Date Hideo
japanisch-amerikanischer Maler
From Wikipedia, the free encyclopedia
Hideo Date (* 5. Januar 1907 in Osaka, Japan; † 6. Januar 2005 in Queens, New York) war ein japanisch-amerikanischer Maler, der vor allem in Los Angeles und New York tätig war. Er wurde durch seine Verbindung zur südkalifornischen Kunstszene der 1930er Jahre sowie durch seine Tätigkeit als Kunstlehrer im Internierungslager Heart Mountain während des Zweiten Weltkriegs bekannt.[1]
Leben
Hideo Date war der dritte Sohn von Imasuke und Yusa Date. Kurz nach seiner Geburt emigrierte sein Vater in die Vereinigten Staaten und eröffnete in Fresno, Kalifornien, ein Eisenwarengeschäft. 1923 folgte ihm Hideo Date nach Kalifornien. Er arbeitete zunächst in Obstplantagen im Central Valley, bevor sich die Familie nach der Schließung des väterlichen Geschäfts in Los Angeles niederließ. Nach seinem Abschluss an der Polytechnic High School erhielt er 1928 ein Stipendium für das Otis Art Institute in Los Angeles. Dort lernte er unter anderem Benji Okubo und Tyrus Wong kennen. Nach einem Jahr verließ er das Institut, um an der Kawabata Gakko in Tokio traditionelle japanische Maltechniken (Nihonga) und Tuschemalerei zu studieren. 1930 kehrte er nach Los Angeles zurück, trat der Art Students League bei und beteiligte sich aktiv an der dortigen Kunstszene. Er ließ sich unter anderem von Stanton MacDonald-Wright und den sogenannten Independents beeinflussen, einer Gruppe von Künstlern, die sich gegen den Mainstream des Modernismus wandten.[1]
In den 1930er Jahren nahm Hideo Date regelmäßig an Ausstellungen teil, darunter an den[2]Annual Exhibitions of Japanese Artists of Los Angeles, der Exhibition of Young Painters der College Art Association sowie Ausstellungen der Foundation of Western Art. Er erhielt mehrere Aufträge, darunter die Gestaltung eines Wandgemäldes in einem orientalisch gestalteten Raum im Haus von Mary Pickford und Douglas Fairbanks, das auch als Pickfair bekannt ist. Im Jahr 1937 wurde er vom Federal Art Project der Works Progress Administration (WPA) beauftragt, ein Wandbild für eine Schule auf Terminal Island zu gestalten. Das Werk blieb jedoch unvollendet und ging mit der Zwangsumsiedlung der japanisch-amerikanischen Bevölkerung von Terminal Island im Jahr 1942 verloren. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Hideo Date zunächst im Sammellager Santa Anita interniert und anschließend in das Internierungslager Heart Mountain in Wyoming überstellt. Dort gründete er zusammen mit Benji Okubo die Art Students League of Heart Mountain, eine Kunstschule für japanisch-amerikanische Häftlinge. Die Schule umfasste zeitweise bis zu 250 Mitglieder. Zu den Lehrenden zählten unter anderem Robert Kuwahara, Shingo Nishiura und Riyo Sato. Unter Dates Leitung entstanden mehrere Ausstellungen sowie ein Lagerwandbild. Während seiner Internierung widmete sich Date vor allem der Porträtmalerei von Katzen.[1]
1945 wurde Hideo Date aus dem Internierungslager entlassen, um in Buffalo, New York, ein Wandbild zu gestalten. Anschließend ließ er sich in New York City nieder. Viele seiner frühen Werke sind erhalten geblieben, da sie von Freunden in Los Angeles aufbewahrt wurden. 1947 kehrte er kurzzeitig nach Kalifornien zurück, stellte im Art Center College of Design aus und kehrte dann nach New York zurück. Dort war er in verschiedenen Künstlervereinigungen aktiv und schuf zunehmend abstrakte Ölgemälde. Er heiratete Yuriko Tamaki und erhielt nach Inkrafttreten des McCarran-Walter Immigration Act im Jahr 1955 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft, was ihm Reisen nach Europa ermöglichte. Er starb am 6. Januar 2005 im Alter von 98 Jahren in seinem Haus in Queens, New York. Von 2001 bis 2002 widmete ihm das Japanese American National Museum in Los Angeles eine große Retrospektive mit dem Titel Living in Color: The Art of Hideo Date, die von Karin Higa kuratiert wurde.[1]
Werk
Hideo Date gilt als bedeutender Vertreter der Synthese japanischer Kunsttradition mit westlicher Moderne. In seinem Frühwerk sind Einflüsse der Synchromismus-Bewegung erkennbar, bei der Farbkomposition und lineare Formen im Zentrum stehen.[3] Während seiner Internierung schuf er vorwiegend Zeichnungen und Gemälde mit Katzen als Motive, die seine persönliche Erfahrung der Isolation und seinen Humor dokumentieren.[3] Seine Werke sind durch eine klare, oft minimalistische Darstellung gekennzeichnet, in denen er mit Farben, Linien und Raum experimentierte.
Literatur
- Karin M. Higa: Living in Color: The Art of Hideo Date. Berkeley, Heyday Books, 2001.
- Ramona Handel-Bajema: Art across Borders: Japanese Artists in the United States, 1895–1955. Columbia University 2012.