisch).
- Gordon H. Chang, Mark Dean Johnson: Asian American Art: A History, 1850–1970. Stanford University Press, Stanford 2008, S. 408 (englisch).